Bike-Sharing

Ärger über Leihfahrräder auf Düsseldorfer Gehwegen

Nahe des Hauptbahnhofs wurden die Leihräder mitten auf dem Gehweg abgestellt.

Nahe des Hauptbahnhofs wurden die Leihräder mitten auf dem Gehweg abgestellt.

Foto: Privat

Düsseldorf.   Rund 2500 Share-Bikes im Stadtgebiet: Nicht immer werden die Räder sachgerecht abgestellt – die Betreiber halten sich aber meist an die Regeln.

Die Verkehrswende in Düsseldorf setzt nicht nur auf Bus und Bahn und Elektromobilität sondern vor allem auf den Fahrradverkehr. Dabei kann auch das Bike-Sharing helfen: Über vier Anbieter (nextbike, Fordpass, mobike und Flexbeee) können in der Rheinmetropole Räder über einen meist günstigen Tarif ausgeliehen und dann überall im Stadtgebiet wieder abgestellt werden.

Räder können zur Behinderung der Fußgänger werden

Die Größe der Fläche, die mit den Leihrädern abgedeckt wird, ist ausreichend, fast an jeder Ecke lässt sich das Zweirad eines Anbieters finden. Bei der Abholung der Räder scheint es aber noch zu hapern. So schickte uns ein verärgerter Leser das Bild eines mit Leihrädern zugestellten Gehwegs nahe des Hauptbahnhofs. „Die Räder haben fast den ganzen Gehweg zugestellt, für Leute im Rollstuhl oder einen Kinderwagen wäre dort nicht mehr vorbeigekommen“, sagt Leser Ingo P.

Zuletzt hatte ein Leihrad in Düsseldorf für Aufregung gesorgt, weil es in den Kö-Graben geschmissen worden war (NRZ berichtete). Doch stellen die Betreiber die Stadt wirklich mit ihren Leihrädern komplett zu? „Die Beschwerdelage bezüglich der Leihräder ist unauffällig“, so Stadtsprecher Volker Paulat. Bei ihren Kontrollgängen würde dem städtischen Ordnungs- und Servicedienst nur selten falsch geparkte Leihräder auffallen – ganz im Gegensatz zu anderen Verkehrsmitteln. „Die Beschwerdelage bei falsch parkenden Autos, vor allem auf Radwegen, ist deutlich höher“, so Paulat. Kein Wunder, hatte das Ordnungsamt erst im vergangenen Jahr 478.775 Falschparker registriert.

Räder-Standorte in der Innenstadt

Wie viele Leihräder es insgesamt in Düsseldorf derzeit gibt, ist nicht bekannt, da die Räder nicht einzeln registriert werden. Die Stadt schätzt die Zahl momentan auf 2500 Fahrräder, wovon sich ein Großteil im Innenstadtgebiet befindet. Eine Schätzung ist deshalb nur möglich, weil die Anbieter die Räder „bedarfsabhängig auf das Stadtgebiet verteilen.“ Standorte von Fordpass gibt es etwa am Hauptbahnhof oder an der Herzogstraße, dort stehen mehrere Räder zur Verfügung.

Betreiber sind für das Aufsammeln verantwortlich

Dass die Räder manchmal im Weg rumstehen ist zwar ärgerlich, allerdings liegt die Verantwortung für das sachgerechte Abstellen der Räder nicht bei der Stadt, sondern bei den Anbietern. Paulat macht aber klar: „Sollte von den abgestellten Rädern eine Gefahr für die Allgemeinheit ausgehen, greift das Ordnungsamt ein.“

Derzeit handhabt es die Stadt so, dass die Anbieter keine spezielle Genehmigung für das Anbieten der Leihräder brauchen, „dafür müssen sie sich aber an die Vorgaben der Stadt halten, die Räder vernünftig aufzustellen“. Dass habe in der Vergangenheit auch gut geklappt, schließlich seien die Betreiber auch weiterhin am Standort in Düsseldorf interessiert, heißt es von der Stadt.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben