Pflanzenschau

Titanenwurz "David" blüht und stinkt – und schließt sich

Titanenwurz "David" hat seine Blüte geöffnet. Ein großer Moment im Botanischen Garten Rombergpark.

Titanenwurz "David" hat seine Blüte geöffnet. Ein großer Moment im Botanischen Garten Rombergpark.

Foto: Ralf Rottmann/FUNKE Foto Services

Dortmund.  Titanenwurz "David" hat in Dortmund seine mächtige Blüte geöffnet. Aber das Spektakel, verbunden mit fiesem Geruch, dauerte nicht lange.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Die Dortmunder Titanenwurz hat sich zum „Turbo-David“ entwickelt. Am Freitagnachmittag hat im Botanischen Garten Rombergpark der Blühprozess begonnen. Weit über 2000 Besucher sahen sich das kurzlebige Pflanzenschauspiel in den ersten Stunden an. Auch am Samstag stand die seltene Pflanze noch in voller Blüte – allerdings nicht lange.

Schon am Samstagvormittag schloss sich die Blüte wieder. David hätte sich ruhig etwas mehr Zeit lassen können: Andere Titanenwurz-Exemplare halten die Blüte drei Nächte lang geöffnet Aber statt das Blütenblatt verwelken und niedersinken zu lassen, wie die Pflanze es sonst meist tut, legte sich das Blatt wieder fest um den Kolben. Damit war auch der Geruch verflogen. Wieder geöffnet hat sich David nicht mehr.

Es riecht nach alten Socken

Zur erwarteten Zeit am Freitag entfaltete "David" im Tropenhaus seine Blüte, verbunden mit den ersten, fiesen Geruchswellen. "Nach alten Socken", röche es, stellten die ersten Zaungäste fest. Das Hochblatt (Spatha) löste sich allmählich von dem aufrechten Kolben (Spadix).

Für das höchst seltene Spektakel waren die Pflanzenschauhäuser im Botanischen Garten Rombergpark in der Nacht zum Samstag bis 3 Uhr durchgehend geöffnet. Am Freitagabend mussten viele Besucher zunächst warten, bis sie zu David vorkamen. Von Wartezeiten bis zweieihalb Stunden berichtet der "Freundeskreis Botanischer Garten".

Die nur auf der indonesischen Insel Sumatra beheimatete Pflanze ist berühmt für ihre seltenen, prächtigen Blüten und berüchtigt für ihren Aasgeruch. Damit lockt die Pflanze Insekten für die Bestäubung an. Sie blüht maximal drei Nächte. "Dann verwelkt sie und muss mehrere Jahre Kräfte sammeln, um wieder erblühen zu können", teilte die Stadt mit. Die Titanwurz (Amorphophallus titanum) blüht normalerweise nur etwa alle sieben bis zehn Jahre.

"David" kam erst vor zwei Jahren aus Bonn nach Dortmund

Das Tropengewächs war erst vor zwei Jahren als Knolle in der Größe eines Tennisballs vom Botanischen Garten Bonn gespendet worden. In Bonn hat man große Erfahrung mit der Titanwurz. 2013 erreichte ein Blütenstand eine Höhe von 2,90 Metern.

Die ungewöhnliche Pflanze ist inzwischen in zahlreichen Botanischen Gärten in Deutschland zu finden. Laut Stadt Dortmund haben bislang aber nur 18 von ihnen Blüten präsentieren können. Auch in anderen Gärten weltweit wird die stinkende Blütezeit der Titanwurz zelebriert: So standen Ende Juni im Botanischen Garten im New Yorker Stadtteil Bronx Tausende Schlange, um die Pflanze zu sehen - und zu riechen. (red/mit dpa)

Über aktuelle Entwicklungen der Titanenwurz-Blüte informiert die Stadt Dortmund in ihrem Twitter-Kanal.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (1) Kommentar schreiben