Mordkommission

Blutiger Streit und Schüsse auf Klinik-Foyer in Dortmund

Am Klinik-Foyer (Archivbild) feuerte ein Unbekannter auf die Verwandten des Opfers. Der Mann gehörte wohl

Am Klinik-Foyer (Archivbild) feuerte ein Unbekannter auf die Verwandten des Opfers. Der Mann gehörte wohl

Foto: Helmuth Vossgraff / WAZ FotoPool

Dortmund.  Erst wurde in der Dortmunder Nordstadt einem Mann in den Bauch gestochen, dann schoss ein Unbekannter am Klinikum auf Verwandte des Opfers.

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Die Dortmunder Polizei muss eine blutige Auseinandersetzung zwischen zwei verfeindeten Gruppen in der Nordstadt aufklären. An der Stahlwerkstraße wurde am Wochenende ein Mann schwer verletzt. Später feuerten Unbekannte am Klinikum in der Innenstadt aus einem Auto auf Verwandte des Opfers. Eines der Projektile durchschlug die Glasfront des Krankenhauses an der Beurhausstraße. Menschen wurden dabei glücklicherweise nicht verletzt. Eine Mordkommission untersucht nun beide Vorfälle und sucht Zeugen, die in der Nacht zu Samstag (14. September) Verdächtiges beobachtet haben.

31-Jähriger wurde durch spitzen Gegenstand am Bauch verletzt

Gegen 1.30 Uhr war die Polizei zur Stahlwerkstraße in der Nordstadt gerufen worden, weil sich dort mehrere Personen geschlagen haben. Auch von einem Messer war in dem Notruf die Rede.

An der Ecke Borsigstraße entdeckten die Polizisten schließlich sechs Männer, die teilweise verletzt waren oder Blutspuren hatten. Die Kontrahenten waren zu diesem Zeitpunkt nicht mehr vor Ort. Einer der Männer, ein 31-Jähriger aus Lüttich in Belgien, war mit einem spitzen Gegenstand im Bauchbereich verletzt worden. Ein Rettungswagen brachte ihn ins Krankenhaus an der Beurhausstraße. Die Verletzungen des Mannes seien, so eine Polizeisprecherin zwar schwer, aber „weit weg von Lebensgefahr“.

Die Polizeibeamten fanden am Tatort Stahlwerkstraße eine blutverschmierte Jacke, einen Schlüssel und ein Einhandmesser. Ob der 31-Jährige damit attackiert wurde oder mit einem anderen Gegenstand, müssen die weiteren Ermittlungen klären. Was sich an der Stahlwerkstraße genau abgespielt hat und woher ihre Verletzungen stammen, das wollten die sechs Männer auch nicht sagen. Handelt es sich um eine Auseinandersetzung von Familienclans oder einen Streit unter Drogen-Dealern? Welches Milieu sich hier einen blutigen Streit geliefert hat, dazu will die Dortmunder Polizei aktuell nichts sagen.

Aus einem BMW wurde aufs Klinik-Foyer gefeuert

Die Auseinandersetzung sollte auch noch ein Nachspiel haben, denn um kurz nach 3 Uhr wurden der Polizei Schüsse am Klinikum gemeldet. Dort wurde der Lütticher stationär behandelt. Verwandte des 31-Jährigen warteten zu dieser Zeit im Foyer des Krankenhauses, als sie einen Mann mit einer Halsverletzung sahen, der seine Wunde in der Notaufnahme hatte behandeln lassen.

Die Verwandten des Lüttichers, ein 26-Jähriger aus Soest und ein 38 Jahre alter Dortmunder, erkannten den Mann als einen der Gegner von der Auseinandersetzung an der Stahlwerkstraße.

Der Unbekannte stieg als Beifahrer in einen wartenden neuwertigen schwarzen und getunten VW Golf ein. Dem Wagen folgte ein schwarzer 6er-BMW. Der Beifahrer der Nobelkarosse soll schließlich aus dem geöffneten Fenster mehrere Schüsse in Richtung der beiden Verwandten abgegeben haben.

Mordkommission sucht Zeugen der beiden Vorfälle

Dann flüchteten die voll besetzten Autos in Richtung der Hohen Straße. Die Polizeibeamten fanden an der Beurhausstraße insgesamt zwei Patronenhülsen.

Die Mordkommission der Dortmunder Polizei ermittelt in den beiden Fällen wegen gefährlicher Körperverletzung und wegen des Verdachts des versuchten Totschlags. Hinweise zu beiden Vorfällen nimmt die Kriminalwache unter der Rufnummer 0231 - 132 7441 entgegen. (mawo)

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