Diebstahl

Das macht Düsseldorf für Autoknacker so attraktiv

Eine Autotür wird mit Hilfe eines Schraubenziehers geöffnet. Symbolbild

Eine Autotür wird mit Hilfe eines Schraubenziehers geöffnet. Symbolbild

Foto: Heiko Wolfraum / dpa

Düsseldorf.  In keiner anderen NRW-Stadt werden so viele Autos geklaut wie in Düsseldorf. Die Zahl der Diebstähle stieg im vergangenen Jahr um 19 Prozent.

Düsseldorf ist nicht nur die Landeshauptstadt, sondern derzeit auch die Hauptstadt für Autodiebstähle in NRW, wie aus einem Lagebildbericht des BKA zu entnehmen ist. So sollen allein bis Oktober 245 PKWs geknackt worden sein. 2018 waren es 246 Fahrzeuge – aber im gesamten Jahr.

Nicht nur Luxuswagen

Die Düsseldorfer Polizei erklärte auf Nachfrage der NRZ: „ Während die Zahl der Autodiebstähle in NRW insgesamt zurückgegangen ist, gibt es in Düsseldorf eine Steigerung von 19 Prozent.“ Warum gerade Düsseldorf so schwer betroffen ist, vermag die Polizei nicht genau sagen.

Nicht ganz auszuschließen ist aber, dass ein Grund für den Anstieg der Autodiebstähle in der Stadt die vielen betuchten Bürgerinnen und Bürger sind, die entsprechend hochpreisige Karosserien besitzen. Auffällig ist allerdings, dass nicht nur Luxusfahrzeuge geklaut werden, sondern auch gewöhnliche PKWs und sogar Kleinwagen. „Ein anderer Grund ist, dass Düsseldorf sehr gut am Autobahnnetz angeschlossen ist. Für Diebe ist es auch wichtig, Fahrzeuge möglichst schnell aus der Stadt zu schaffen, möglicherweise mit dem Ziel Osteuropa“, so die Polizei.

„Oldtimer-Bande“?

Bekannt geworden ist in Düsseldorf auch eine Diebstahlreihe, bei der überwiegend Oldtimer der Marke Porsche verschwunden sind. Die Polizei erklärt dazu: „Da gab es mal eine Zeit lang einen Hype, der dann wieder abebbte. Im ersten Halbjahr gab es dann wieder einige Fälle.“ Die Beamten leisteten Präventivarbeit, sprachen nicht nur mit den Opfern, sondern auch mit Oldtimerbesitzern, die ihre Fahrzeuge noch besaßen. „Man muss schon sagen, dass einige zu wenig Acht auf die Sicherheit ihrer Autos gegeben haben. In den Gesprächen haben wir viele Besitzer darauf hinweisen können“, so ein Polizeisprecher.

Ein einheitliches Bild der Täter habe sich derweil nicht ergeben: „Das ist wirklich ein buntes Mosaik.“ Von Gelegenheitsdieben, die ein Fahrzeug wenige Kilometer entfernt vollkommen leer geräumt stehen lassen, bis hin zu professionellen Strukturen, die ins Ausland reichen, könne alles dabei sein. Es gebe auch Auftragsdelikte. Da stecke hinter manchem Autoaufbruch auch eine feste Bestellung.

Keyless-Systeme oft von Profis geknackt

Besonders fachkundig gehen dabei Banden vor, die sogenannte Keyless-Systeme knacken: „Sobald das Fahrzeug über die Autobahn die Stadt verlässt, sitzen Profis im Zielort und basteln schon am System herum, so dass das Fahrzeug dann mit original Schlüssel an einen Kunden übergeben werden kann“, erklärt die Düsseldorfer Polizei abschließend.

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