Bauern

Flammender Protest in Voerde: Bauern entzünden Mahnfeuer

Bucholtwelmer, Hünxer und Voerder Landwirte machten mit Mahnfeuer und Treckerdemo auf ihre Anliegen aufmerksam.

Bucholtwelmer, Hünxer und Voerder Landwirte machten mit Mahnfeuer und Treckerdemo auf ihre Anliegen aufmerksam.

Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Services

Voerde.  Bauern aus Voerde und Hünxe protestierten mit einem Mahnfeuer in Voerde gegen die Argarprolitik auf Bundes- und Landesebene.

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In einem Halbkreis stehen die Traktoren mit leuchtenden Scheinwerfern auf dem Acker an der Kreuzung zwischen B8 und Hammweg in Voerde. Aus der gesamten Umgebung sind Landwirte auf den Acker gekommen, um mit einem Mahnfeuer gegen die Politik auf Landes- und Bundesebene zu protestieren.

„Das große Ziele ist es, dass Politik mit den Landwirten gemacht wird und nicht ohne sie“, sagt Jörg Sprengnetter, der sich in der Initiative „Land schafft Verbindung“ engagiert, in der sich bundesweit zehntausende Landwirte zusammengeschlossen haben. Konkret geht es bei dem Mahnfeuer um ein Gesetz, dass in Baden-Württemberg verabschiedet werden soll. „Die Politik dort geht gar nicht auf die Landwirte zu“, sagt Jörg Sprengnetter. „Hier am Niederrhein klappt das zum Glück noch ganz gut“, erklärt er weiter.

Viele Vertreter aus der Politik waren vor Ort

Das zeigt auch die Tatsache, dass sich viele Vertreter aus der Kommunalpolitik in Voerde und Hünxe ebenfalls zu dem Termin eingefunden haben, um sich solidarisch zu zeigen. „Wir leben hier noch immer in einer landwirtschaftlich geprägten Region und alle Menschen sind auf die Landwirte angewiesen“, erklärt Voerdes Bürgermeister Dirk Haarmann seine Anwesenheit. Er weist darauf hin, dass man nicht nur immer auf andere schimpfen, sondern lieber miteinander ins Gespräch kommen sollte. Dafür möchte er auch gerne einen Dialog zwischen Bürgern und Landwirten in Voerde schaffen. „Es wäre wichtig, wenn die Bürger auch mal hinter die Kulissen der landwirtschaftlichen Betriebe schauen können“, sagt er. Denn viele Bürger sähen von der Arbeit der Landwirte vor allem die relativ idyllisch wirkende Arbeit auf dem Feld, aber nicht den Verwaltungsaufwand, von dem viele Betriebe betroffen sind.

„Das Fass läuft über“

Und der wird, wegen weiterer Regularien, immer größer. „Das Fass läuft über“, sagt Ernst Daubenspeck, Landwirt aus Hünxe, mit Bezug auf die Regularien, die den Landwirten das Leben nicht unbedingt einfacher machen. Er freut sich über den Zusammenhalt der Landwirte, den sie mit der Initiative „Land schafft Verbindung“ zeigen. „Hier ziehen alle an einem Strang und es gibt auch Unterstützung aus den Verbänden“, sagt er.

Auf dem Feld nahe der Bundesstraße zeigen die Landwirte dabei friedlich Präsenz, blockieren keine Straße, sondern versammeln sich nur um das Mahnfeuer, natürlich mit Protestschildern vorne an ihren Schleppern. Die Unterstützung der Politik, die sie dabei auf der regionalen Ebene oft erfahren, hätten sie nun gerne auch auf Landes- oder Bundesebene. „Man fragt sich, wer in Zukunft für die Ernährung sorgen soll, wenn immer mehr Landwirte wegen finanzieller Unsicherheit ihre Betriebe aufgeben“, sagt Michael Wefelnberg, Fraktionsvorsitzender der CDU im Hünxer Gemeinderat. Die Proteste der Landwirte werden wohl noch weitergehen.

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