Nachtfrequenz

Nachtfrequenz ist die Extraschicht für die Jugend

Die Nacht der Jugendkultur „Nachtfrequenz“ hat viele Väter und Mütter. Die Anfänge reichen zurück ins Kulturhauptstadtjahr 2010. Im Bild die Bottroper Akteure von 2019.

Die Nacht der Jugendkultur „Nachtfrequenz“ hat viele Väter und Mütter. Die Anfänge reichen zurück ins Kulturhauptstadtjahr 2010. Im Bild die Bottroper Akteure von 2019.

Foto: Joachim Kleine-Büning / FUNKE Foto Services

Bottrop.  Für die Nacht der Jugendkultur haben viele Akteure ein umfangreiches Programm zusammengestellt. Los geht es am 28. September im Kulturzentrum.

Die Nachtfrequenz hat sich in den letzten Jahren zu einer Konstante der Bottroper Jugendkultur entwickelt. Wieder, muss man sagen. Denn nach der Premiere im Kulturhauptstadtjahr 2010 hatte sich das NRW weite Format kurzzeitig aus der Stadt verabschiedet - um seit ein paar Jahren umso stärker Furore zu machen.

Auch für die nächste Woche haben sich viele lokale Akteure zusammengetan und nun ein umfangreiches Programm vorgestellt, das am 28. September möglichst viele Interessierte ins Kulturzentrum locken soll. Das ist die Hochschule Ruhr West, die nicht nur 3D-Zeichnen sondern auch mit Calliope einen Crash-Kurs in Sachen Programmieren anbietet. Die Lebendige Bibliothek hat sogar mit „Kuti“ eine Spielkonsole an Bord geholt, eine Playstation die aussieht wie eine Mischung aus Hocker und altmodischem Fernseher. Aber im „Spiele-Casino“ können durchaus auch Fans analoger Spiele Neues kennenlernen und ausprobieren.

Die Nachtfrequenz gibt es in etwa 70 Städten in NRW

Kirche, das Netzwerk offene Jugendarbeit (mit kulinarischem Schwerpunkt) und natürlich die Kulturwerkstatt mit Tanz, Theater und anderen Kreativprogrammen stemmen den langen Abend gemeinsam, während Schülerinnen, Schüler und Lehrer der Musikschule von 18 bis 22 Uhr auf der Bühne im Eingangsbereich für Live-Musik sorgen.

Für Andreas Kind ist die Nachtfrequenz so etwas wie die Extraschicht für Jugendliche. Und offenbar kommt das Bottroper Programm auch im Familienministerium gut an. „Denn wir haben wieder ein dickes Lob aus Düsseldorf bekommen“, freut sich der Kulturamtsleiter. Gut so, denn vor dort kommen auch die Mittel, ohne die auch die hiesige Nachtfrequenz nicht gestemmt werden könnte. Das ist aber bei den übrigen rund 70 NRW-Kommunen nicht anders, die an dem Samstag ebenfalls auf Nachtfrequenz gehen.

Eltern können im Kino „abgegeben“ werden

Das Beste ist: Alle Angebote sind für die Teilnehmer kostenfrei. Das gilt nicht nicht nur für den Schauspiel-Crashkurs mit Profi Mathias Spahn, der selbst einst aus der Kulturwerkstatt hervorging, oder das Schnupper-Töpfern in der Keramikwerkstatt und die Film- und Fotoaktionen.

Erstmals gibt es ein Programm für Erwachsenen im Filmforum. Also: Wer in Ruhe die Nachtfrequenz genießen möchte, kann dort seine Eltern abgeben - kostenlos. Natürlich stammt der Film - eine klassische Screwball-Komödie, aber schon in Farbe, soviel sei verraten - aus einer Zeit, als die Nachtfrequenz-Besucher noch nicht geboren waren. Für Eltern eben.

Figurentheater bei der Nacht der Jugendkultur

Einem ganz aktuellen Thema widmet sich die niederländisch-belgische Koproduktion „Human Phantoms“ in der ersten Kooperation der Figurentheatertage mit der Nachtfrequenz. In dem Stück des Figurentheaters Fithe (Belgien) und der Duda Paiva Company (Niederlande) geht es um Experimente mit Androiden und deren Reaktion auf eine Puppe. Und natürlich zieht auch dabei wieder ein Mensch die (gefährlichen) Strippen.

Damit steht zum Abschluss der Figurentheatertage am 28. September um 19 und 21 Uhr nicht nur ein Stück für Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen auf dem Programm im Kammerkonzertsaal. Auch das Thema um Möglichkeiten und Grenzen der so genannten künstlichen Intelligenz ist aktueller denn je. Künstlerisch experimentell ist dazu das Zusammenspiel von Puppenspiel und Tanz, das es in dieser Form auf dem Bottroper Festival noch nicht gab.

Dazu ist das Gastspiel ein durch und durch europäisches Projekt. Es wird als Projekt der Grenzregion unterstützt vom Ministerium der deutschsprachigen Gemeinschaft in Belgien, der Fédération Wallonie - Bruxelles und der Provinz Lüttich. Als deutschsprachige Inszenierung aus den beiden Nachbarländern stellt sich also auch bei der Nachtfrequenz nicht die Frage nach der Übersetzung.

Am 28. September wird die Hälfte der kostenlosen Karten im Kammerkonzertsaal für Teilnehmer der Nachtfrequenz reserviert. Für die übrigen Plätze gibt es Zählkarten im Büro der Kulturwerkstatt oder direkt vor den Aufführungen.

Die Nachtfrequenz findet am Samstag, 28. September, von 18 bis 24 Uhr auf allen Ebenen des Kulturzentrums, Blumenstraße 12-14, statt.

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