Rauschgift

Vier Voerder wegen Drogenhandels in Möllen verurteilt

Wegen Drogenhandels wurden nun vier Voerder vom Landgericht Duisburg verurteilt.

Wegen Drogenhandels wurden nun vier Voerder vom Landgericht Duisburg verurteilt.

Foto: Udo Milbret

Voerde/Duisburg.   Prozess vor Landgericht Duisburg endete mit zwei Haft- und zwei Bewährungsstrafen. Voerder hatten schwunghaften Handel mit Rauschgift betrieben.

Rund um die Räumlichkeiten eines türkischen Kulturvereins in Voerde-Möllen trieb eine Tätergruppe seit November 2016 einen schwunghaften Handel mit Rauschgift. Ende März 2018 flog die Bande auf.

Vier der damals festgenommen elf Personen, die mutmaßliche Führungsriege des kriminellen Unternehmens, verurteilte das Landgericht Duisburg nun am Ende eines mehrtägigen Prozesses.

Unterbringung in Entziehungsanstalt

Der Haupttäter, ein 42-jähriger Mann aus Voerde, wurde wegen Handeltreibens in fünf Fällen, bei denen es um mehrere Kilo Marihuana ging, zu vier Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Einen großen Teil der Strafe wird der Drogensüchtige allerdings nicht im Gefängnis absitzen: Mit dem Urteil ordneten die Richter seine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an. Die Strafkammer war nach der umfassenden Beweisaufnahmen davon überzeugt, dass der 42-Jährige bei dem groß angelegten Drogenhandel das Sagen gehabt hatte und den Kontakt zu den Lieferanten hielt.

Ein 47-jähriger Mann aus Möllen wurde zu vier Jahren und drei Jahren Gefängnis verurteilt. Er hatte sich in der Tätergruppierung als Chef-Verkäufer hervorgetan.

30-jähriger Voerder kam mit Bewährungsstrafe davon

Mit einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren wegen illegalen Besitzes von Rauschgift und Beihilfe zum Drogenhandel kam ein 30-jähriger Voerder davon. Er war der Bunkerhalter der Gruppe gewesen und hatte die Aufgabe gehabt, stets genügend Drogen für die zahlreichen Kunden vorrätig zu haben, die sich laut Staatsanwaltschaft an der Königsberger Straße ohne telefonische Voranmeldung wie in einem Kaufhaus bedienen konnten.

Die Lebensgefährtin des 42-jährigen Kopfes der Gruppe, eine 32-jährige Frau aus Voerde, wurde zu einer neunmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt. Die Strafkammer hielt sie nur der Beihilfe für schuldig. Die 32-Jährige war die Buchhalterin gewesen und hatte im Auftrag ihres Freundes größere Beträge, die offenbar aus den Drogengeschäften stammten, auf Konten im Raum Dinslaken eingezahlt.

>>EIN LIEFERANT UND SEIN KOMPLIZE WURDEN BEREITS VERURTEILT

  • Einer der Lieferanten war ein 27-Jähriger. Ihn hatte das Landgericht Duisburg bereits Mitte Dezember wegen Drogenhandels und schweren Raubes zu einer Haftstrafe von vier Jahren verurteilt. Die Polizei hatte seinen Aktivitäten schon eine Weile per Telefonüberwachung zugehört. So bekamen sie damals mehrere Drogengeschäfte mit, bei denen er als Zwischenhändler die Bande in Voerde mit Rauschgift versorgte. Insgesamt wechselten etwa vier Kilo Marihuana den Besitzer.
  • Gemeinsam mit seinem 28 Jahre alten Komplizen, der zu zwei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden war, hatte der 27-Jährige zudem Ende Januar 2018 zwei Männer, die den Transport von Marihuana aus den Niederlanden nach Deutschland begleiteten, ausgeraubt.

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