Corona-Pandemie

Stadt Voerde setzt in den Schulen keine Luftreiniger ein

Luftreinigungsgeräte kommen an den Voerder Schulen wie dem Gymnasium (Foto) nicht zum Einsatz, CO2-Melder dagegen schon.

Luftreinigungsgeräte kommen an den Voerder Schulen wie dem Gymnasium (Foto) nicht zum Einsatz, CO2-Melder dagegen schon.

Foto: Andreas Nohlen / Funke Foto Services

Voerde.  Die Verwaltung argumentiert unter anderem mit der nicht erwiesenen Wirksamkeit der Geräte. Auch der hohe Aufwand spielt eine Rolle.

Anders als das benachbarte Dinslaken setzt die Stadt Voerde für den Schulbetrieb keine Luftreinigungsgeräte ein. Die Verwaltung bringt dafür verschiedene Argumente an. Eine ist die der Sinnhaftigkeit: „Aussage des Schulministeriums – und so sind auch die entsprechenden Förderprogramme ausgerichtet – ist, dass der Einsatz von mobilen Luftreinigern ergänzend sinnvoll sein kann, wenn eine ausreichende Fensterlüftung nicht möglich ist“, erklärt der in Voerde unter anderem auch für den Aufgabenbereich Schule zuständige Beigeordnete Jörg Rütten. Da dies in keinem der 221 Unterrichts- und Fachräume in Voerde der Fall sei, könnten auch etwaige Zuschussszenarien nicht realisiert werden. Fördermittel zu beantragen, käme demnach für die Stadt nicht in Frage. Wie teuer die Anschaffung wäre, lasse sich ohne vorherige gründliche Planung nicht konkret sagen. Eine überschlägige pauschale Berechnung habe zuletzt Gesamtkosten in Höhe von rund 900.000 Euro erwarten lassen.

Stadt Voerde verweist auf hohen Wartungs- und Pflegeaufwand

Die Stadt weist auch auf den Punkt der Wirksamkeit von Lüftungsgeräten hin: Bislang lägen keine wissenschaftlichen Studien vor, die nachweisen würden, dass durch den Einsatz der Luftreinigungsgeräte eine Übertragung speziell hinsichtlich Covid-19 maßgeblich verhindert werde, erläutert Rütten. Darüber hinaus sei der Einsatz bei den meisten dieser Geräte mit einem hohen und intensiven Pflege- und Wartungsaufwand verbunden. So sei etwa bei den üblicherweise vorgeschlagenen Geräten mit Hepa-Filtern zu beachten, „dass für einen ordnungsgemäßen Gebrauch ein tägliches Aufheizen für circa 30 Minuten auf 100 Grad notwendig ist, damit diese nicht zu einer ,Virenschleuder`werden und dann im Gegenteil eine erhöhte Infektionsgefahr von den Geräten ausgeht“, gibt Rütten zu bedenken. Ein solcher Wartungs- und Pflegeaufwand sei an den Schulen nicht mit ausreichender Sicherheit zu gewährleisten. Auch seien viele Geräte nicht geräuscharm und daher störend.

Maßnahmen wie etwa ein Lüften über geöffnete Fenster seien schnell und einfach umsetzbar und böten einen wirksamen Schutz, weil die Außenluft nahezu virenfrei sei. Die im Winter unvermeidliche Abkühlung der Raumluft durch Stoßlüften halte nur für wenige Minuten an und sei aus medizinischer Sicht unbedenklich, erklärt Rütten zu dem Hinweis, dass Schüler bei winterlichen Temperaturen mit Decken und Jacken in den Klassenräumen sitzen.

24 CO2-Ampeln kommen in Voerder Schulen zum Einsatz

CO2-Sensoren könnten als Orientierung dienen, ob und wie schnell die auch bei Vorhandensein von Luftreinigern unvermeidbare Frischluftzufuhr von außen gelingt. Diese Geräte, die einen Hinweis geben, „wenn sich die Luftqualität im Raum verschlechtert“, kommen auch in Voerde zum Einsatz. Kurz vor Weihnachten habe die Stadt die von den Schulen bestellten 24 CO2-Ampeln – je zwei für die Grundschulen und je sieben für die weiterführenden Schulen – an sie ausgeliefert. Damit sollen, erklärt Rütten, die Schulen noch mehr dafür sensibilisiert werden, die geltenden Regeln zum regelmäßigen Stoßlüften zu beachten.

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