Kabarett

Restkultur im Dachstudio: Schlimmes aus dem „Schlimmen Eck“

Wie schon in den Vorjahren, wurde das neue Programm der Gruppe „Restkultur“ im Dachstudio der Bibliothek präsentiert.

Wie schon in den Vorjahren, wurde das neue Programm der Gruppe „Restkultur“ im Dachstudio der Bibliothek präsentiert.

Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Services

Dinslaken.  Die Gruppe „Restkultur“ präsentierte ihr neues Programm „Es wird schlimm“ im Dachstudio. Zur Vorstellung am Freitag kam sogar die Feuerwehr.

Es brennt in Dinslaken. Das erlebte das Kabarettpublikum im Dachstudio Dinslaken gleich auf mehrfacher Weise. Nomen est omen möchte man da Herbert Menzel in seiner Rolle als Wirt Max Plank, dem in dessen fiktiver Altstadtkneipe „Zum schlimmen Eck“ Restkultur in ihrem neuen Programm „Es wird schlimm!“ im wahrsten Sinne des Wortes Stammtisch-Sprüche klopften.

Wird schlimm schlimmer, wenn je näher man zeitlich und räumlich dran ist? Gegen Ende der Premiere am Freitagabend unterbrach eine Ansage auf Deutsch und Englisch das Bühnenprogramm: Keine Showeinlage, sondern ein echter Feueralarm. Unten vor dem Bibliotheksgebäude brannte ein Papierkorb, der Rauch zog ins Treppenhaus hoch. Das Dachstudio wurde evakuiert, die Vorstellung konnte aber später fortgesetzt werden.

Korrekten Fluchtweg erklärt

Nicht mehr so schlimm: „Es hat sich gezeigt, dass es nicht sinnvoll ist, eine Treppe, auf der Feuerwehrleute mit Atemschutzmasken hinaufkommen, ohne solche herabsteigen zu wollen“, erklärte Gastgeberin Edith Mendel von der Stadtbibliothek zu Beginn des Kabarettabends am Samstag und erklärte den korrekten Fluchtweg. Er sei doch jetzt auch beleuchtet, nachdem eine Mitarbeiterin bei einer Brandschutzprobe dort gestürzt sei.

Die Zugabe mit dem Hammer

Die Abstufungen von „schlimm“, auf lokaler, nationaler und globaler Ebene: Sie bestimmten das gesamte Auf und Ab der neuen Sketche von Thomas und Bettina Hecker, Aurora und Herbert Menzel und Ingo Borgardts. Den Hammer überhaupt hat sich das Quintett allerdings für die Zugabe aufgespart, auch wenn dieser, als Symbol, über der Bühne hing. Manchmal braucht das politische Kabarett nicht einmal mehr Texte von Humoristen, damit dem Publikum das Lachen im Halse stecken bleibt.

Mit verteilten Rollen („einer allein von uns kann so etwas gar nicht wiederholen“) zitierte die Gruppe die abstruse Rede von Mirko Perkovic gegen Dinslaken als „sicheren Hafen“ (die NRZ berichtete). Perkovic habe damit jedes Limit überschritten, nur wenige, darunter die namentlich genannten Gerhard Greiner und NRZ-Redakteurin Anja Hasenjürgen, hätten darauf öffentlich reagiert. Restkultur hielten dem Perkovic-„Hammer“ ihr Mahnlied gegen das Wiedererstarken der Rechten, „Wacht auf“, entgegen.

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