Jugendkriminalität

17-Jährige soll Bekannte erstochen haben – Prozess startet

Kerzen und Blumen auf dem Parkdeck am Bahnhof im Stadtteil Hörde, wo die 15-jährige Schülerin niedergestochen wurde und im Krankenhaus starb. Die mutmaßliche Täterin war damals 16, ein Fleck auf der Hose soll den Streit ausgelöst haben.

Foto: Bernd Thissen/dpa

Kerzen und Blumen auf dem Parkdeck am Bahnhof im Stadtteil Hörde, wo die 15-jährige Schülerin niedergestochen wurde und im Krankenhaus starb. Die mutmaßliche Täterin war damals 16, ein Fleck auf der Hose soll den Streit ausgelöst haben. Foto: Bernd Thissen/dpa

Dortmund.  Weil sie ihre Bekannte (15) auf einem Parkdeck in Dortmund-Hörde erstochen haben soll, muss sich eine Jugendliche vor Gericht verantworten.

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Am Dortmunder Landgericht beginnt am Donnerstag der Prozess um den gewaltsamen Tod einer 15-jährigen Schülerin. Die Jugendliche war am 23. Februar auf dem Deck eines Parkhauses im Dortmunder Stadtteil Hörde niedergestochen worden und kurze Zeit später im Krankenhaus gestorben.

Soßenfleck ließ Streit eskalieren

Angeklagt ist eine heute 17-Jährige. Zeugenaussagen und Aufnahmen von Überwachungskameras legen nahe, dass die beiden vorher gestritten hatten. Zur Eskalation soll schließlich eine Nichtigkeit geführt haben: ein Fleck Burgersoße auf der Hose der angeklagten Jugendlichen. Als eine anschließende Prügelei schon fast vorüber war, soll die damals 16-Jährige plötzlich ein Messer gezogen und zugestochen haben. Der Stich traf das Opfer direkt ins Herz.

Die 15-Jährige brach im Treppenhaus zusammen, wo Rettungskräfte sie allein fanden – keiner der Zeugen war geblieben, um erste Hilfe zu leisten. Die Angreiferin leistete bei ihrer Festnahme Widerstand, Polizeibeamte nahmen ihr ein verbotenes "Butterfly"-Messer ab. Wegen des jugendlichen Alters der Angeklagten findet der Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Die Anklage lautet auf Totschlag, die Höchststrafe beträgt zehn Jahre Jugendhaft.

Videoaufnahmen belegen die Tat

Strafverteidigerin Henriette Lyndian geht angesichts der Beweislage und der juristischen Vorgeschichte ihrer Mandantin von einem "unstrittigen Prozess" aus, der eine Freiheitsstrafe ohne Bewährung zum Ergebnis hat. Die 17-Jährige habe ihre Tat "weitgehend eingeräumt", sagte die Rechtsanwältin. Positiv könne man hervorheben, dass die die Jugendliche in der Untersuchungshaft begonnen hat, Unterrichtsstunden zu besuchen. In Freiheit hätte sie vermutlich keinen Schulabschluss gemacht. (red/mit dpa)

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