Sekundarschule

Schüler erschaffen Spiele und Programme im Medienlabor

Chantal, Leo, Phillipp Duberka und Conor haben einen Film gedreht. Jetzt wird er am Notebook geschnitten.

Chantal, Leo, Phillipp Duberka und Conor haben einen Film gedreht. Jetzt wird er am Notebook geschnitten.

Foto: Jörg Schimmel / FUNKE Foto Services

Kirchhellen.  Das Medienprojekt „Gecheckt“ macht Station in der Sekundarschule Kirchhellen. In den Herbstferien werden Schüler im Medienlabor kreativ.

Was ist ein „Let’s Play?“ Was passiert bei dem Spiel „Minecraft?“ Und wie dreht man eigentlich einen eigenen Kurzfilm? Um all diese Fragen drehte sich diese Woche das Medienprojekt „Gecheckt!“ im gläsernen „Medialab“ der Sekundarschule.

Eine Woche lang hatten Teilnehmer ab zwölf Jahren die Möglichkeit, ihr eigenes Medienprojekt zu verwirklichen und vorzustellen. In verschiedenen Kleingruppen haben sich insgesamt 16 Jugendliche zusammengetan.

Ziel: Nicht fangen lassen

In einer dieser Gruppen wurde ein Computerspiel programmiert. Bei dem Spiel ging es darum, dass ein Ufo möglichst schnell einen Parcours durchläuft, ohne die Wände zu berühren und vor allem ohne von dem Verfolger gefangen zu werden. „Wenn man gegen den Computer spielt und gefangen wird, muss man wieder von vorne anfangen“, erklärt der zehnjährige Ismael, während er den Code noch ein Mal kontrolliert. Denn wenn die Figur dann wieder am Anfang steht, soll sich das lachende Gesicht für genau eine Sekunde zu einem traurigen Gesicht verändern.

Zu Beginn des Projektes haben sich die Jugendlichen überlegt, worum es bei ihrem Spiel gehen soll und wie es am Ende aussehen soll. Und dann konnten sie nach einer kurzen Einweisung der Betreuer in das Programm, anfangen ihr eigenes Spiel zu entwickeln. „Die Programme, die wir bei diesem Projekt verwenden. sind alle kostenlos“, erklärt Markus Sindermann, Vorsitzender der Fachstelle für Jugendmedienkultur in NRW. „Dadurch können die Kinder das, was sie hier gelernt haben, auch zuhause weiter machen, und haben die Möglichkeit,, weiter zu arbeiten oder ein neues Projekt zu starten.“

Filmischer Kommentar zum Spiel

Das hat auch funktioniert, wie Bernd Schenke erzählt. Er erstellt zusammen mit drei Freunden ein eigenes Minecraft Let’s Play Video. „Wir haben, als wir zuhause waren, teilweise noch ein paar Runden gespielt und dann die Videos bearbeitet, damit wir sie heute in das Video schneiden können“, erzählt Bernd. Bei einem „Let’s Play“-Video spielen die Spieler ein Spiel und erklären und kommentieren währenddessen was sie tun. „Wir vier haben alle verschiedene Spielmodi gespielt und das Ganze aufgenommen. Diese Videosequenzen haben wir dann zusammen geschnitten“, erklärt Bernd.

Die Jungen haben von mehr als 40 Spielaufzeichnungen jeweils zwei bis drei Videos ausgesucht und diese in eine Handlung eingebaut und zusammen geschnitten. Dann haben sie Übergänge bearbeitet, mehrere Filmspuren übereinander gelegt und vier verschiedene Tonspuren zusammengeschnitten. Es geht bei dem Medienprojekt also nicht nur um das spielen der Spiele, sondern auch um die Auseinandersetzung mit der Technik, welche hinter den Medien steckt.

„Filmemachen ist viel Arbeit“

Das erklärt auch Franz Dubberke. Er betreut die Jugendlichen bei diesem Projekt und hilft unter andrem bei dem Schneiden eines Kurzfilmes. „Einen Film zu machen ist viel Arbeit und das Schneiden gehört dazu. So sehen die Jugendlichen welche Arbeit dahinter steckt, alleine einen kurzen Trailer zu schneiden.“ Das Projekt „Gecheckt!“ gibt es bereits seit 2014 und behandelt den Umgang mit Medien. „Bei uns sollen Kinder nicht nur Medien konsumieren, sondern selbst kreativ werden und eigene Ideen verwirklichen,“ erklärt Markus Sindermann. „In Teamarbeit werden dann eigene Medienprodukte erstellt. Dabei geht es um die Themen : Was sind Medien eigentlich und wie kann ich meine eigenen Ideen umsetzen?“ Im Anschluss des viertägigen Projektes stellen alle Kinder ihre Werke auf einer Bühne vor. „Das soll die Eltern sensibilisieren und ihnen Zeigen, dass Medien nicht nur schlecht sein können“, so Sindermann.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben