Wirtschaft

Bestandsschutz fürs Biogas-Projekt

Felix, Johannes und Johannes Miermann sen. mit Michael Gerdes (2.v.r.).

Felix, Johannes und Johannes Miermann sen. mit Michael Gerdes (2.v.r.).

Foto: Michael Korte

Bottrop-Kirchhellen.   Die EEG-Reform beunruhigte die Miermanns zuerst sehr. Doch ihre Anlage, die Schulen, Klinik, Feuerwehr und Hallenbad mit Wärme versorgt, bleibt gesichert.

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Die erste Novelle der EEG-Reform im Mai beunruhigte den Familienbetrieb Miermann, der mit seiner Biogasanlage zahlreiche Gebäude im Dorf mit Energie versorgt. Wären die Vorschläge des Erneuerbare-Energien-Gesetzes so in die Reform eingegangen, wären die wirtschaftlichen Einbußen dadurch nicht tragbar gewesen.

Johannes Miermann, der die Biogasanlage leitet, wandte sich darum mit seinen Sorgen an den SPD-Bundestagsabgeordneten Michael Gerdes. Am ersten August trat die EEG-Umlage in Kraft, verschonte dabei aber die Bestandsanlagen. Johannes Miermann ist erleichtert: „Unsere Investitionsplanung ist dadurch weiterhin durchführbar.“ Bundestagsabgeordneter Michael Gerdes nahm sich jetzt dennoch in der Sommerpause die Zeit, ausführlich mit den Landwirten über zukünftig auftretende Probleme zu sprechen.

Dafür machte er sich zunächst ein genaueres Bild von der Biogasanlage und war sichtlich beeindruckt. Riesige Behälter wandeln Viehmist und Maisfutter in Methan um. „Es war schwierig für einen Landwirt als Energieverkäufer beachtet zu werden“, sagt Johannes Miermann senior. Doch das Problem scheint es hier nicht mehr zu geben, denn der Familienbetrieb ist Energielieferant für das Hallenbad, die Schulen, die Feuerwehr und das Krankenhaus in Kirchhellen. Weiter ging die Besichtigung im Heizhaus auf der Bredde, wo sich eine immense Technik versteckt. Zwei Motoren produzieren monatlich jeweils bis zu 180 Megawattstunden Wärme. Täglich werden die Werte kontrolliert - so ist der Warmbadetag im Kirchhellener Hallenbad genau auszumachen - denn dann müssen die Wärmetauscher mehr leisten.

Bundestagsabgeordneter vor Ort

Michael Gerdes hörte sich Forderungen der Kirchhellener Landwirte an. Johannes Miermann senior verlangte eine verlässlichere Politik in Zeiten der EEG-Umlagen, welche der Bundestagsabgeordnete nur zusichern konnte. „Mir ist bewusst, dass in den nächsten Jahren noch viel Streit herrschen wird und viele Gespräche geführt werden müssen, doch wir haben jetzt schon mehr geschafft als wir bis 2020 geplant haben und werden bis 2050 unsere Ziele erreichen.“ Gerdes bot den Landwirten an, ihre Anliegen mit nach Berlin zu nehmen und dort, wenn nötig, auch Gespräche zu führen.

Nach der Sommerpause geht es für Michael Gerdes wieder in den Bundestag, doch im Dorf werden sie ihn schon auf dem Brezelfest im September wiedersehen.

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