Politik

„Bündnis buntes Bottrop“ demonstriert gegen AfD-Bürgerforum

Die Kundgebung des „Bündnis buntes Bottrop“ am Abend vor dem Berufskolleg.

Die Kundgebung des „Bündnis buntes Bottrop“ am Abend vor dem Berufskolleg.

Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Bottrop .  Die Veranstalter freuen sich über weitere Bündnisse, die gerade in anderen Ruhrgebietsstädten entstanden sind: „Gemeinsam sind wir mehr.“

Das „Bündnis buntes Bottrop“ hat am Abend vor dem Berufskolleg demonstriert gegen ein Bürgerforum, zu dem die AfD wie in vielen anderen Städten eingeladen hatte. Die Polizei spricht von 260 Teilnehmern an der Kundgebung, die Anmelder Michael Gerber (DKP) und Niels Holger Schmidt (Linke) von 300.

Anders als bei der letzten Kundgebung vor dem Berufskolleg gegen die AfD im November hat die Polizei diesmal einigen Aufwand betrieben, damit die Teilnehmer beider Veranstaltungen nicht aufeinandertreffen sollten. So hatte sie unter anderem den Haupteingang abgesperrt und die Bühne an der Seite des Berufskollegs aufbauen lassen. Der Platz an der Hans-Sachs-Straße vor dem Kolleg ist derzeit Baustelle.

„Unser Einsatz ist aktuell und notwendig“

Moderatorin Andrea Multmeier vom Paritätischen Wohlfahrtsverband begründete, warum das „Bündnis buntes Bottrop“ zu der Kundgebung aufgerufen hatte, obwohl ihm nur zehn Tage Zeit zum Mobilisieren der Teilnehmer geblieben war: „Unser Einsatz für ein buntes Bottrop ist aktuell und notwendig wie nie zuvor. Wir wollen in Bottrop zusammen halten. Und wir wollen sicher stellen, dass rechte Stimmungsmache in Bottrop keine Chance hat.“

Sie verweist darauf, dass sich auch in anderen Städten des Ruhrgebietes Bündnisse gegen Rechts gebildet haben. Sie erinnert an den Protest von „Essen stellt sich quer“ gegen die „Steeler Jungs“, an dem sich das Bottroper Bündnis beteiligt hat. Kundgebungen hätten in den letzten Wochen auch stattgefunden in Dorsten, Gladbeck und Dortmund: „Wir sind längst nicht mehr allein. Überall entstehen Bündnisse.“

Polizei zufrieden: „Keine Vorkommnisse“

Cornelia Kavermann, Vorstandsvorsitzende des Paritätischen, betonte, der Protest dürfe sich nicht nur gegen den rechten „Flügel“ der AfD richten, sondern ebenso gegen „pseudobürgerliche Verharmloser“ wie Jörg Meuthen, der für die AfD im EU-Parlament sitzt und beim Bürgerdialog im Berufskolleg sprach. Weitere Redner bei der Kundgebung waren Martinskirchen-Pfarrer Stefan Riesenberg, Michael Sievers von Verdi und Bottrops DGB-Chefin Suzann Dräther. Polizeisprecher Andreas Wilming-Weber zog zufrieden Bilanz des Polizeieinsatzes: „Keine Vorkommnisse, alles ist friedlich geblieben.“

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