Martinszug

Dinslaken: Hunderte folgten St. Martin durch die Innenstadt

Im Burgtheater traf St. Martin auf den Bettler.

Im Burgtheater traf St. Martin auf den Bettler.

Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Services

Dinslaken.  Hunderte folgten St. Martin am Samstag beim Zug durch die Dinslakener City in das Burgtheater. Nur bei einem Lied hörte man viele Stimmen.

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„Ich geh mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir...“ – nun, wenigstens bei diesem Lied hört man zahlreiche Stimmen. Wären die vielen Kapellen nicht gewesen, hätte man den Martinszug durch die Innenstadt auch für einen Schweigemarsch halten können. Der kleine Fridolin schmetterte zwar tapfer aus dem Kinderwagen heraus sein Martinslied, doch sein Stimmchen drang leider nicht so richtig durch – auch nicht, als Mama und Oma ihn unterstützen.

Viele liebevoll gestaltete Laternen

Dennoch war es wieder ein Erlebnis: Mit vielen liebevoll gestalteten Laternen, mal war es ein Einhorn, mal eine kleine Fledermaus, ein orangefarbener Kürbis, ein niedlicher Panda und ein Löwe, mal einfach bunte Lampions, die die Kinder schwangen. „... oben leuchten die Sterne und unten, da leuchten wir.“ Mehrere hundert Menschen machten sich, dem Heiligen St. Martin, der hoch zu Ross saß, folgend, auf den Weg vom Parkplatz der Sparkasse über die Bahnstraße, Neustraße und durch die Altstadt zum Burgtheater. Während die einen unterwegs Abkürzungen nahmen, reihten sich andere in den Lindwurm ein. Und wenn man auch bei all den Lichtern den natürlichen Sternenhimmel nicht wirklich erkennen konnte, die Weihnachtsbeleuchtung entschädigte dafür voll. „Wunderschön sieht die Beleuchtung aus“, ist da auch von vielen jungen Müttern zu hören. „Sie gefällt mir.“

Eine andere Dame schwärmte gegenüber ihrer Begleiterin gleich: „Du hast Dir wirklich eine wunderschöne Stadt zum Leben ausgesucht. So etwas gibt es bei uns nicht. Aber das ist wohl auch nur in einer Kleinstadt möglich.“ „Ja“, erwiderte diese. „Hier ist wirklich immer viel los und vieles wird, wie auch dieser Martinszug, von Vereinen organisiert.“ Den Heimatverein Dinslaken werden solche Aussagen freuen. Doch nicht nur dieser zeichnet sich für die Durchführung verantwortlich, wie Vorsitzender Ronny Schneider in seiner Rede am Martinsfeuer bemerkt. Er dankt dem Roten Kreuz, der Feuerwehr, der Polizei, den einzelnen Kapellen und Musikgruppen und all den anderen ehrenamtlichen Kräften, ohne die ein solcher Umzug nicht gelingen würde. Dann aber endlich – der Heilige Martin trifft auf den armen Bettler, der sicherlich wirklich bei den niedrigen Temperaturen am Samstag trotz des Feuers frierend auf dem Boden saß.

„Bitte, lieber Reitersmann, hilf mir, damit ich nicht erfrieren muss.“ Der römische Soldat weiß im ersten Moment nicht, wie er ihm helfen kann, doch dann nimmt er sein Schwert, teilt seinen roten Mantel und reicht ihn dem Bettler. So kennen wir sie alle – die Geschichte von dem römischen Soldaten, der im vierten Jahrhundert nach Christus gelebt haben soll und später der Bischof von Tours wurde. Seit jener Zeit gilt St. Martin als Schutzpatron der Armen, der Reiter und Soldaten.

Ronny Schneider und Klaus Lasse erzählten die Martinsgeschichte

Erzählt wurde die Martinsgeschichte von Ronny Schneider und Klaus Lasse. Für Letzteren ist es nach 28 Jahren das letzte Martinsfest, das er begleitet. Viele schöne Martinszüge habe er in all den Jahren erlebt und er hofft, dass noch viele für die kleinen und großen Gäste folgen werden. „Wenn Ihr, liebe Kinder, einmal groß seid, dann kommt mit Euren eigenen Kindern hierher und lauscht der Geschichte vom Soldaten, der seinen Mantel mit dem Bettler teilte.“ Denn um das Teilen und das Miteinander ginge es bei dieser Geschichte.

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