Prozess

Vermieter macht Ex-BVB-Spieler Dembélé vor Gericht schlecht

Da war er noch ein Schwarz-Gelber: Ousame Dembélé im März 2017.

Da war er noch ein Schwarz-Gelber: Ousame Dembélé im März 2017.

Foto: TF-Images / Getty Images

Dortmund.  Der Vermieter von Ex-BVB-Stürmer Dembélé macht ihn auch vor Gericht schlecht. Doch seine Forderung scheint er nicht durchsetzen zu können.

Es geht um ihn, doch er ist nicht da. Aber damit haben die Dortmunder kein Problem. Denn das kennen sie von dem Ex-BVB-Stürmer, der mit einem Streik im Sommer 2017 seinen Wechsel zum FC Barcelona erzwungen hatte. Über 100 Millionen Euro kassierte der Verein für den Weggang von Ousmane Dembélé. Am Montag geht es vor dem Amtsgericht Dortmund um vergleichsweise lächerliche Summen. Knapp über 20.000 Euro verlangt sein ehemaliger Vermieter wegen angeblich ausstehender Mietzahlungen und Schadensersatz.

Unentschuldigt fehlt Dembélé diesmal nicht. Amtsrichter Roman Hänsch hat ihn für die zivilrechtliche Auseinandersetzung gar nicht erst geladen. Denn der Weg aus Spanien ins Dortmunder Gericht erschien ihm für den Stürmerstar ein wenig unverhältnismäßig.

E-Mails des Vermieters füllen die Akte

Hänsch hat eine dicke Akte vor sich. Es ist wohl vor allem Vermieter Gerd Weissenberg aus Gütersloh, dessen E-Mails die Bände füllen. Es ist sein Elternhaus, das er dem französischen Nationalspieler im Jahre 2016 in Dortmund vermietet hatte. 2500 Euro Warmmiete hat er monatlich für das Zweifamilienhaus mit Einliegerwohnung bekommen.

Doch der schnelle Wechsel des Mieters hatte auch ihn überrascht und offenbar für Verärgerung gesorgt. 15.000 Euro verlangte er für angeblich nicht gezahlte Miete bis April 2018, außerdem 5000 Euro für Schäden an den Rollladengurten und am Bodenbelag. Außerdem habe er die Schließanlage austauschen müssen, weil Ousmane Dembélé die drei Schlüssel nicht zurückgegeben habe.

Fotos sollten Dembélé als Messie in der Wohnung zeigen

Das alles hätte in Ruhe und im Vorfeld von Anwälten besprochen werden können. Doch es geht auch um Emotionen. Einem Boulevardblatt waren Fotos aus dem Haus zugespielt worden, die den Fußballer als Messie darstellten. Klamotten lagen auf dem Boden neben nicht entsorgtem Müll.

Horst Kletke, der Anwalt des Stürmers, findet das „gelinde gesagt unhöflich von dem Vermieter“. Denn der sei zu einem Zeitpunkt in die Wohnung eingedrungen und habe fotografiert, als Dembélé noch Mieter war. Das sei nicht korrekt. Und die Fotos stellten nur eine Momentaufnahme dar. „Beim Auszug mehrere Monate später war alles picobello“, betont Kletke. Tatsächlich geht es in der Klage auch nicht um den Müll.

Vermieter berichtet von verstopfter Toilette

Es ist ein Streit, wie Amtsrichter ihn aus Mietstreitigkeiten kennen. Dembélés Anwalt bestreitet die Forderungen des Vermieters, und der versucht wiederum den Mieter schlecht zu machen. Mit zehn Personen habe Dembélé in dem Haus gewohnt: „Die wussten nicht einmal, wie sie den Müll entsorgen.“ Und als der Mieter eine verstopfte Toilette angemahnt habe, da will Weissenberg entdeckt haben, dass die Bewohner Plastikteile in den WC-Topf gesteckt hätten. „Alles hat dort gestunken“, sagt er.

Richter Roman Hänsch beendet diese Erzählungen schnell, will zum Kern zurück. Zum Schluss macht er einen Vergleichsvorschlag, um allen eine langwierige Beweisaufnahme zu ersparen. Die Forderungen des Vermieters schraubt er kräftig herunter. Statt über 20.000 Euro soll Weissenberg lediglich 6.611,16 Euro bekommen.

Vergleichsvorschlag des Richters kommt gut an

Der Vermieter ist sofort einverstanden: „In meinem Alter will ich das hier nicht jahrelang mitmachen.“ Dembélés Anwalt Kletke findet den Vorschlag gut, will sich aber erst noch mit seinem Mandanten besprechen. Das mache er immer so, nicht nur bei prominenten Mandanten.

Richter Hänsch nimmt das als Anregung für eine eigene Erklärung: „Ich habe mal die Hand dafür gehoben, dass ich ohne Ansehen der Person urteile. Für mich ist das hier ein ganz normaler Mietrechtsstreit.“

Nach Ostern erfährt er, ob Dembélé den Vorschlag annimmt. Ums Geld wird’s dem Franzosen nicht gehen. Die 6.611,16 Euro müsste er zusammenbekommen.

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