Wissenschaft

„Jugend forscht“: Die jüngsten Erfinder des Reviers

Experimente und neue Ideen bei Jugend forscht in Dortmund

Egal ob neue Brennstoffe oder Sprachroboter: Beim Regionalwettbewerb „Jugend forscht“ in der Dortmunder DASA Arbeitswelt Ausstellung, präsentieren Jugendliche ihre innovativen Erfindungen.

Egal ob neue Brennstoffe oder Sprachroboter: Beim Regionalwettbewerb „Jugend forscht“ in der Dortmunder DASA Arbeitswelt Ausstellung, präsentieren Jugendliche ihre innovativen Erfindungen.

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Dortmund.  Bei dem Wettbewerb lernen Schüler, Erfahrungen zu sammeln und zu experimentieren. Doch einige von ihnen gehen schon weit darüber hinaus

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Wenn es überhaupt so etwas geben kann wie einen alten Hasen bei „Jugend forscht“, dann ist das Niklas Sander: 18 Jahre alt, fünftes Mal dabei. Gerade erläutert er mit dem Mitschüler Jacob Linnemann der Jury das Projekt „Smart Living System“, wo (stark vereinfacht) die Wohnung alles selbst regelt: Temperatur, Feinstaub, Luftfeuchtigkeit – ohne lästige Eingriffe der Bewohner.

In den Jahren davor hat der Dortmunder Schüler sich aber auch mit Schlafqualität befasst, Schimmelbildung, Umweltschutz und Robotern. Und immer qualifiziert für den Landeswettbewerb. Jugend forsch.

Der gute Geist des Wettbewerbs

Wo das alles hinführt, weiß man nicht recht, aber „der ist natürlich dafür prädestiniert, Forscher zu werden“, sagt Uwe Tapper. Der Betriebsleiter der „Deutschen Arbeitswelt-Ausstellung (Dasa)“ in Dortmund verkörpert am Mittwoch den guten Geist beim Regionalwettbewerb „Jugend forscht“ für Sauerland und Ost-Revier.

Er geht von Präsentation zu Präsentation, hört drüben zu, gibt hier Tipps, tröstet da hinten, organisiert, erklärt, macht und tut. „Die Schüler lernen zu experimentieren, Wettbewerbe zu bestehen und Erfahrungen zu machen“, sagt Tapper: „Ein Ergebnis kann trivial sein, aber sie haben etwas gemacht.“

„Die Stabilität einer Münze“

30 Teams sind es heute in der „Energiehalle“ der Dasa – wie passend. Das jüngste bilden Jonah Stock und Timon Böke aus Hattingen, 12 und 13 Jahre alt, die „Die Stabilität einer Münze“ auf die Probe gestellt haben. Und zwar richtig, Jonah erinnert sich gut der allseitigen Begeisterung in der Schul-AG, als sie einer Münze mit dem Bunsenbrenner zu Leibe rückten. „Und dann ins Wasser geworfen, das hat gezischt.“

Experimente und neue Ideen bei Jugend forscht in Dortmund

Egal ob neue Brennstoffe oder Sprachroboter: Beim Regionalwettbewerb „Jugend forscht“ in der Dortmunder DASA Arbeitswelt Ausstellung, präsentieren Jugendliche ihre innovativen Erfindungen.
Experimente und neue Ideen bei Jugend forscht in Dortmund

Das klingt jetzt ein bisschen nach Forschung auf Feuerzangenbowle-Niveau, ist es aber nicht. Denn erstens reden wir hier über Kinder, und zweitens haben Timon und Jonah schon eine Anschluss-Idee: „Welche Stoffe sind im Handschweiß und wie wirken sie auf die Münzen?“

Laptops, Kabel, Mikroskope

Laptops haben die jungen Forscher aufgebaut und Kabel angeschlossen, Mikroskope ausgepackt, Fotografien und Pflanzeimer und einen Laufroboter– vor allem aber doch Laptops. Und über ihren Ständen stehen ihre Themen, oft die großen Themen der Zukunft.

„Induktives Laden eines Elektroautos während der Fahrt auf der Straße“ etwa kommt aus Lennestadt, „Entwicklung einer mobilen Applikation zur Erweiterung des Unterrichts“ aus Werl oder aus Schwerte ein gewichtiges „Wie lässt sich Riesenbärenklau nachhaltig bekämpfen?“

Schafe zum gemeinsamen Abweiden

Tim Redmann hat sich damit befasst, denn die gängigen Methoden sind halt schwierig: Abstechen strengt etwas an, Schafe zum gemeinsamen Abweiden – nur durch die Schafe natürlich – hat leider längst nicht jeder.

Tim hat experimentiert damit, verschiedene Flüssigkeiten zu spritzen, aber ganz abgeschlossen ist das Thema noch nicht: Die Pflanze verschwand zwar, aber die Wurzel, die Wurzel . . . Und, Tim, wie ist es hier bei „Jugend forscht“? „Immerhin besser als Schule.“ Er darf das. Er hat mehr geleistet als das Übliche.

Es gibt auch Misstöne

Freilich gibt es auch Misstöne, als ein Juror drei Schülern aus Menden erregt vorwirft, sie hätten „hier nichts zu suchen“. Ihr Projekt, „Wie sozial ist unsere Stadt?“, ist halt keine Naturwissenschaft, aber das kann man auch vernünftig erklären. Und jetzt? Ein Kind weint hinter der Stellwand, Kümmerer Uwe Tapper nähert sich schon.

Später geht es wieder. Ach, und eins noch: Niklas Sander und sein Team haben sich qualifiziert. Dieser Kalauer muss jetzt sein: Er weiß doch, wie der Hase läuft.

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