Schneiderstraße

Geschäftsleute leiden unter der Großbaustelle

Auf der Schneiderstraße geht es von der Bottroper Straße kommend nur in eine Richtung. Die Bauarbeiten sollen noch bis Mitte 2021 dauern.

Auf der Schneiderstraße geht es von der Bottroper Straße kommend nur in eine Richtung. Die Bauarbeiten sollen noch bis Mitte 2021 dauern.

Foto: Lutz von Staegmann / Funke Foto Services

Kirchhellen.  Seit April werden an der Schneiderstraße in Bottrop-Grafenwald Kanäle und Straße erneuert. Das hat Folgen für Anwohner und Geschäftsleute.

Die Großbaustelle an der Schneiderstraße in Grafenwald strapaziert die Nerven von Anwohnern, Fußgängern, Verkehrsteilnehmern und Geschäftsleuten. Fünf Monate sind seit dem ersten Spatenstich vergangen. Einige Geschäftsinhaber beklagen schon das Wegbleiben von Kundschaft.

Michael Klanten ist Inhaber der Nordlicht-Apotheke auf der Schneiderstraße. Wenn er aus dem Geschäft schaut, bekommt er blaue Baucontainer, Absperrbaken, Bagger und anderes schweres Gefährt zu Gesicht. „Ich habe erwartet, dass es schlimm wird, aber nicht so schlimm“, sagt er. Und damit meint er nicht den Lärm und den Schmutz. Es geht um finanzielle Einbußen. Vor allem bei der Laufkundschaft verzeichnet er einen erheblichen Rückgang. Seine Mitarbeiterin Anna Wiggers machte aus der Not eine Tugend und hatte vor wenigen Wochen eine spontane Idee. Im Schaufenster klebt seitdem ein Plakat mit der Aufschrift: „Baustellen-Aktion - Wir verwöhnen unsere Kunden mit einer großen Tasse Kaffee“. Passend in Szene gesetzt mit rot-weißem Absperrband, Baustellen-Schild und Pylone. „Wir möchten uns bei den Kunden bedanken, dass sie trotz der Baustelle zu uns kommen“, sagt Anna Wiggers.

Großbaustelle ist bei Anwohnern ein Dauerthema

Bei einem Kaffee kommen die Grafenwälder umgehend ins Gespräch. Ein Dauerthema ist die Großbaustelle. Für viele ist sie ein Ärgernis, aber doch eben leider notwendig. Der vorherige Zustand der Schneiderstraße sei eine Katastrophe gewesen, so die einhellige Meinung.

Nicht nur Michael Klanten ist die Großbaustelle ein Dorn im Auge. Ein paar Meter die Schneiderstraße hinauf betreibt Hartmut Spielmann seit dem 1. April dieses Jahres das Geschäft „Ana’s Lädchen“. „Wir sind hier ein bisschen abgeschnitten“, sagt er. Auch bei ihm würden weniger Kunden seit dem Baubeginn vorbeischauen. „Wenn die Schneiderstraße fertig ist, kann die Straße Zur Grafenmühle erneuert werden“, meint Spielmann. Denn der Verkehr habe seiner Meinung nach rund um den Hans-Söller-Platz zugenommen. Er und seine Mitarbeiterinnen beobachten regelmäßig wie sich Auto- und Lkw-Fahrer diverse Schleich- und Umwege zurück zur Bottroper Straße suchen. Aufgrund der Baustelle ist die Schneiderstraße von der Grafenmühle kommend nämlich zur Einbahnstraße geworden. Eine großräumige Umleitung wird eigentlich über die Straße „Zur Grafenmühle“ und „Vossundern“ eingerichtet. Beliebte Schlupflöcher seien aber zum Beispiel die Straßen Heimersfeld und Sensenfeld.

Das Bauvorhaben liegt im Zeitplan

Das Tiefbau zeigt sich zufrieden mit dem bisherigen Verlauf. Frank Weinert, Abteilungsleiter beim Tiefbauamt, erklärt dazu: „Wir sind sehr gut im Zeitplan“. Beim ersten Bauabschnitt von der Bottroper Straße bis zur Karl-Rahner-Straße seien die Kanalarbeiten inzwischen abgeschlossen. Im nächsten Schritt soll die Straßensanierung erfolgen. Aktuell werden auf diesem Teilstück die Bordsteine und Gehwege angelegt. Im zweiten Bauabschnitt zwischen Karl-Rahner-Straße und Töpferstraße sei die beauftragte Firma zunächst dabei, die Kanäle zu erneuern, so Weinert. Stück für Stück wird in den nächsten Monaten die Baustelle bis zur Ecke Prozessionsweg/ Heimersfeld erneuert. Dazu kommt noch mit einem vierten Bauabschnitt die Drechslerstraße.

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