Überraschung

Heimlich gestalten DRK-Leute ihrem Chef das Abschiedsfest

Uwe Rettkowski (links), langjähriger Vorstand des Deutschen Roten Kreuzes in Bottrop, geht in den Ruhestand. Seine Mitarbeiter bereiteten ihm insgeheim eine Abschiedsfeier, zu der auch (von links) Oberbürgermeister Bernd Tischler, Rudolf Kerkhoff, Petra Rettkowski, Benedikt Böhm-Eichholz, Heinz Wilhelm Uphoff und Beatrice Werner erschienen.

Uwe Rettkowski (links), langjähriger Vorstand des Deutschen Roten Kreuzes in Bottrop, geht in den Ruhestand. Seine Mitarbeiter bereiteten ihm insgeheim eine Abschiedsfeier, zu der auch (von links) Oberbürgermeister Bernd Tischler, Rudolf Kerkhoff, Petra Rettkowski, Benedikt Böhm-Eichholz, Heinz Wilhelm Uphoff und Beatrice Werner erschienen.

Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Bottrop.  Der Leiter des Roten Kreuzes in Bottrop, Uwe Rettkowski, war beim Räumen seines Büros, als er abgeholt wurde. Er wusste nichts von dem Kommenden.

Uwe Rettkowski, seit 36 Jahren Vorstand des Deutschen Roten Kreuzes in Bottrop, erlebte an seinem letzten Arbeitstag vor dem Ruhestand eine faustdicke Überraschung. Beim Räumen seines Büros wurde er abgeholt und zur Zeche Arenberg geleitet. Durch ein Spalier von Mitarbeitern und Einsatzfahrzeugen mit Blaulicht ging es in die festlich geschmückte Lohnhalle, in der Rettkowski von vielen Weggefährten, Mitstreitern und Prominenten erwartet wurde.

In der Einladung „Schicken Sie mit uns Uwe Rettkowski in den Ruhestand“ hatten die Vorbereiter die Veranstaltung heimlich als Überraschung geplant. Die „Geheimhaltung“, um die gebeten worden war, wurde wohl auch eingehalten, denn Rettkowski war „überwältigt“ von dem, was sich seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hatten einfallen lassen. Beatrice Werner und Marco Rottmann berichteten, dass es mit der Geheimhaltung nicht leicht gewesen sei: „Jeder wusste, was los war, nur Uwe nicht.“ Fast wären sie am Tag zuvor noch aufgeflogen, hätten dann aber rechtzeitig eine Ausrede gefunden.

In seiner Amtszeit wuchs die Zahl der Mitarbeiter von 16 auf fast 300

Beim Chor „seiner“ KiTa-Kinder auf der Empore, die „Wir sind die Kinder vom DRK, alles klar“ intonierten, war Rettkowski sichtlich gerührt. Die vielen Redner bezeichneten Rettkowski als „Gesicht des DRK“, der mit seinem Durchsetzungsvermögen den Reden immer Taten habe folgen lassen. In 36 Jahren habe er das DRK Bottrop auf einen zukunftsweisenden Weg gebracht und „Spuren hinterlassen“. Er habe das Bottroper Rote Kreuz erst zu dem gemacht, was es heute sei. Viele Einrichtungen sind in Rettkowskis Dienstzeit entstanden, die Mitarbeiterschaft ist von 16 auf fast 300 angewachsen.

Weil ihm das Rote Kreuz viel zu verdanken habe, zeichnete Heinz Uphoff vom Landesverband den scheidenden DRK-Chef mit dem „Ehrenzeichen“ aus, der höchsten Auszeichnung des Verbands.

Den Mitarbeitern fällt der Abschied schwer

Seinen Mitstreitern fällt der Abschied schwer, er sei ein „Tausendsassa“, der immer ein „offenes Ohr“ gehabt und „Leuten eine Chance gegeben habe“ und „auch zuhören konnte“. Er sei für alles Moderne aufgeschlossen, liebe aber als „Mensch der alten Schule“ traditionelle Werte wie Umgangsformen oder Verlässlichkeit. „Für ihn zählt das gesprochene Wort“, bestätigt Ehrenamtler Josef Werner.

Die Betriebsratsvorsitzende Ilka Bock kennt ihn als fairen Partner, als strengen, aber sehr gerechten Chef mit klaren Vorstellungen, der großen Wert auf Loyalität lege. Seine Ehefrau Petra weiß um die enge Verbundenheit ihres Mannes zum Roten Kreuz, sie hatte ihn übrigens bei einer DRK-Veranstaltung kennengelernt. „Er ist immer in Bewegung, will immer etwas verändern.“

Zur Entspannung und Entschleunigung geht es auf den Jakobsweg

In der Freizeit fährt Rettkowski Rad, wandert, kocht und isst gern gut. Er liebt Zigarren und guten Rotwein. Der ursprüngliche Plan, den Ruheständler am Ende der Veranstaltung mit einer Harley aus der Lohnhalle abholen zu lassen, ließ sich technisch nicht bewerkstelligen, deshalb ging es „nur“ auf einer gelben Vespa heim.

Zusammen mit dem Fahrer Josef Werner taucht Rettkowski jetzt erst einmal ab. Zur Entspannung und Entschleunigung geht es am Montag von Straßburg auf dem Jakobsweg ohne Stress und Vorgaben nach Colmar. Und wie Werner weiß, „wird uns der Gesprächsstoff unterwegs nicht ausgehen“.

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