Polizei

Aggressiver „Hummer“-Fahrer spuckt Seniorin ins Gesicht

Symbolbild. Die Polizei in Langenfeld sucht nach einem Hummer vom Typ H1. Das Foto ist ein Symbolbild aus dem Archiv. 

Symbolbild. Die Polizei in Langenfeld sucht nach einem Hummer vom Typ H1. Das Foto ist ein Symbolbild aus dem Archiv. 

Foto: Volker Speckenwirth / FUNKE Foto Services

Langenfeld.  Offenbar aus Wut über eine korrekt fahrende Seniorin ist in Langenfeld ein Autofahrer ausgerastet. Auch sein Auto strahlte Aggressivität aus.

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Offenbar rasend vor Wut hat ein Autofahrer eine Seniorin auf einer Straße in Langenfeld attackiert. Erst bremste er ihren Wagen aus, dann habe er die Frau beleidigt, bedroht und ihr ins Gesicht gespuckt. Nun sucht die Polizei nach dem Fahrer und nach Zeugen, die den Vorfall beobachtet haben und womöglich bestätigen können.

Zitternd vor Aufregung habe die 74-jährige Frau den Vorfall am Freitag gemeldet, berichtete am Montag die Kreispolizei Mettmann. Auf der Kaiserstraße, am Kreisverkehr zu Richrather und Kirschstraße im Langenfelder Ortsteil Richrath, soll es am vergangenen Freitag um 12.20 Uhr zu der Attacke gekommen sein, teilte die Polizei mit.

Hummer fuhr Seniorin im Fiesta dicht auf

Die Seniorin war in einem Ford Fiesta vom Parkplatz eines Supermarktes auf die Straße gefahren. Dann bemerkte sie in ihrem Rückspiegel, dass ein sehr großes Auto plötzlich sehr nah von hinten auffuhr, heißt es im Polizeibericht. Der große Wagen fuhr dann weiter dicht hinter der Frau her, die sich laut Polizei an die Tempobeschränkung auf der Straße gehalten hatte: 20 Stundenkilometer.

In dem Kreisverkehr dann sei die Situation eskaliert: Das sehr große Auto - laut Polizei ein dunkelgrün lackierter Geländewagen vom Typ Hummer H1 mit offener „Pick up“-Ladefläche - überholte den Ford und bremste ihn aus. Dann sei der Hummer-Fahrer mitten in dem Kreisverkehr aus dem Geländewagen gesprungen, habe die Tür des Fiesta aufgerissen und die Seniorin am Steuer angebrüllt und bedroht. „Dann spuckte er ihr auch noch ins Gesicht", berichtete die Polizei.

Autofahrer brauste in Richtung Kirschstraße davon

Richtung Kirschstraße sei der Hummer-Fahrer danach davongebraust. Um auf ihre Notlage aufmerksam zu machen, habe die Seniorin bei der Attacke noch gehupt, sagte ein Polizeisprecher am Montag auf Nachfrage. Erfolg hatte sie keinen, niemand sonst habe sich gekümmert. Die Straße dürfte aber belebt gewesen sein, sagte der Sprecher.

Die Polizei fahndet nun nach dem Autofahrer. Die Seniorin habe den Wagen sehr genau beschrieben, weshalb man sicher sei, dass es sich um einen „Hummer“ handelte; das Kennzeichen kam aus dem Kreis Mettmann, berichtete die Polizei. Der Fahrer wird auf 40 bis 45 Jahre geschätzt, sei 1,70 bis 1,75 Meter groß, er wird als sehr schlank beschrieben und hatte einen Bart und dunkle, kurze Haare. Er habe Deutsch mit ausländischem Akzent gesprochen, vermutlich osteuropäisch, heißt es im Polizeibericht.

Polizei sucht auch nach Zeugen

Das Fahrzeug zu ermitteln, dürfte nicht so schwierig sein, glaubt man bei der Polizei. Es gibt nicht allzu viele Hummer mit Kennzeichen „ME“. Die Zahl der zugelassenen Fahrzeuge dieses Typs ließ sich allerdings weder beim Kreis Mettmann noch beim Kraftfahrtbundesamt auf Nachfrage filtern.

Rechtlich geht es in der Sache um Körperverletzung, Nötigung im Straßenverkehr und „Aggressionsdelikte“, hieß es bei der Polizei. Wichtig für die Ermittlungen seien allerdings auch Zeugen, um die Aussage der Frau zum Fahrzeug und zur Person, die den Geländewagen gelenkt hat, zu überprüfen. „Wir haben bisher nur die Aussage der Geschädigten“, sagte der Polizeisprecher.

Stand Dienstagvormittag hatten sich laut Polizei noch keine Zeugen zu dem Vorfall gemeldet.

Hinweise werden erbeten an die Polizei in Langenfeld, Telefonnummer: 02173/288-6310. (dae)

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