Smartphonenutzung

So gehen Schulen in Dinslaken, Voerde, Hünxe mit Handys um

Smartphones halten weiter Einzug in den Unterricht – auch an Schulen in Dinslaken, Voerde und Hünxe.

Smartphones halten weiter Einzug in den Unterricht – auch an Schulen in Dinslaken, Voerde und Hünxe.

Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services (Symbol)

Dinslaken/Voerde/Hünxe.  Ganzheitliche Verbote gibt es längst nicht mehr, Smartphones werden auch im Unterricht genutzt. Dennoch gibt es für die Handynutzung Regeln.

Längst ist das Smartphone zu einem festen Bestandteil des Schulalltags geworden. Lehrer und Schüler nutzen die Mobilgeräte immer häufiger für Lernarbeiten und schulinterne Portale, Regelungen und Verbote sind aber trotzdem notwendig. Hiesige weiterführende Schulen sind sich einig, dass die Nutzung in Maßen erfolgen muss – und haben unterschiedliche Konzepte entwickelt.

An der Ernst-Barlach-Gesamtschule (EBGS) richten sich Lehrer, Eltern und Schüler nach einem gemeinsam entworfenen Vorschriftenkatalog, der regelmäßig angepasst wird. Diesem Katalog entsprungen sind rote und grüne Aufkleber, die sowohl im Gebäude als auch auf dem Schulhof zu finden sind und Auskunft darüber geben, ob ein Smartphone genutzt werden darf oder nicht. Für die Oberstufe gelten dabei Sonderregelungen, die den häufigeren Gebrauch von Handys, beispielsweise zu Lernzwecken, rechtfertigen.

Wer sich nicht an die Vorschriften hält, dessen Gerät wird eingesammelt und kann am Ende des Tages von den Eltern abgeholt werden. EBGS-Schulleiter Hans-Ulrich Wangerin betont: „Wir wollen kein komplettes Handy-Verbot etablieren, das ist in Zeiten der Digitalisierung gar nicht möglich. Klare Richtlinien für die Schüler sind aber wichtig, immerhin müssen wir unserem erzieherischen Auftrag nachkommen.“

Am Theodor-Heuss-Gymnasium (THG) galt bis vor einigen Jahren noch ein einheitliches Verbot für Smartphones. Da dies bei Eltern und Schülern immer wieder auf Unverständnis stieß und das digitale Zeitalter nicht Halt machte, wurde die Regelung mittlerweile gelockert.

Die Schüler dürfen das Handy während der Pausen nutzen, auch setzen Lehrer es gezielt ein, um während des Unterrichts eine mobile Onlineumfrage in der Klasse zu schalten oder schnelle Recherche zu ermöglichen. Alles fällt dabei unter das pädagogische Konzept der Handyerziehung.

Dass in den Pausen alle Schüler bloß stumm auf das Handy gucken, das wollen alle Schulen vermeiden. So auch das Otto-Hahn-Gymnasium (OHG). Hier ist der Gebrauch von Smartphones nur Schülern der zweiten Sekundarstufe erlaubt – auf ihrem separaten Schulhof und im Aufenthaltsraum. Die Entscheidung fällte der Arbeitskreis Mediennutzung, der aus Lehrern, Eltern und Schülern der Mittel- und Oberstufe besteht und im vergangenen Schuljahr aus der „Planungsgruppe Schulentwicklung“ resultierte.

Der Arbeitskreis befasst sich gezielt mit Aktualisierungen bezüglich der Regelungen zur Handynutzung und wurde gegründet, da Schüler und Eltern immer häufiger auf die Notwendigkeit des Smartphones in der Schule bestanden. „Besonders die Schüler der Oberstufe forderten eine Lockerung unserer Vorschriften, allein um zwischendurch mal kurz auf die Onlineversionen der Stunden- und Vertretungspläne zugreifen zu können“, erklärt OHG-Leiterin Astrid Weidler. „Der Arbeitskreis gibt ihnen eine Stimme, mit der sie Wünsche und Beschwerden äußern können.“

An der Gesamtschule Hünxe ist es der Unterstufe nicht erlaubt, während der Schulzeit ein Handy zu benutzen. Bei Notfällen, in denen beispielsweise die Eltern kontaktiert werden müssen, gelten Ausnahmen. Schüler der neunten und zehnten Klasse dürfen das Handy hingegen beschränkt nutzen. Dafür ist die tägliche einstündige Mittagspause vorgesehen.

Oberstufenschüler genießen wieder gesonderte Regeln, da in ihren Stundenplänen freie Unterrichtsstunden vorkommen. In dieser Zeit dürfen sie das Smartphone im Aufenthaltsraum verwenden. Die Regeln wurden innerhalb des „Arbeitskreises Schulprogramm“ zusammen von Schülern, Lehrern und Eltern erarbeitet.

Und auch das Gymnasium Voerde (GV) sowie die Comenius-Gesamtschule in Voerde halten an strikten Regeln in Bezug auf die Handynutzung fest. Am GV wird das Handy immer häufiger in den Unterricht mit eingebunden, beispielsweise um Lehrfilme zu drehen. Diese werden dann auf einer schulinternen Plattform hochgeladen und sind für alle Schüler und Lehrer frei zugänglich. „Das Konzept kommt super bei unseren Schülern und auch den Eltern an“, berichtet Schulleiter Gerd Kube. „Manchmal sind wir selbst erstaunt, wie gut.“ Die private Nutzung des Smartphones ist ausschließlich den Oberstufenschülern gestattet. Dies aber auch nur in der dafür vorgesehenen Zone am Schülercafe auf dem Pausenhof.

An der Comenius-Gesamtschule wird das Handy auch stark in den Unterricht eingebunden. Die Schule setzt auf digitalen Ausbau und sieht das Smartphone, wie auch andere Schulen, als Recherchemittel an. Welche digitalen Fortschritte wann vorgenommen werden, wird regelmäßig mit Schülern und Eltern abgesprochen – unter anderem bei Elternabenden

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