Bergbau

Glück auf! Dinslakens bekanntester Knappe geht in Ruhestand

Dinslakens Bürgermeister Dr. Michael Heidinger würdigte die Verdienste von Hermann Dolar bei der Barbarafeier des Knappenvereins.

Dinslakens Bürgermeister Dr. Michael Heidinger würdigte die Verdienste von Hermann Dolar bei der Barbarafeier des Knappenvereins.

Foto: Markus Joosten / FUNKE Foto Services

Dinslaken.  Hermann Dolar gab sein Amt als Vorsitzender des Knappenvereins „Glückauf“ Lohberg nach fast 45 Jahren bei der Barbarafeier im Ledigenheim ab.

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Eine Ära geht zu Ende, das war am Samstag bei der Barbarafeier des Knappenvereins deutlich zu spüren. Obwohl eigentlich die Schutzheilige der Bergleute im Mittelpunkt stehen sollte – was sie auf der Bühne als fast lebensgroße Holzschnitzerei auch tat – war es aber eigentlich Hermann Dolar, um den es den ganzen Abend über ging.

Frank Kirschstein übernimmt den Vorsitz

„Viel Glück und viel Segen . . .“ gab der MGV Concordia dem 86-Jährigen als Ständchen mit auf den Weg, denn Hermann Dolar reicht seinen Führungsstab beim Knappenverein nach fast 45 Jahren an den jüngeren Frank Kirschstein weiter. 1975 hat Dolar den Knappenverein übernommen, hoch verschuldet sei der Verein damals gewesen und recht desolat. Dolars Glück – damals gab es noch einen funktionierenden Bergbau und der stand natürlich hinter seinen Knappen. Heute ist der Knappenverein „Glückauf“ mit seinen rund 360 Mitgliedern der größte Knappenverein in der Bundesrepublik. „Aber machen wir uns nichts vor, es wird in den kommenden Jahren auch mit unserem Verein bergab gehen, denn wir sind ja ein reiner Bergmannsverein und mit dem Aus der Kohle kommt kein Bergmann nach“, sagte er in seiner Rede im Ledigenheim.

Die Huldigungen seiner Gäste, von Bürgermeister Michael Heidinger über den IGBCE, den Kyffhäusern bis hin zu Jörg Buhren-Ortmann, noch Bergwerkschef-Chef in Ibbenbüren, sprachen für sich, wenn gleich „sie auch ein wenig übertrieben haben“, so Dolar in seiner üblichen humorvollen Art. Seine Eltern stammen aus Kroatien, Hermann Dolar hingegen ist in Deutschland aufgewachsen, ging 1948 zum Bergbau und war dort zu Anfang als Pferdejunge eingesetzt.

Dolars Frau wusste, was sie erwartet

Eines seiner Lieblingsthemen, wenn er vom Bergbau erzählt. „Nun manche haben eine Lieblingsfrau, ich habe ein Lieblingspferd“, sagte er und erntete viele Lacher, vor allem von seiner Frau Doris. „Als wir uns vor 25 Jahren kennenlernten, sagte er mir gleich, dass seine große Liebe der Knappenverein sei, ich wusste also, worauf ich mich einließ und habe es nie bereut“, erzählte sie.

1967 war es, als der erste Spielmannszug gegründet wurde. „Ich habe zwar die Flöte damals noch verkehrt herum gehalten, aber ich war dabei“, erinnerte sich Dolar. 1968 folgte dann der Jugendspielmannszug. Hermann Dolar wurde Jugendobmann, dann Schriftführer, schließlich zweiter Vorsitzender bevor er 1975 den Knappenverein übernahm.

Schlaganfall war ein Warnschuss

Sein Schlaganfall, von dem er sich gottlob komplett erholt habe, war ein Warnschuss für den unermüdlichen Ehrenamtler, der für seine Arbeit 2011 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet wurde. „Ich gebe den Vorsitz weiter, werde mich auch für die erste Zeit komplett aus dem Knappenverein zurückziehen, um Abstand zu gewinnen“, erzählte er. Man spürte, dass ihm dieser Schritt nicht leicht gefallen ist, doch er will sein Leben jetzt ruhiger angehen, mit seiner Frau im Sommer verreisen, das Leben einfach mal genießen, ohne Termindruck, ohne Arbeit. Das heißt, so ganz ohne Arbeit kommt ein Hermann Dolar nicht aus – dem Dizeum wird er weiterhin zur Seite stehen. Und natürlich gibt es von Hermann Dolar auch in den kommenden Jahren seine Geschichten über den Bergbau zu hören.

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