Lutz Görner

Klavierabend: So haben Sie Brahms vielleicht noch nie gehört

  Lutz Görner erzählt über Johannes Brahms und Nadia Singer spielt am Flügel die Musik des Komponisten.

  Lutz Görner erzählt über Johannes Brahms und Nadia Singer spielt am Flügel die Musik des Komponisten.

Foto: Felix Hüsch-Waligura

Bottrop.  Lutz Görner und Nadia Singer sind im November im Bottroper Kammermusiksaal zu Gast. Diesmal präsentieren sie Leben und Musik von Johannes Brahms.

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Lutz Görner und Nadia Singer sind wieder in Bottrop zu Gast. Der Ex-Rezitator erzählt bei seinem Auftritt im Duett mit der Pianistin am Donnerstag, 14. November, ab 19.30 Uhr über das Leben von Johannes Brahms. Nadia Singer spielt die Musik des Komponisten.

Das Brahms-Programm, das beide im Kammermusiksaal an der Blumenstraße präsentieren, ist mittlerweile das elfte Programm, das Lutz Görner und Nadia Singer gemeinsam in den letzten sechs Jahren erarbeitet haben. Görner sucht und findet in ausdauernd feinsinniger Recherche, das Menschliche, Hintergründige, ja auch das verletzbar Liebenswerte der jeweiligen Protagonisten und so entstand eine neue Form des Klavierabends. Unterhaltsame Klavierabende, bei denen Leben und Musik eines einzigen Komponisten im Mittelpunkt stehen, einfühlsam, intelligent und humorvoll.

Viel Freiraum für Interpretation und Hingabe

Hier gibt es mehr Artikel, Bilder und Videos aus Bottrop An seiner Seite spielt Nadia Singer virtuos am Flügel. Sie ist eine brillante, junge Pianistin, die auf einen großen Teil des üblichen Wettbewerbspiels verzichtet, um sich Saison für Saison das Klavierwerk eines weiteren Komponisten zu eigen zu machen - nicht nötig zu erwähnen, dass sie das gesamte Repertoire auswendig beherrscht. Das gibt ihr viel Freiraum für Interpretation und Hingabe.

Das Publikum ist geradezu verzückt, wenn Singer auf Stichworte von Görners Erzählstrang mit Leichtigkeit das passende Stück aus den Fingern zaubert. Singer stammt aus Rostow am Don, wo sie ihr Konzertexamen abgelegt hat. Mit drei begann sie Klavier zu spielen, sang als Teenager Jazz-Standards in den Clubs der Millionenstadt und lernte schließlich ihren Mentor Grigory Gruzman, Professor an der Franz Liszt Hochschule für Musik in Weimar, kennen, der sie binnen eines Jahres zum ersten Preis beim Internationalen Rachmaninow- Wettbewerb in Frankfurt/M. führte.

Eine Mischung aus Literatur und Musik

Seit Jahren inszeniert Lutz Görner Klavierabende, die eine Mischung aus Literatur und Musik von Komponisten zumeist des 19. Jahrhunderts präsentieren. Franz Liszt etwa hat sich der Rezitator als Zentralgestirn erwählt, denn um ihn kreise ein ganzer Kosmos. Außer über Liszt hat Görner aber auch schon Programme über Frédéric Chopin, Richard Wagner, Ludwig van Beethoven, Franz Schubert, Giacomo Meyerbeer, und Robert Schumann erarbeitet. Unter dem Titel „Eine italienische Nacht“ widmete er sich auch der Musik von Rossini, Donizetti, oder Bellini.

Nun sind Lutz Görner und Nadia Singer mit einem Brahms-Programm auf Tournee. Brahms war im sogenannten Musikstreit übrigens ein Gegner der Neudeutschen Schule, die die Programmmusik von Franz Liszt und Richard Wagner als musikalischen Fortschritt propagierte. Brahms dagegen war Traditionalist. Es ist ein wahres Erlebnis, zu hören und zu sehen, wie die Görner und Singer diesen Planeten Johannes Brahms, den Hamburger, der schließlich zum Wiener wurde, in die Umlaufbahn schicken. Wort und Musik verschmelzen in diesem neuen Programm wie immer bei Görner/Singer und garantieren einen unterhaltsamen Abend voll neuer Einblicke in das Leben und Schaffen eines Genies.

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