Bildband

Düsseldorf setzt berühmtem Straßenfotografen ein Denkmal

Düsseldorf beginnt sich zu erholen: Nach Ende des Ersten Weltkriegs kehren die deutschen Truppen Ende 1918 zurück, hier der Vorbeizug am Hofgärtnerhaus.

Düsseldorf beginnt sich zu erholen: Nach Ende des Ersten Weltkriegs kehren die deutschen Truppen Ende 1918 zurück, hier der Vorbeizug am Hofgärtnerhaus.

Foto: STADTARCHIV DÜSSELDORF

Düsseldorf.  Das Düsseldorfer Stadtarchiv hat einen Bildband über den Fotografen Julius Söhn heraus gegeben. Darin gibt es 160 spektakuläre Aufnahmen.

Seine Bilder dokumentieren den Wandel der Zeit. Die frühen Fotografien von Julius Söhn (1868 - 1943) zeigen menschenleere Stadtbilder in Düsseldorf, später lichtet der gebürtige Saarländer immer noch gerne Straßen ab, aber mit den Jahren werden die Straßen voller, die Rheinmetropol wird das, was man heutzutage „urban“ nennt.

Irgendwann werden die Bilder also wimmeliger, irgendwann fängt Söhn damit an, die Menschen am Rand des Bildes abzuschneiden.

Bildband würdigt die Arbeit des Düsseldorfer Fotografens

Das Stadtarchiv besitzt die größte, thematisch umfangreichste Fotosammlung zur Düsseldorfer Stadtgeschichte. Einen ganz großen Beitrag dazu leistet der Nachlass von Julius Söhn, der 1975 von dessen Familie an die Stadt für damals 65.080 Mark ging. „Davon sind 10.000 Mark direkt an die Familie gegangen, der Rest wurde in Monatsraten abbezahlt“, hat sich Andrea Trudewind erkundigt.

Die Archivarin hat zusammen mit Julia Lederle-Wintgens vom Stadtarchiv den Bildband „Augenblicke des Wandels. Julius Söhn – frühe Straßenfotografie in Düsseldorf (1890 - 1937)“ heraus gegeben. Es würdigt den Düsseldorfer Fotografen, zeigt mehr als 160 Aufnahmen. „Er ist ein guter Bekannter, weil wir immer wieder auf seine Fotos zurückgreifen“, sagt Lederle-Wintgens. „Aber gleichzeitig wissen wir eigentlich gar nicht, wer er ist“. Deshalb sei es „längst überfällig“ gewesen, diesen Band zu veröffentlichen.

Schon mit vier Jahren Vollwaise

Söhn wurde in Saarloius geboren, wurde bereits mit vier Jahren Vollwaise, zog dann früh ins Rheinland nach Aachen, später Köln. Düsseldorf erkundete er bei einer seiner Wanderschaften. Er soll sich sofort in die Stadt verliebt haben. Er heiratete eine Düsseldorferin, verdingte sich in der Stadt zunächst als Porträtfotograf.

Als sich dann bald die Technik weiter entwickelte, erlaubte das Söhn auch eine größere Mobilität. Er soll sehr häufig mit seiner Kamera durch die Stadt gestreift sein, immer bemüht, besondere Szenerien und Ereignisse festzuhalten. Er fotografierte Ausstellungen, Landschaften, aber die Straßen waren wohl sein Lieblingsmotiv. Er hat Aufnahmen vom Ballon oder vom Zeppelin aus „geschossen“. Dafür hat Julius Söhn mehrere Preise gewonnen.

„Augenblicke des Wandels. Julius Söhn – frühe Straßenfotografie in Düsseldorf (1890 - 1937)“ ist im Klartext-Verlag erschienen und für 19,90 Euro im örtlichen Buchhandel oder im Stadtarchiv zu haben. ISBN: 978-3-8375-2242-6

„Augenblicke des Wandels. Julius Söhn – frühe Straßenfotografie in Düsseldorf (1890 - 1937)“ ist im Klartext-Verlag erschienen und für 19,90 Euro im örtlichen Buchhandel oder im Stadtarchiv zu haben. ISBN: 978-3-8375-2242-6

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