Drillingsgeburt

Familie Hardung aus Dinslaken hat seit Mai Drillinge zuhause

Katharina, Viktoria und Johanna sind 16 Wochen alt und haben die Anzahl der Leute bei Familie Hardung von einem auf den anderen Tag verdoppelt.

Foto: Heiko Kempken

Katharina, Viktoria und Johanna sind 16 Wochen alt und haben die Anzahl der Leute bei Familie Hardung von einem auf den anderen Tag verdoppelt. Foto: Heiko Kempken

Dinslaken.   Familie Hardung aus Dinslaken hat sich von einem auf den anderen Tag von drei auf sechs Personen verdoppelt. Ende Mai wurden Drillinge geboren.

Das „Hallo“ ist herzlich, aber ohne Händedruck. Sabrina Hardung hat alle Hände voll zu tun. Die Arme hat die 36-Jährige ebenfalls nicht frei: Darin schunkelt sie Viktoria, die noch nicht so recht Mittagsschlaf machen mag, sachte hin und her.

Ihre Schwester Johanna hat Hardung in einem Tuch eng an den eigenen Körper gebunden. „Sie braucht die Wärme einfach noch“, sagt die Mutter erklärend, „viel mehr als Katharina.“ Die liegt bereits ruhig auf dem Bauch und schläft – im XXL-Kinderbett, das im Wohnzimmer der Familie aufgebaut ist.

Neues Auto, neue Wohnung

Die Drillinge sind gestern 16 Wochen alt geworden, seit Ende Mai sind sie auf der Welt. Durch ihre Geburt hat sich Familie Hardung, die noch in einer Wohnung unweit der Emscher lebt, von einem auf den anderen Tag verdoppelt.

„Unser Sohn Konstantin hat einfach immer gesagt: Ich bekomme ganz viele Schwestern“, erinnert sich Sabrina Hardung an die Zeit vor den drei Mädchen und muss lächeln, als sie an die Reaktion des zweijährigen großen Bruders zurückdenkt.

Zweijähriger Sohn hat sich auf die Schwestern gefreut

Gefreut habe er sich auf seine Schwestern, hilft Mama Sabrina auch jetzt schon beim Beruhigen der Kleinen. „Er zieht ihnen zum Beispiel unglaublich gern ihre Mobiles auf“, erzählt Hardung während sie Viktoria über den Kopf streicht. Die kleinste der drei Schwestern hat die Augen geschlossen, ihre Fingerchen greifen schließlich nach der Hand der Mama, umschließen einen der Finger.

Auch Sabrina Hardung und ihr Mann Nicolas (36) haben sich auf den dreifachen Nachwuchs gefreut, natürlich. Anfangs aber war da der Schock: „Wir wussten erst nur von Zweien, zwei Wochen später waren es dann plötzlich drei“, erinnert sich Sabrina Hardung. „Wir brauchen ein neues größeres Auto und unsere Wohnung ist doch viel zu klein für sechs Leute: Wie sollen wir das bloß schaffen, habe ich mich erstmal gefragt.“

Mann Nicolas nahm die Nachricht entspannter auf

Ihr Mann habe die Nachricht wesentlich entspannter aufgenommen. „Und schließlich hat sich das nach und nach auch gefügt.“ Noch vor der Geburt kam der Acht-Sitzer, im November zieht die Dinslakener Familie in ihr Haus.

Schock Nummer Zwei ließ aber nicht lange auf sich warten: In der 21. Woche kam er, Sabrina Hardung erinnert sich noch genau. „Da haben die Ärzte bei einer Untersuchung im Krankenhaus festgestellt, dass die Nabelschnur bei Viktoria nicht gut durchblutet ist.“ Das Ehepaar stand vor plötzlich vor der Entscheidung, den Fötus abzustoßen oder das Schicksal entscheiden zu lassen.

„Wir lassen Mutter Natur entscheiden“

„Für mich war sofort klar: Wir lassen Mutter Natur entscheiden“, sagt Sabrina Hardung, blickt herunter zu Viktoria, die in ihrem Arm und auf ihrem Schoß liegt und mittlerweile eingeschlafen ist. Sie lächelt. „Das große Ziel war es, bis zur 24. Woche zu kommen“, sagt Sabrina Hardung. Ab dann etwa ist beim Fötus die Grenze zur Lebensfähigkeit erreicht. „Wir haben immer wieder die Daumen gedrückt und gebetet, dass alles gut wird.“

Ist es: Bis zur 31. Woche noch sind die drei in Mamas Bauch geblieben, Katharina, die Ausgeglichene, und Johanna, die Kuschelbedürftige, kamen schließlich mit je etwas mehr als 1400 Gramm zur Welt, Viktoria, die am lautesten schreit, mit knapp 900 Gramm. Auch 16 Wochen nach der Geburt ist sie noch ein ganzes Stück kleiner als ihre Schwestern und knapp ein Kilo leichter. Das wichtigste aber: Alle drei Mädchen sind gesund. „Viktoria wird sicherlich noch aufholen“, sagt Sabrina Hardung. „Sie ist doch unsere Kämpferin.“ Oder Siegerin, so sagt es ihr Name. Das Ehepaar Hardung hat ihn bewusst ausgewählt.

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