Umwelt

Schüler benoten den Forellenteich an der Grafenmühle

 Biolehrerin Henriette Rohn (Mitte) beobachtet Monika (links) und Michelle bei der Probenentnahme aus dem Forellenteich an der Grafenmühle.

Biolehrerin Henriette Rohn (Mitte) beobachtet Monika (links) und Michelle bei der Probenentnahme aus dem Forellenteich an der Grafenmühle.

Foto: Heinrich Jung / FUNKE Foto Services

Kirchhellen.  Untersuchung ergab: „Qualität zwischen Alpensee und Entenweiher. Krebse, Spinnen und Würmer fanden die Schüler im Wasser und am Ufer.

Trotz des trüben Novemberwetters herrschte geschäftiges Treiben am Forellenteich an der Grafenmühle. Bekleidet mit Gummistiefeln und Anglerjacken untersuchten 16 junge Menschen das Gewässer und entnahmen Proben. Der Leistungskurs Biologie der 12.Jahrgangsstufe des Berufskollegs nutzte den außerschulischen Lernort um praktische Erfahrungen zu sammeln und umzusetzen.

Die Aufgabe bestand darin, das Stillgewässer anhand von ökologischen Aspekten zu bewerten und einzuordnen, erklärte Lehrerin Henriette Rohn. Unterstützt wurden die Schüler und Schülerinnen vom Umweltbus Lumbricus der der Natur-und Umweltschutz-Akademie NRW(NUA).

Analyse in Gruppen

Nach einer Einführung in die Einstufung durch den Experten Ottmar Hartwig teilten sich die Schüler in Gruppen, ausgestattet mit Klemmbrettern mit Arbeitsblättern zur praktischen Arbeit auf. Das Wasser wird untersucht, die Lebewesen bestimmt, der See kartiert, der Boden untersucht, Lichttiefe, Farbe oder Geruch bestimmt.

Monika, Michelle und Hannah setzen unter

Anleitung des Experten vom Umweltbus Messsonden ein, um das Wasser zu untersuchen. Dabei kann die Leitfähigkeit des Wasser über den Salzgehalt und der PH-Wert ermittelt werden. Mit Hilfe einer kleinen Unterwasserkamera und eines Messgeräts untersuchen Luca und Jenna die Lichtbrechung und Trübung in verschiedenen Tiefen. Lena`s Gruppe entdeckte einen Ziegelstein mit Löchern, in dem sich Minifische und Minikrebse verborgen hielten. Größere Krebse und Regenwürmer waren weitere ufernahe Fangergebnisse.

Auswertung im rollenden Klassenzimmer

Der Aufbau des Sees und seine Ausmaße gehörten zu Jan und Merlins Aufgaben, ebenso wir Prüfungen des Seebodens auf Geruch, Farbe und Formbarkeit. Den Geruch beschreiben die beiden mit „muffig-moderig“, der schwarz-graue Boden war nach der „Fingerprüfung“ formbar.

Es war zwar kein entspannter Klassenausflug, aber den Vormittag beschrieben die Schüler übereinstimmend als abwechslungsreich, interessant und „mal was anderes“. Monika fand die Aufgaben cool und besonders, weil sie später selbst einmal Biologie studieren will.

Nach den Untersuchungen mussten die Ergebnisse im rollenden Klassenzimmer ausgewertet werden. Dazu ist das Fahrzeug mit moderner Technik ausgerüstet,es stehen leistungsstarke Mikroskope zur Verfügung, die auch auf einen Monitor übertragen werden können und Fotos ermöglichen. Michelle, Monika und Hannah untersuchen ihre Wasserproben mit anderen analytischen Methoden auf Nitrat- und Phosphatgehalt.

„Wer hat den Strudelwurm?“

Dazu kommen Wasser und Pulver in ein Glas und werden geschüttelt. Die Verfärbung wird mit Hilfe von Farbtafeln eingeordnet. Auch an den Mikroskopen wird eifrig gearbeitet. Die Frage schallt durch den Raum: „Wer hat den Strudelwurm?“ Das winzige Lebewesen wurde erfolgreich entdeckt. Auch zwei Flusskrebse, die sich beim Begattungsakt nicht stören ließen, erregten gespannte Aufmerksamkeit.

Nach der Präsentation der Gruppenarbeiten fließen alle Ergebnisse auf einem gemeinsamen Bewertungsbogen zusammen und ermöglichen die Einordnung des Sees, den Hartwig vorab im mittleren Bereich vermutet, zwischen Alpensee und Entenweiher. Die Schüler lernen dabei, dass die ökologische Analyse aus der Gesamtschau der verschiedenen Kriterien besteht, erläuterte Hartwig: „Die selbst gewonnenen Einsichten hinterlassen eine tieferen Eindruck als jedes theoretische Lehrbuchwissen.“

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