Ausstellung

Heimatverein auf den Spuren der alten Schulen im Dorf

Michaela Grefen liest in der Schulausstellung im Heimathaus ein Einschulungsgedicht aus einem Buch von 1928 vor.

Michaela Grefen liest in der Schulausstellung im Heimathaus ein Einschulungsgedicht aus einem Buch von 1928 vor.

Foto: Kai Süselbeck

Kirchhellen.  Im Heimathaus läuft noch bis zum 13. Oktober die Ausstellung „Schule in alter Zeit“. Nächstes Jahr soll es eine weitere Schulausstellung geben.

Noch bis zum 13. Oktober läuft im Heimathaus die Ausstellung „Schule in alter Zeit“ mit den Exponaten, die die Essener Grundschullehrerin Michaela Grefen über viele Jahre gesammelt hat. Derweil bereitet der Heimatverein die nächste Schulausstellung vor: 2020 läuft die Hauptschule aus, und die Gregorschule wird 70 Jahre alt. 1950 wurde mit dem Neubau begonnen, im April 1952 wurde die Schule eingeweiht und nach dem Franziskanerpater Gregor Janknecht benannt.

Michaela Grefen hat sich gefreut über das Angebot des Heimatvereins, im Heimathaus im Hof Jünger auszustellen. Für ihre Sammlung hat sie selbst nämlich keinen festen Platz. Gesammelt hat sie die Schätzchen aus dem Schulalltag, weil „alte Schulsachen das Leben zeigen, das darin steckte“. Besuchern erzählt sie gerne von ihrer Sammlung, liest aber auch gern vor, etwa aus einer Gedichtsammlung aus dem Jahr 1928. Darin geht es zum Beispiel um die Rettungsversuche für den Zuckertütenbaum von Knecht Ruprecht und dem Osterhasen. Was der Osterhase mit Schultüten zu tun hat? „Dazu muss man wissen, dass die Einschulungen bis 1964 zu Ostern stattgefunden haben“, sagt sie.

Lehrplan von 1782

Was lernten Kirchhellener Kinder in der Volksschule? Das hat lange Zeit die Schulordnung des Kölner Erzbischofs Maximilian Friedrich von 1782 festgelegt: Lesen, Schreiben „in teutsch- und lateinischen Buchstaben“. Dazu natürlich den katholischen Katechismus und Rechnen: Plus, Minus, Malnehmen, Teilen und den Dreisatz.

„Über Schule kann jeder mitreden“, sagt Michaela Grefen, das mache den Reiz des Themas aus. Im Heimathaus hat der Verein mit den Sammelstücken der Lehrerin einen Klassenraum nachgebaut. Auf dem Lehrerpult liegt eine Glocke griffbereit, auf den Schultischen liegen Schiefertafeln und Wischlappen. Beim ersten Blick in die Ausstellung fällt das Auge auf das Straßenschild „Schulstraße“. „Ob eine Stadt noch eine Kirch- und eine Schulstraße hat, sagt etwas aus über die Wertschätzung der jeweiligen Einrichtung“, findet die Pädagogin.

Erste Dorfschule stand am alten Kirchplatz

Im Dorf gibt es beide Namen noch. An der Schulstraße findet sich, wie sich das gehört, das Schulzentrum. Die erste Dorfschule lag aber am alten Kirchplatz neben der 1917 abgebrannten Kirche, sagt Peter Pawliczek, Vorsitzender des Vereins für Orts- und Heimatkunde. Der langjährige Leiter der Gregorschule trägt bereits Material zusammen für die Schulausstellung 2020. Grundlage der Ausstellung wird der Doppelband „Die Schulen Kirchhellens“ aus der Schriftenreihe des Heimatvereins sein. Hans Büning und Johannes Rottmann haben darin die Geschichte jedes Schulgebäudes in Kirchhellen festgehalten. In Eke gab es zum Beispiel mal eine, im Tönsholt und an der Brentanostraße.

Im Dorfkern wurde nach dem Lepper-Haus ab 1821 in einem Schulgebäude an der Oberhofstraße unterrichtet. 1903 kam die Dorfschule an ihren heutigen Standort Auf der Bredde. Damals hieß sie übrigens Johannesschule. Wie daraus die heutige Grundschule an der Gartenstraße wurde, ist eine der Geschichten, die Pawliczek nächstes Jahr erzählen möchte.

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