Flugzeugbau

Extra Aircraft präsentiert neues Kunstflugzeug „Extra NG“

Walter Extra steht vor seinem neuen Kunstflugzeug Extra NG auf dem Flugplatz Schwarze Heide. Die ersten Maschinen sind schon von Kunden unter anderem aus den USA und aus Australien bestellt.

Walter Extra steht vor seinem neuen Kunstflugzeug Extra NG auf dem Flugplatz Schwarze Heide. Die ersten Maschinen sind schon von Kunden unter anderem aus den USA und aus Australien bestellt.

Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Kirchhellen.  Das Modell des Firmengründers Walter Extra besteht vollständig aus Carbon. Seine Kunden gewähren Extra einen Vertrauensvorschuss.

Glücklich und stolz wirkt Walter Extra. Auf dem Flugplatz Schwarze Heide präsentiert der Firmengründer und Geschäftsführer von Extra Aircraft sein neuestes Kunstflugzeug. Es hört auf den Namen: Extra NG. Seit dem 11. Oktober besitzt er hierfür die Musterzulassung für den Verkehr. Vor Freude knallten die Sektkorken in die Höhe. In der neuen Maschine stecken drei Jahre harte und intensive Arbeit.

Die Abkürzung „NG“ steht für „Next Generation“. Der neue Flugzeug-Typ sei „ein Quantensprung“, sagt Walter Extra. Denn diese nächste Generation hat einige spektakuläre Neuheiten zu bieten. Das Kunstflugzeug besteht vollständig aus Carbon, einem mit Fasern aus Kohlenstoff verstärkter, leichter Kunststoff. Vorherige Modelle wiesen dagegen eine Rumpfkonstruktion aus Stahlrohr auf. Das Gewicht konnte um circa 25 Kilogramm verringert werden. Hinzu verfügt es über eine bessere Aerodynamik. Längere Steilflüge und bessere Manöver lassen sich mit der Maschine umsetzen. Das Flugzeug folgt den allgemeinen Trends: schneller, weiter, höher. Es ist vor allem deutlich schneller als die bisherigen Flugzeuge - bei gleicher Motorleistung. „Und das alles ohne Einbußen im Bereich der Sicherheit und Festigkeit“, erklärt der Flugzeugkonstrukteur. Auch der Pilot und sein Passagier werden sich beim Einstieg in den Zweisitzer die Augen reiben. „Es gibt weltweit kein vergleichbares Modell mit mehr Komfort.“

Zwölf Bestellungen bei der Vorstellung des Fliegers in den USA

Im Juli dieses Jahres präsentierte Extra Aircraft das Hochleistungskunstflugzeug zum ersten Mal einer breiten Öffentlichkeit auf der weltweit größten Luftfahrtveranstaltung in Oshkosh im US-Bundesstaat Wisconsin. Mit Ausnahme der Mitarbeiter durfte bis dato noch keiner einen Blick auf das neue Flugzeug werfen. In den zurückliegenden drei Jahren wurde unter strenger Geheimhaltung am Flugplatz Schwarze Heide bei teils schlechtem Wetter in der Luft oder hinter verschlossenen Türen am Boden immer wieder getestet, konstruiert, ein Prototyp entwickelt, Daten gesammelt und ausgewertet.

„So etwas habe ich noch nie erlebt“, sagt Extra rückblickend zum USA-Trip. „Es war ein gigantischer Erfolg.“ Das Unternehmen erhielt zwölf Aufträge für den Bau der neuen Extra NG. Dabei konnte er den Auftraggebern eigentlich so gut wie gar nichts über das Flugzeug sagen geschweige denn zeigen. Er hatte lediglich nur ein paar technische Details. Das Flugzeug stand zwar bei der Ausstellung an Ort und Stelle, war aber noch nicht zugelassen. Diese Zulassung erfolgte eben erst vor knapp einer Woche. „Das war ein unglaublicher Vertrauensvorschuss der Kunden“, sagt Extra. Andererseits wissen diese nur allzu gut, was sie an Extra Aircraft haben. Die Kunstflugzeuge genießen einen hohen internationalen Ruf. „Wir haben eine sehr gute Reputation“, meint dazu der Firmengründer.

Walter Extra ist Flieger und Konstrukteur aus Leidenschaft

Trotz des Erfolgs hat der Himmelsstürmer nie die Bodenhaftung verloren. Walter Extra, mehrfacher deutscher Meister im Kunstflug, hat einst sein Hobby zum Beruf gemacht. Er ist Flieger und Konstrukteur mit Leidenschaft. Vor vierzig Jahren hat er das Unternehmen mit Sitz in Hünxe gegründet. 65 Mitarbeiter sind bei ihm beschäftigt. „Die Arbeit macht einfach Riesenspaß“, sagt er. Stillstand ist für ihn ein Fremdwort.

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