Wirtschaft

Stadtwerke Dinslaken helfen China bei der Energiewende

Gruppenfoto mit den chinesischen Partnern vor dem Rathaus von Gulou: Stadtwerke-Chef Josef Kremer (2.v.li.), der stellvertretende Bürgermeister Eyüp Yildiz (4.v.li.), die Fraktionsvorsitzende Jürgen Buchmann (4.v.re.) und Heinz Wansing (3.v.re.) sowie Volker Kobelt (2.v.re, Stadtwerke).

Gruppenfoto mit den chinesischen Partnern vor dem Rathaus von Gulou: Stadtwerke-Chef Josef Kremer (2.v.li.), der stellvertretende Bürgermeister Eyüp Yildiz (4.v.li.), die Fraktionsvorsitzende Jürgen Buchmann (4.v.re.) und Heinz Wansing (3.v.re.) sowie Volker Kobelt (2.v.re, Stadtwerke).

Foto: Stadtwerke Dinslaken

Dinslaken.  Stadtwerke Dinslaken sollen ein Projekt in der chinesischen Provinz Jiangsu umsetzen. Gebäudekomplex soll mit Wärme und Kälte versorgt werden.

Die Stadtwerke Dinslaken werden einen Beitrag zur von der chinesischen Regierung beschlossenen Klima- und Energiewende leisten. Das ist eines der Ergebnisse, die bei der jüngsten Geschäftsreise (24. Oktober bis 3. November) nach China erzielt wurden. Der nächste Schritt sei die Gründung einer Auslandsgesellschaft, wie Josef Kremer, Geschäftsführer der Stadtwerke, gestern bei einer Pressekonferenz erklärte.

Diese neue Gesellschaft, deren Gründung der Aufsichtsrat Ende November beschlossen hat, soll wiederum mit dem chinesischen Unternehmen „Feiyuan Enterprise“ mit Sitz in Nanjing eine Gesellschaft gründen, die die Projekte umsetzt. Beide Partner halten 50 Prozent der Anteile. Wie Kremer berichtet, hätten eine Bank und ein Bauunternehmer Interesse, sich daran zu beteiligen.

Erster Besuch fand vor zwei Jahren statt

Seit mehreren Jahren bestehen schon Kontakte zu chinesischen Unternehmern in Deutschland. Das ist das Fundament für Kontakte zur Handelskammer der Provinz Jiangsju. Die Beziehungen mündeten in einem ersten Besuch in 2017. Damals wurde bereits ein Kooperationsvertrag mit dem Unternehmen „Feiyuan Enterprise“ unterzeichnet. Dinslakener Know-how sollte bei der Versorgung eines neuen Stadtviertels mit Strom, Wärme und Kälte eingesetzt werden. Damals war von einem jährlichen Gewinn für die Stadtwerke in Höhe von 500.000 Euro die Rede.

Von der aktuellen Reise sind konkrete Pläne mitgebracht worden. Bei einem Besuch in Deutschland hatten sich die chinesischen Partner Projekte der Stadtwerke angeschaut. Unter anderem auch den Flughafen Köln-Bonn, wo seit einigen Jahren die Stadtwerke mit einem Blockheizkraftwerk Strom, Wärme und Kälte produzieren. Diese Technik soll bei einem Projekt in China eingesetzt werden.

So zeigt man, dass es funktioniert

Von einem ganzen Stadtviertel ist nun nicht mehr die Rede, das Konzept vom Flughafen soll zunächst in einem neu geplanten Ortsteil der Stadt Gulou für einen Gebäudekomplex mit einer Gebäudefläche von 140.000 Quadratmetern, rund 5000 Menschen, umgesetzt werden. Um den Bedarf an Kälte und Wärme zu decken, wird man eine Anlage mit der Hälfte der Gesamtleistung der Anlage am Flughafen Köln-Bonn errichten. So könne man zeigen, dass es funktioniert. Kremer sieht darin ein Modellprojekt, dem weitere Aufträge folgen sollen.

Beim jüngsten Besuch in China unterzeichneten die beiden Unternehmen eine Vereinbarung, die die Rahmenbedingungen für die Gründung einer gemeinsamen Gesellschaft festlegt. Die weiteren notwendigen gesellschaftsrechtlichen und kommunalrechtlichen Schritte werden jetzt durchlaufen. Wenn man keine Erlaubnis zur Gründung der Gesellschaft bekomme, liefere man nur das Know-how. In diesem Fall würde man nur einmal einen Gewinn einstreichen. Im anderen Fall rechnet Kremer mit einer Rendite von 14 Prozent, mit einem jährlichen Gewinn von 200.000 Euro.

Ein Projekt mit Modellcharakter

Der Geschäftsführer geht davon aus, dass man die Erlaubnis erhalten werde, denn eine Vorprüfung habe schon stattgefunden. Und ein Signal, dass es am Ende ein Nein geben könnte, habe es nicht gegeben, so Kremer. Der Aufsichtsrat der Stadtwerke habe schon zugestimmt, der Chef der Stadtwerke sieht auch aus den Reihen der Ratsmitglieder keinen Gegenwind. Vor allem, weil sich das Projekt nach einer Wirtschaftlichkeitsberechnung als wirtschaftlich darstelle. Das Projekt soll im 2. Quartal 2020 starten.

Aus Sicht der Stadtwerke hat das Projekt in Gulou einen Modellcharakter, um die Wirtschaftlichkeit einer effizienten und umweltfreundlichen Energieversorgung zu dokumentieren.

Delegation aus China besucht Dinslaken

Die Stadtwerke sehen auf dem chinesischen Markt große Chancen und haben auch die wirtschaftlichen Risiken im Blick. So soll die Beteiligung an der Projektgesellschaft in China nicht direkt, sondern über eine Tochtergesellschaft gehalten werden.

Ab Dienstag, 10. Dezember, weilt für drei Tage eine hochrangige Delegation aus China in Dinslaken. Neben einer Veranstaltung in Düsseldorf ist die Besichtigung der Wasseraufbereitungsanlage des Wasserwerks Löhnen, ein Treffen mit dem Bürgermeister und die Besichtigung des Biomasseheizkraftwerks an der Gerhard-Malina-Straße vorgesehen.

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