Kultur

Theatergruppe Spätblüte probt an Stück zur Stadtgeschichte

Die Schauspielerinnen des Bottroper Theaters Spätblüte proben engagiert für das Stück „Donnerberg und Gloria“. Es soll im Februar Premiere haben.

Die Schauspielerinnen des Bottroper Theaters Spätblüte proben engagiert für das Stück „Donnerberg und Gloria“. Es soll im Februar Premiere haben.

Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Bottrop.  „Donnerberg und Gloria“ heißt die Produktion zum Bottroper Stadtjubiläum, die auf wahren Geschichten beruht. Die Premiere findet im Februar statt

„Donnerberg und Gloria“ heißt der vielversprechende Titel des neuen Stücks, an dem die Theatergruppe Spätblüte unter der Leitung von Kulturamtsleiter Andreas Kind und Delia Luscher (Leiterin Kulturwerkstatt) aktuell arbeitet. Ein Stück, das auf wahren Geschichten basiert.

Truppe aus zwölf erfahrenen Damen

Die Spätblüten sind eine Theatergruppe aus zwölf erfahrenen Damen, die seit 1990 eigene Theaterstücke schreiben und inszenieren. Viele der Frauen sind schon lange dabei, aber es gibt auch einige, für die das neue Theaterstück eine Premiere darstellt. Anlässlich des Jubiläums „100 Jahre Stadt Bottrop“ in diesem Jahr und mit Blick auf das eigene 30-jährige Bestehen hat die Gruppe sich für ihre neue Produktion dem Thema Bottroper Geschichte gewidmet.

Die ersten Ideen und Geschichten wurden schon 2016 gesammelt: Sowohl von Andreas Kind und Delia Luscher, die sich durch tausende von historischen Zeitungsartikeln und anderen zeitgenössischen Schriften im Stadtarchiv gelesen haben, als auch von den Spätblüten selbst, die sich in ihrer Freizeit über verschiedenste historische Ereignisse der Stadt informiert und davon inspiriert haben lassen. Auch Lokalhistoriker Josef Bucksteeg hat mit seinen Geschichten auf den Entstehungsprozess eingewirkt.

Diese Geschichten wurden gesammelt und dann gemeinschaftlich aus einer spielerischen Improvisation der Gruppe zu einem szenischem Theaterstück zusammengebracht, das die Geschichte Bottrops vom Urknall bis in die Zukunft episodisch darstellt. Dabei ist von selbst geschriebenen Liedern bis hin zu Originaltexten alles zu finden. Den zentralen Handlungspunkt stellt dabei die Odyssee um das Erlangen des Stadtrechts von 1904 bis 1919 und der damit einhergehende Konflikt und Zweikampf mit Gladbeck dar, eine Geschichte mit Intrigen und dramatischen Wendungen.

Der Räuberhauptmann Stratmann spielt eine Rolle

Aber auch andere Ereignisse sowie der Räuberhauptmann Stratmann, Meisterdieb und Ausbrecherkönig, der sein tragisches Ende im KZ-Steinbruch fand, die Bedeutung hinter den Wolfsangeln auf Bottrops Stadtwappen oder das Werben und die ,,Vermählung‘‘ mit Kirchhellen sind teilweise sehr ernste Punkte, die von den Damen mit einem leichten Augenzwinkern thematisiert werden.

Begleitet werden die Spätblüten dabei von der Band Breeze, die seit ihrer Gründung 2009 zum dritten Mal bei einer solchen Aufführung mitwirkt. Thematisch passend spielen die fünf Mitglieder dabei moderne Varianten von klassischen Liedern und teilweise sogar polnische Volkslieder in Erinnerung an die große Zahl an polnischen Bergbauarbeitern, die im 20. Jahrhundert nach Bottrop gezogen sind.

Premiere ursprünglich für Oktober vorgesehen

Für die Damen und auch Andreas Kind ist es immer wieder etwas Besonderes, mit einer Live-Band aufzutreten. Und der Austausch wirkt sich positiv auf das Endprodukt aus, da auch Breeze kreativ sehr involviert ist.

Nun befindet sich das Stück in den letzten Vorbereitungen, bis es dann am Karnevalswochenende 2020 soweit ist und ,,Donnerberg und Gloria‘‘ seine Premiere feiert. Ursprünglich war die Erstaufführung für Oktober vorgesehen, wurde aber dann auf Februar verschoben.

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