Theater

Jekit Dinslaken: Das Leben in die Hand nehmen

Die Kinder von der Kita Düppelpunkt kamen nach der Vorstellung mit auf die Bühne. Hinten in der Mitte freut sich Laura Götz über die gelungene Premiere. Daneben Josef Kremer (2. v. r.)  und Eyüp Yildiz (r,).

Die Kinder von der Kita Düppelpunkt kamen nach der Vorstellung mit auf die Bühne. Hinten in der Mitte freut sich Laura Götz über die gelungene Premiere. Daneben Josef Kremer (2. v. r.) und Eyüp Yildiz (r,).

Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Services

Dinslaken.  Das Projekt „Jedem Kind einen Theaterbesuch“ von Burghofbühne, Stadt und Stadtwerken Dinslaken startete mit dem „Miesepups“ in die Spielzeit.

JeKiT – Jedem Kind ein Theaterbesuch – so lautet der Titel des gemeinsamen Projekts der Stadtwerke Dinslaken mit der Burghofbühne und der Stadt Dinslaken. Bereits seit 2011 ermöglicht das Projekt Kindergartenkindern Theaterluft zu schnuppern und erste Erfahrungen mit einem Theaterbesuch zu sammeln. „Die Kinder sollen in den Genuss kommen, das Theater kennen zu lernen“, sagt Josef Kremer, Geschäftsführer der Stadtwerke Dinslaken.

Wenn die Waldfee die Wünsche nicht erfüllt

Schauspielerin Laura Götz zeigt sich als verschrobenes, sich hässlich fühlendes Waldwesen, als „Miesepups“. Am liebsten schläft das Waldwesen mit den grünen Haaren, empfindet Baumpilze als „Defikatesse“ und versucht, das Chaos in seiner Höhle zu ignorieren. Der Miesepups empfindet das Leben als anstrengend, liebt sich selbst nicht und fühlt sich gestört von drei merkwürdigen Wesen, die seine Baumhöhle als Spielplatz nutzen. Allen voran fühlt er sich gestört vom Kucks. „Du heißt Kucks? Darum kuckst du auch die ganze Zeit so“, faucht der Miesepups den ungebetenen Gast an.

Eine in seinen Träumen auftauchende Wunschfee kommt den Waldwesen sehr gelegen, um sich das Leben schöner zu wünschen. Doch die Wünsche erfüllen sich nicht wie erwartet. Zum Schluss fordert die Fee Miesepups auf, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen. „Du musst es einfach nur machen, bye bye, Bussi, Auf Nimmerwiedersehen“, brüllt sie dem Miesepups entgegen. Hilfe zur Selbsthilfe – die Kernaussage der Geschichte ist nicht nur für Kinder ein wichtiges Thema.

Laura Götz in sechs verschiedenen Rollen

Die Zielgruppe des Stücks sind Kinder, doch auch Erwachsene haben viel Freude an der Inszenierung. In dem Ein-Personen-Stück nach dem Kinderbuch von Kristin Fuchs begeistert die Schauspielerin Laura Götz in sechs verschiedenen Rollen. Als Erzählerin beginnend, wechselt sie zum Miesepups und spielt vier Handpuppen mit wechselnden Charakteren. Sie wirbelt über die Bühne, schlüpft in die verschiedenen Rollen und singt. Die jungen Zuschauer vom Kindergarten Düppelpunkt sind verzückt vom pupsenden Waldwesen, leiden mit und versuchen durch Zurufe zu helfen.

„Wir wollen die Kinder verzaubern“

Besonders ist ein im Bühnenbild integriertes bassartiges Saiteninstrument. Laura Götz begleitet sich musikalisch selbst und macht den Ton passend zu ihren Bewegungen. „Wir wollen die Kinder verzaubern und gleichzeitig zeigen, wie wir Theater machen und anregen, es selbst zu probieren“, so Jan Exner, Burghofbühne.

Das Projekt JeKiT ist bundesweit einmalig und wirkt weit über die Stadt hinaus. Die Selbstverständlichkeit von Theater sei „Ein Samen, der nicht unterschätzt werden kann“, so beschreibt Intendant Mirko Schombert die Wichtigkeit von Kunst. Kreative Ideen für das zehnjährige Jubiläum in zwei Jahren entwickelt er bereits.

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