Arcelor Mittal

Bottroper Kokerei stellt mit Loktaufe Weichen auf Zukunft

Sie taufen die Lokomotive Prosper-Haniel: Bürgermeister Klaus Strehl, WHE-Geschäftsführer Mirko Strauss, Rhein-Cargo-Geschäftsführer Wolfgang Birlin, Arcelor-Mittal-Manager Dennis Riller und Kokerei-Vorstand Jörn Pufpaff (von links)

Sie taufen die Lokomotive Prosper-Haniel: Bürgermeister Klaus Strehl, WHE-Geschäftsführer Mirko Strauss, Rhein-Cargo-Geschäftsführer Wolfgang Birlin, Arcelor-Mittal-Manager Dennis Riller und Kokerei-Vorstand Jörn Pufpaff (von links)

Foto: Heinrich Jung / FUNKE Foto Services

Bottrop.  Vier Lokomotiven tauften Bürgermeister aus dem Revier auf dem Gelände der Bottroper Kokerei. Warum die Taufe für die Kokerei Signalwirkung hat.

Vier neue Lokomotiven tauften Oberbürgermeister und Bürgermeister aus dem Ruhrgebiet auf dem Gelände der Bottroper Kokerei Prosper. Die neuen Loks sorgen mit dafür, dass auf der Kokerei die Öfen nicht ausgehen. Denn sie transportieren auf dem Gelände des Arcelor-Mittal-Konzerns mit rund 200 Waggons im Schlepp rund um die Uhr Millionen Tonnen von Kohle und Koks im Jahr. Für Arcelor-Mittal-Manager Dennis Riller geht von der Loktaufe daher auch das Signal aus: „Die Industrie bleibt“.

Dazu seien eine gut aufgestellte Produktion und eine emissionsarme Logistik unerlässlich. „Wer Klimaschutz voranbringen möchte, muss dies mit der besten Industrie der Welt gemeinsam tun“, betonte der Rohstoffmanager. „Wir werden mit den Zukunftsprojekten in Bottrop einen Beitrag dazu leisten“, versicherte Riller. „In einer Kokerei gehen die Öfen niemals aus und werden noch lange hochwertigen Koks für die Stahlherstellung in Deutschland produzieren“, sagte der Manager.

Die neuen Triebwagen sind emissionsärmer und leiser

Hier gibt es mehr Artikel, Bilder und Videos aus Bottrop Riller wies darauf hin, dass 2023 neben der Kokerei an der Prosperstraße auch ein neues Gaskraftwerk ans Netz gehen soll. Das Kraftwerk könne dann rund 200.000 Haushalten Strom bereit stellen und 3000 Haushalte mittels Kraft-Wärme-Koppelung mit Heizenergie versorgen. „Wir sehen das als wichtigen Beitrag zu Innovation City 2.0“, sagte der Manager.

Auch die Anschaffung der vier neuen Lokomotiven diene einer umweltfreundlicheren Produktion. Denn die neuen Triebwagen seien emissionsärmer und auch leiser als die bisherigen Loks, hoben die Geschäftsführer der Wanner-Herner-Eisenbahn und Hafen GmbH und des Logistikdienstleisters Rhein-Cargo hervor. Anfang des Jahres hatten beide Unternehmen den Transport für die Kokerei übernommen. Sie wickeln auf dem rund 30 Kilometer langen Schienennetz den Transport von Kohle und Koks ab. Dazu gehört auch der Bahnbetrieb im Bottroper Hafen. Denn die Kohle wird teils per Schiff geliefert und in Waggons umgeladen. Die Kokerei beziehe ihre Kohle aus Australien sowie von der Westküste Kanadas und der Ostküste der USA, erklärte Arcelor-Manager Riller.

Die Lokomotiven werden nach früheren Ruhrgebietszechen benannt

Früher kam die Kohle quasi von der Bottroper Zeche Prosper II eine Straße weiter. Als Ausdruck der Verbundenheit mit dem Bergbau taufte Bottrops Bürgermeister Klaus Strehl die erste neue Lokomotive daher auf den Namen Prosper-Haniel. Die anderen drei Loks benannten die Vertreter der anderen Städte nach alten Zechen, die auf dem Weg von Bottrop nach Herne als Sitz des Eisenbahnunternehmens liegen: Zollverein in Essen, Nordstern in Gelsenkirchen und Unser Fritz in Herne. In dem Eisenbahnunternehmen seien heute ohnehin auch frühere Bergleute aus Bottrop beschäftigt, hieß es.

Bürgermeister Strehl rief die Geschäftsführer der Kokerei in der kleinen Feierstunde dazu auf, bei der Produktion mehr Rücksicht auf die Nachbarn des Betriebes zu nehmen. „Die Anwohner beschweren sich über Belastungen“, sagte er. So klagen die Bürger über Staub, Schmutz und Schadstoffe. Auch Arcelor-Manager Riller hob darauf ab, dass es Aufgabe der Kokerei sei, im Einklang mit der Umwelt und im Einklang mit der Nachbarschaft zu produzieren. „Wir wenden sehr viel Geld und sehr viel Zeit auf, um die Dichtigkeit der Koksöfen und die Produktionsprozesse zu verbessern“, sagte Riller und bat um Geduld.

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