Entsorgungssicherheit

Corona: Bottrop steuert bei Regeln auf dem Recyclinghof nach

Der Recyclinghof ist nahezu menschenleer. Sperrmüll wird derzeit auch gar nicht mehr angenommen. 

Der Recyclinghof ist nahezu menschenleer. Sperrmüll wird derzeit auch gar nicht mehr angenommen. 

Foto: Oliver Mengedoht / FUNKE Foto Services

Bottrop  Die Best hat an ihrem Recyclinghof strikte Auflagen erlassen. Bei einigen Kunden stößt das auf Unverständnis. Nun gibt es leichte Anpassungen.

Während in vielen anderen Städten die Recyclinghöfe aufgrund der Coronakrise geschlossen wurden, hält die Best zumindest den Recyclinghof Donnerberg am Südring noch offen. Doch es gelten strikte Regeln, die nicht allen passen. Kleine Veränderungen gelten ab Montag.

Schon auf dem Südring hat die Best Schilder aufgestellt. Wer die Straße herunter fährt, kann schon früh lesen, was jetzt gilt. So dürfen nur noch Bottroper ihren Unrat hier anliefern. Außerdem ist samstags geschlossen. Angenommen wird auch nur noch Restmüll und biologischer Abfall, also Grünschnitt oder das, was zu Hause in der braunen Tonnen landen würde.

Ab Montag darf wieder Altpapier am Donnerberg entsorgt werden

Ab Montag wird auch wieder Papier und Karton angenommen. Der Grund für diese Änderung in Abstimmung mit dem städtischen Krisenstab. "Bei uns haben sich Betriebe gemeldet, die sonst auch immer ihr Altpapier hier angeliefert haben und denen jetzt die Lagerkapazität fehlt. Außerdem haben die Mitarbeiter festgestellt, dass bei der Leerung der Blauen Tonnen vermehrt Kartonagen daneben stehen", erklärt Best-Vorstand Carsten Sußmann. Daher nun also die Möglichkeit, auch Altpapier am Donnerberg loszuwerden.

Wer anderes dabei hat, braucht gar nicht erst auf den Hof zu fahren. Bis zu drei Mitarbeiter stehen vor dem Tor, fragen ab und kontrollieren, was da im Auto angeliefert werden soll. Immer noch versuchen die Leute ihren Bauschutt loszuwerden, oder auch "nur ein Regalbrett". Doch die Best-Mitarbeiter bleiben hart. "Die Reaktionen reichen dann von Verständnis bis hin zu Beschimpfungen", sagt einer der Männer vom Recyclinghof.

Pro Tag werden bis jetzt im Schnitt 100 Leute vor dem Tor abgewiesen

In den ersten Tagen, als die Menschen wegen Corona zu Hause bleiben mussten, waren die Wertstoffhöfe der Region zu Treffpunkten geworden. Zu Hause wurde aufgeräumt, gewerkelt und der Garten auf Vordermann gebracht, der Müll dann sofort entsorgt. So soll es nicht mehr sein. In Absprache mit dem Bottroper Krisenstab habe man sich dann auf die nun gültigen Regeln verständigt, sagt Best-Vorstand Carsten Sußmann. Der Recyclinghof in Kirchhellen ist derzeit geschlossen.

Am vergangenen Montag, dem ersten Tag, an dem die verschärften Ausgangsregeln galten, waren noch 33 Menschen auf dem Hof am Donnerberg. "Allerdings haben wir 153 abweisen müssen", sagt Sußmann. Im Verlauf der Woche ist diese Zahl dann gesunken, doch bis einschließlich Donnerstag mussten die Mitarbeiter im Schnitt pro Tag 100 Leute abweisen.

Termine zur Sperrmüllabfuhr können nach wie vor vereinbart werden

Bevor die Regeln entsprechend verschärft wurden, sah es in der vergangenen Woche noch ganz anders aus. Am Donnerstag waren es 215 Kunden. "Am schlimmsten war es am 16. März, als es ja auch schon hieß, dass die Menschen zu Hause bleiben sollten. Da haben wir 317 Kunden gezählt."

Restmüll und biologische Abfälle würden in Alt-Bottrop angenommen, weil sie unter Hygieneaspekten eher schwierig sind. Anders dagegen Sperrmüll, den man auch zu Hause lagern könne, so der Appell des Best-Vorstands. Und wenn das nicht funktioniert: Die Best holt auch jetzt noch Sperrmüll zu Hause ab, Termine können weiterhin telefonisch vereinbart werden.

Besondere Regeln für Gewerbebetriebe

Allerdings haben auch Gewerbebetriebe ein Problem. Etwa der Klempner, der ein Badezimmer erneuert. Wo kann er den Schutt loswerden? Hier bietet die Best jetzt die Möglichkeit an, dass Betriebe ihre Anlieferung anmelden, per Mail unter Containerdienst@best-bottrop.de. Dort müsse angegeben werden, was für eine Art Abfall entsorgt werden soll. "Der Kunde erhält dann eine Bescheinigung und auch einen Termin. Die Bescheinigung muss er dann bei der Anlieferung vorzeigen." Eine Lösung, wie sie ähnlich auch in Nachbarstädten praktiziert wird. Sie gilt allerdings nur für Abfall, der im Rahmen der betrieblichen Tätigkeit entstanden ist und zwingend entsorgt werden muss

Sußmann bittet um Verständnis für die Maßnahmen. Sie gelten dem Schutz der Bürger, aber auch der Mitarbeiter der Best. Denn auch in Coronazeiten müsse - im Falle der Best - die Entsorgungssicherheit gewährleistet sein. Die sei gefährdet, wenn die Kollegen in Quarantäne müssten.

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