Schwarze Heide

Zum runden Geburtstag steht ein Flieger im Festsaal

Das Geburtstagsgeschenk gab es schon Ende April: Die Mitglieder der Gemeinschaft für Luftsport freuen sich über den neuen Motorsegler am Flugplatz Schwarze Heide.

Das Geburtstagsgeschenk gab es schon Ende April: Die Mitglieder der Gemeinschaft für Luftsport freuen sich über den neuen Motorsegler am Flugplatz Schwarze Heide.

Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Kirchhellen/Hünxe.  Die Gemeinschaft für Luftsport wird 50 Jahre alt. Ihr Motto war von Anfang an: Fliegerei ohne Vereinsmeierei. Dafür stehen vier Flieger parat.

Die Gemeinschaft für Luftsport Schwarze Heide (GfL) begeht am 28. September ihr 50-jähriges Bestehen. Standesgemäß wird im Festsaal ein Flugzeug stehen. Seit ihrer Gründung ist sie am Flugplatz Schwarze Heide daheim. Zeil des Vereins: einen Mitgliedern preisgünstig das Fliegen mit Motorseglern zu ermöglichen, ohne sie intensiv in die Vereinsarbeit einzubinden. Das ist ihm bis heute gelungen, sagt ihr Vorsitzender Horst Schmitter im Rückblick.

„Fliegen ist zwar kein Massensport, es kann aber ein begeisterndes Hobby für Normalverdiener sein“, sagt der Vorsitzende. Für seine Mitglieder hat der Verein derzeit vier Flieger im Angebot: Im Jahr des runden Geburtstags hat sich die GfL einen neuen Motorsegler gekauft, der die Flotte des Vereins komplettiert. Ende April wurde er vorgestellt.

Motorsegler mit 100 PS

„Heubacher Falke“ steht vorne am Flugzeug. Es handelt sich um einen zweisitzigen, einmotorigen Motorsegler, der in Heubach von der Firma Scheibe Aircraft gefertigt wurde. 15,30 Meter Spannweite hat das Flugzeug, das von einem 100 PS starken Motor angetrieben wird. „Man kann die Maschine auch mit Superbenzin betanken. Normalerweise braucht man speziellen Flugzeugtreibstoff“, erklärt Uwe Breuker, der Geschäftsführer des Vereins.

Mit einer Spitzengeschwindigkeit von 150 Stundenkilometern kann das Flugzeug in der Luft unterwegs sein. „Das klingt nicht schnell. Aber man fliegt ja Luftlinie und da kommt man schon sehr weit“, sagt Horst Schmitter. In etwa zwei Stunden schafft man es in dieser Geschwindigkeit vom Flugplatz Schwarze Heide aus zur Nordseeinsel Norderney. „Allerdings bleibt der Motorsegler auch noch bei 50 Stundenkilometern in der Luft. Man kann damit also auch am Himmel wandern“, sagt Horst Schmitter.

Motorflugzeug, wenn’s schneller gehen soll

Dabei ist das Flugzeug relativ leicht. „Man achtet bei Flugzeugen ja immer auf das Gewicht“, sagt Horst Schmitter. Der Rumpf ist eine mit Spannmaterial überzogene Konstruktion aus Stahl. Die Flügel sind ebenso mit Spannmaterial bezogen und bestehen aus Holz. „Flugzeuge in dieser Art werden schon seit etwa 50 Jahren gebaut. Daher gibt es bei dieser Konstruktionsweise keine Kinderkrankheiten mehr“, fügt Horst Schmitter hinzu. Bei der Gemeinschaft für Luftsport ergänzt die neue Maschine die Flugzeugflotte des Vereins. „Das ist ein ideales Schulungsflugzeug“, erklärt der Vereinsvorsitzende. Denn bei der Gemeinschaft für Luftsport kann man auch Fliegen lernen. „Wir bilden hier vom Fußgänger zum Piloten aus“, sagt Horst Schmitter. Für die Vereinsmitglieder, die lieber schneller in der Luft unterwegs sind, stehen neben einem weiteren Motorsegler auch zwei Motorflugzeuge zur Nutzung zur Verfügung. „Damit kann man dann noch etwas schneller fliegen als mit dem Motorsegler.“

Ziel: Flotte modern halten

Die GfL ist stolz darauf, „den allergrößten Teil unserer Piloten selbst mit Hilfe vereinseigener Fluglehrer ausgebildet“ zu haben, sagt Schmitter. Sowohl mit den Motorseglern als auch mit den Motorflugzeugen unternehmen die Mitglieder Touren durch das europäische Ausland, von Riga bis Portugal. Auch England haben die GfL-Flugzeuge schon gesehen. Im Gegensatz zu Autos werden Flugzeuge in der Regel sehr alt und dies nicht zuletzt wegen der strengen Wartungsvorschriften. Die GfL war aber immer darauf bedacht, ihre Flotte modern zu halten. Der „Heubacher Falke“ war Flugzeug Nr. 23, den der Verein in Betrieb genommen hat. Schmitter: „So ist die GfL gut gerüstet, auch in den nächsten Jahren ihren Mitgliedern problemfreies Fliegen zu ermöglichen.“

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