Rechtsextremismus

„Nazi-Kiez“ in Dortmund: Polizei plant Videoüberwachung

Die Emscherstrasse in Dortmund. Zahlreiche Graffitis mit Nazi Schriftzügen sind in der Straße verteilt.

Die Emscherstrasse in Dortmund. Zahlreiche Graffitis mit Nazi Schriftzügen sind in der Straße verteilt.

Foto: Funke Foto Services

Dortmund.   Die Polizei in Dortmund geht weiter gegen den berüchtigten „Nazi-Kiez“ in Dorstfeld vor. Demnächst sollen Videokameras installiert werden.

Die Dortmunder Polizei will in dem berüchtigten „Nazi-Kiez“ im Bereich Emscherstraße und Thusneldastraße eine Videoüberwachung installieren. Polizeipräsident Gregor Lange hat eine Arbeitsgruppe beauftragt, bis Juni ein Realisierungskonzept zu erarbeiten.

In dem Bereich im Stadtteil Dorstfeld leben seit mehr als zehn Jahren Rechtsextremisten in mehreren Wohngemeinschaften zusammen. „Solange diese verfestigte Wohnsituation und die Markierung von Häusern als ,Nazi-Kiez’ dazu führen, dass erkennbar Andersdenkende diesen Straßenzug als Angstraum erleben, besteht Handlungsbedarf“, erklärt der Polizeipräsident.

Nazi-Schmierereien auf Häusern sollen beseitigt werden

Gemeinsam mit der Stadt Dortmund solle zudem dafür gesorgt werden, dass Nazi-Schmierereien an den Häusern beseitigt werden. Diese würden einen Verstoß gegen die öffentliche Ordnung darstellen.

Die Videoüberwachung fügt sich in eine Reihe von Maßnahmen gegen den „Nazi-Kiez“ ein. Die Polizei erhöhte in den vergangenen Jahren unter anderem ihre Präsenz in diesem Bereich und richtete eine Sonderkommission gegen Rechts ein.

Weniger rechtsextremistische Straftaten in Dortmund

Die Zahl der rechtsextremistischen Straftaten in Dortmund ist seit ihrem Höchststand im Jahr 2015 bis 2017 um etwa 58 Prozent zurückgegangen. Für 2018 sei von stagnierenden Fallzahlen auszugehen.

„Bei der Bekämpfung der rechtsextremistischen Straftäter und Störer hilft nur eins: Null Toleranz!“, stellt Polizeipräsident Gregor Lange klar. „Rechtsextremisten müssen wissen: Wir setzen die deutsche Rechtsordnung in jedem Winkel der Stadt durch.“

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