Handel

Edeka in Voerde-Spellen: Kundentaxi während des Umbaus

André Stepper (li.) und Johannes Ernsting fragten die Bürger in Spellen nach ihren Wünschen für die Zeit nach dem Umbau der Geschäfte.

André Stepper (li.) und Johannes Ernsting fragten die Bürger in Spellen nach ihren Wünschen für die Zeit nach dem Umbau der Geschäfte.

Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Voerde.  Edeka Stepper und Ernsting in Spellen bauen nach Ostern um. Sie fragten die Bürger, was sie sich wünschen - und berichteten von Plänen.

Der Edeka und der angegliederte Bäcker Ernsting in Spellen werden bald umgebaut. Die Pläne sind schon längere Zeit bekannt – André Stepper und Johannes Ernsting wollen die Geschäfte modernisieren. Nach Ostern soll es losgehen. Ideen haben sie schon – aber sie lassen die Bürger des Ortsteils, ihre Kunden, mitreden. Was wünschen sich die Spellener von ihren Geschäften, was fehlt ihnen, was gefällt ihnen, wovon könnte es mehr geben? Das fragten die beiden Geschäftsleute die Menschen auf dem Bauernmarkt.

Geschäfte bestehen seit Jahrzehnten in Spellen

Edeka und Ernsting gehören zu Spellen fast wie der Rhein. Den Edeka - ehemals Wunder – gab es schon Jahrzehnte, bevor André Stepper (er führt auch den Edeka in Friedrichsfeld) im Sommer vergangenen Jahres übernahm. Und die Ernsting-Bäckereien – mittlerweile über 30 – wurden 1954 in Spellen gegründet. „Hier war unsere Backstube, da vorne mein Elternhaus“, sagt Johannes Ernsting und weist quer über den Marktplatz. Schon aufgrund dieser langen Tradition haben beide eine ganz besondere Bindung zum Ortsteil und seinen Bürgern. Dass diese vor einem geplanten Umbau nach ihrer Meinung gefragt werden, sei da selbstverständlich.

Das wollten die Geschäftsinhaber wissen

Mit zwei riesigen Erdbeertorten in Herzform, Schoko-Herzchen und Rosen machten André Stepper und Johannes Ernsting den Besuchern des Bauernmarkts die Teilnahme an der Umfrage schmackhaft. Sollte der Edeka eher, um 7 Uhr, öffnen? Wünschen sich die Kunden einen Lieferservice? Wie schmeckt der Mittagstisch? Sollte der Café-Bereich bei Ernsting größer sein? Was fehlt im Sortiment? Diese Fragen wurden auf Umfragezetteln und persönlich gestellt. Der Zulauf war groß, die Boxen mit den Zetteln füllten sich schnell.

Das sind Anregungen aus der Bürgerschaft

Eine Damentruppe trifft sich regelmäßig beim Bäcker – und wünscht sich, bedient zu werden. Bis alle Frauen ihren Kaffee an der Theke geholt haben, dauere es zu lange und ungemütlich sei das Anstehen auch. Einen Platz für Rollatoren regte eine andere an. Und wo ist eigentlich der Mandelstuten geblieben, wollte ein Ehepaar wissen.

„Jetzt kommt mein alter Fußballtrainer“, kündigt plötzlich Johannes Stepper an – man kennt sich im Dorf. „Und der hat immer etwas zu meckern,“ fügt er noch hinzu. Volltreffer! Der Mittagstisch sei so naja, findet der Coach und dem Geschäft fehle eine Toilette. „Aber das weißt du ja schon seit Jahren“, sagt er und knufft Ernsting in die Seite.

Das ist schon jetzt geplant

Tatsächlich wollen Stepper und Ernsting ein Kunden-WC einrichten, verrät Ernsting – nur wo, das müsse noch abgestimmt werden. Im Edeka sollen zudem alle Kühltheken und die Frischetheke und die Tabakausgabe erneuert werden. Moderner und schöner soll das Geschäft werden. Die warme Luft, die die Kühlung produziert, soll künftig klimafreundlich genutzt werden und den Laden heizen. Die Kunden in Spellen, das zeigte auch die Umfrage, legen besonderen Wert auf Qualität. Darauf will Stepper eingehen - und möglicherweise einen Reifeschrank für Fleisch anschaffen. Neue Lampen gibt es – auch bei Ernsting, der zudem in eine neue Theke investieren will.

Taxidienst sichert Versorgung

Während der Bäcker die Räume auch während der Umbauphase nutzen – oder zumindest einen mobilen Wagen aufstellen kann, muss der Edeka für zweieinhalb Wochen schließen. In dieser Zeit bietet André Stepper in Kooperation mit Taxi Dickmann einen Bringservice zum Edeka Friedrichsfeld an. Zwei- bis dreimal in der Woche werden die Kunden in Spellen am Laden abgeholt und kostenlos zum Einkaufen nach Friedrichsfeld und wieder zurück gebracht, damit gerade die älteren Spellener dieser Zeit nicht von der Versorgung abgeschnitten sind. Nach so langer Zeit empfinden die Geschäftsinhaber eben eine besondere Bindung - und Verantwortung - gegenüber dem Ortsteil.

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