Radverkehr

Demo für Radwege: Düsseldorfer Aktivisten fürchten Kollaps

Mehr neue und sichere Radwege. Das wollen Greenpeace, der ADFC und weitere Organisationen, die sich an der Demonstration an der Düsseldorfer Oststraße beteiligen.

Mehr neue und sichere Radwege. Das wollen Greenpeace, der ADFC und weitere Organisationen, die sich an der Demonstration an der Düsseldorfer Oststraße beteiligen.

Foto: Lars Heidrich

Düsseldorf.  Mehrere Organisationen und Vereine demonstrieren in Düsseldorf für neue und sichere Radwege. Sie befürchten sonst einen Verkehrskollaps.

In Düsseldorf soll mehr Platz für Fahrradfahrer geschaffen werden. Das fordern Greenpeace und der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) und rufen daher am heutigen Samstag um 11 Uhr zu einer Demonstration an der Oststraße auf. Es sei nun an der Zeit, in der Stadt mehr Raum für das Rad zu schaffen. Gerade die Corona-Krise gebe Anlass dazu, heißt es. Auch in rund 30 anderen deutschen Städten wird heute für mehr Radwege demonstriert. Dabei orientiert man sich an Städten wie Brüssel oder Berlin, die – bereits während der Pandemie – diverse Schritte zur Förderung des Radverkehrs umgesetzt haben.

Das Rad muss attraktiver werden

„Besonders in Corona-Zeiten sollte es mehr temporäre Fahrspuren für Radfahrer geben“, meint Ulrike Hinz-Roland von Greenpeace Düsseldorf. Sie fordert die Einführung sogenannter Pop-up-Radspuren, provisorische Radwege, wie sie auch in Berlin seit neuestem genutzt werden. „Damit hätte man mehr Platz für alle, um die Abstände einzuhalten. An der Oststraße könnte man das etwa umsetzen“, schlägt Hinz-Roland vor. „Wenn die Leute dauerhaft wieder vom ÖPNV auf das Auto umsteigen, weil sie Angst vor Infektionen haben, gibt es einen Verkehrskollaps. Deswegen muss das Fahrrad attraktiver gemacht werden. Die Stadt muss da handeln.“

Grüne wollen bessere Fahrrad-Infrastruktur

Auch Lerke Tyra vom ADFC Düsseldorf befürchtet: „Die Leute meiden gerade Bus und Bahn, wenn da alle Auto fahren, bricht hier alles zusammen. Die Fahrradwege, die wir haben sind oft nicht breit genug oder nicht getrennt von Fußgängern“, kritisiert Tyra. „Das ist keine Luxusforderung. Es braucht einfach mehr Platz für Fahrradfahrer. Wir wollen daher geschützte Radstreifen. Diese sind auch nötig, um die Abstandsregeln einhalten zu können.“

Norbert Czerwinski, Grünen Fraktionschef im Stadtrat, nimmt selbst an der Demo teil, wie er ankündigt. „Ich halte die Pop-up-Radspuren für eine super Idee. Wir Grünen haben mit dem ADFC und dem Unternehmen, das diese Pop-ups macht, auch kürzlich ein Webseminar veranstaltet, in dem wir uns ausgetauscht haben“, berichtet er. „Wir hätten davon gerne mehr bei uns. Jetzt müssen aber mehr Radwege gebaut werden. Denn gerade jetzt merkt man, dass die Fahrrad-Infrastruktur nicht ausreichend ist. Neue Spuren brauchen aber lange Vorbereitung“, so Czerwinski. „Daher sind diese Pop-ups ein gutes Provisorium, das sich ausbauen lässt.“

Thema auch im Ausschuss

Eine Pop-up-Spur könne zeitweise helfen, meint Matthias Herz, SPD-Ratsherr und Mitglied im Ordnungs- und Verkehrsausschuss (OVA) der Stadt. „Aber ich denke, man sollte eher auf dauerhafte Lösungen setzen. In Berlin funktioniert das zwar ganz gut, in Düsseldorf ist das aber nicht ganz so einfach“, meint er. „Wir wollen den Radverkehr intensiv fördern und unterstützen daher das Anliegen nach mehr Platz fürs Rad. Wir wollen jedoch dauerhaft vernünftige Maßnahmen umsetzen. Wir haben ja bereits eine Protected-Bike-Lane auf der Rotterdamer Straße und in der OVA-Sitzung am Mittwoch steht viel zum Radverkehr auf der Tagesordnung.“

So stehen auf der Agenda die Protected-Bike-Lane am Trippelsberg, ein Radfahrstreifen auf der Königsberger Straße und Sandträgerweg, die Radwegeplanung an der Oberbilker Allee und Witzelstraße, sowie Maßnahmen zur Förderung der Verkehrssicherheit und des Radverkehrs im Bereich der Bilker Allee.

CDU-Antrag abgelehnt

„Wir brauchen mehr Radwege, ja. Aber man kann nicht nur an Radfahrer denken“, sagt Andreas Hartnigk, CDU-Fraktionsvize und stellvertretender Vorsitzender des OVA. „Die CDU hat sich aber für mehr Radwege eingesetzt. Wir wollten am Rheinufer an der Tonhalle eine Lösung für eine Engstelle, damit Fußgänger und Radfahrer sicher aneinander vorbei kommen. Unser Antrag wurde jedoch abgelehnt“, so Hartnigk weiter. „Unter Geisel und der Ampel wurden wenige neue Radwege gebaut. Wir müssen jetzt Wege bauen, wo sie gebraucht werden. Aber das muss auch vernünftig umgesetzt werden“, betont er. „Zwischen Urdenbach und Monheim gibt es einen Radweg, der mit Schotter aufgefüllt ist. Da hätte selbst ein Mountainbike Probleme.“

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