Brände

Bauern und Reitstall-Betreiber nach Stroh-Bränden wachsam

Etwa 900 Strohballen waren am Abend des 11. September an einem Reitgestüt in Wittlaer aus bisher unbekanntem Grund in Brand geraten.

Etwa 900 Strohballen waren am Abend des 11. September an einem Reitgestüt in Wittlaer aus bisher unbekanntem Grund in Brand geraten.

Foto: David Young / dpa

Düsseldorf.  Im Düsseldorfer Norden mehren sich Brände von Strohballen. Die Polizei ermittelt wegen Verdachts auf Brandstiftung, auch in benachbarten Städten.

Es war der Vorrat für ein komplettes Jahr, doch nun „ist alles weg!“ Ein Feuer hatte auf dem Reiterhof Gut Sonnenhof in Düsseldorf-Angermund Mitte vergangener Woche insgesamt 900 Strohballen vernichtet. Brände von Stroh mehren sich seit einigen Wochen im Norden der Stadt. In Bauernhöfen und Reitställen macht man sich Sorgen, dass ein Brandstifter sein Unwesen treibt.

„Wir sind jetzt erhöht wachsam“, sagt Reitstall-Betreiber Nicolas Sonnen. Bauern und Reitstallbetreiber in der Gegend seien „gut vernetzt“, manche würden ‘Streife’ laufen oder dächten nun über Video-Überwachung nach. Er selbst muss sich jetzt in erster Linie darum bemühen, neues Stroh einzukaufen: „Wir haben etwa 90 Pferde auf dem Hof“. Das Stroh wird vor allem als Einstreu für die Ställe gebraucht und „zum kleinen Teil als Futter“, sagt Sonnen.

Fünf Strohbrände bis dato im Düsseldorfer Norden

Fünf Stroh-Brände zählt die Feuerwehr Düsseldorf seit dem 22. August diesen Jahres im Stadtnorden - mit zumeist massiven Schäden. Der bis dato jüngste war in der Nacht zu Sonntag, als auf einem Feld im Stadtteil Lohausen 250 Stroh-Rundballen in Flammen standen. Solche Strohballen wiegen gut 250 Kilo. Der Wert je Ballen wird auf 20 bis 30 Euro geschätzt, sagt Nicolas Sonnen. Den Sachschaden bei ihm bezifferte er auf an die 20.000 Euro. Zudem wurden sechs abgestellte Pferdeanhänger von den Flammen zerstört - „und noch etwas Silage“.

Bei der Polizei Düsseldorf bestätigt ein Sprecher die Ermittlungen. „Wir sind verstärkt wachsam“, heißt es bei der Polizei. Weitere Angaben macht man nicht, zumal man davor warnt, dass es Brandstiftern auch darum gehe, mit ihren Taten öffentliche Aufmerksamkeit zu erlangen.

Brennende Strohballen sind so gut wie nicht zu löschen

Dass auf vielen Feldern jetzt Strohballen liegen oder als Strohmieten aufgebaut sind, ist typisch für die Jahreszeit: Im Juli und August läuft die Getreideernte. Strohballen auf Feldern einzeln zu lagern, nicht gehäuft, und auch für länger sei kaum möglich, heißt es beim Rheinischen Landwirtschaftsverband. „Die Fruchtfolge auf den Feldern ist eng getaktet“, sagt eine Sprecherin. Bauern würden jetzt zum Beispiel bereits die Wintersaat ausbringen: „Aktuell zum Beispiel Raps, bis Oktober auch Winterweizen und Wintergerste“, sagt die Sprecherin.

Brennende Strohballen sind so gut wie nicht zu löschen, sagt Christoph Schuster, Sprecher der Feuerwehr Düsseldorf: „Wenn es einmal brennt, ist alles verloren“. Die 250 Ballen in Lohausen habe man schließlich kontrolliert abbrennen lassen müssen, sagt er. Als am 29. August ein Feuer in der Nähe der B8N in Angermund gemeldet wurde, „waren wir sehr schnell da und schafften es, zu löschen“, erinnert sich Schuster.

Strohbrände auch in Duisburg und Meerbusch

Im angrenzenden Duisburg ermittelt die Polizei nach Angaben eine Sprecherin seit Ende Juni in fünf Fällen von brennendem Heu oder Stroh wegen Brandstiftung, im Westen der Stadt und im Süden. Auch die Polizei im Rheinkreis Neuss ermittelt wegen Strohbränden. Zuletzt brannte es in der Nacht zu Sonntag in Meerbusch-Ilverich. Dort standen 200 Strohballen in Flammen. Das Feuer war um 22.55 Uhr gemeldet worden. Nur zwei Stunden später kam der Alarm zu dem Strohbrand in Lohausen - auf der anderen Rheinseite gegenüber.

Dass die 900 quaderförmigen Strohballen in Wittlaer sich am 11. September selbst entzündet haben könnten, glaubt Reitstall-Betreiber Nicolas Sonnen indes nicht: „Es gibt kein Indiz dafür“. Gut 15 Stunden hatten Feuerwehrleute gegen die Flammen gekämpft. Das Feuer habe immerhin eingegrenzt werden können, so dass sich die Schäden noch in Grenzen gehalten haben, berichtete die Feuerwehr.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben