Corona-Krise

Corona: Düsseldorfer Pflegediensten fehlen Schutzmasken

Ein begehrtes Gut in Corona-Zeiten – auch in Düsseldorf: OP-Masken. Wenig nützlich gegen das Virus, aber trotzdem fast überall ausverkauft. Auch Pflegedienste kämpfen mit dem Nachschubmangel.

Ein begehrtes Gut in Corona-Zeiten – auch in Düsseldorf: OP-Masken. Wenig nützlich gegen das Virus, aber trotzdem fast überall ausverkauft. Auch Pflegedienste kämpfen mit dem Nachschubmangel.

Foto: Wang Quanchao / dpa

Düsseldorf.  Düsseldorfer Pflegekräften fehlt in der Coronavirus-Krise die Ausrüstung. Doch Schutzmasken sind oft nur noch zu Wucherpreisen zu bekommen.

Der Mangel an medizinischer Schutzkleidung belastet auch die Pflegedienste in Düsseldorf zusehends. Auch Patienten und deren Angehörige seien in Zeiten der Corona-Krise nervöser zum Teil ängstlicher als üblich, berichten Pflegekräfte.

Wie auch in den Krankenhäusern geht bei den ambulanten Pflegediensten langsam die medizinische Schutzausrüstung zur Neige. „Der Nachschub an Masken ist gerade ungenügend. So können wir unsere Hygienemaßnahmen nicht lange einhalten“, berichtet Kerstin Bretscher vom Pflegedienst San Medicus aus Benrath. „Aber es kommt bald der angekündigte Nachschub vom Land NRW.“

Die Arbeit und die Richtlinien hätten sich nicht groß verändert, sagt Bretscher. Die Leute seien allerdings nervöser. „Wir werden mit Anrufen bombardiert. Angehörige von Patienten haben oft Falschinformationen, machen sich Sorgen und fragen viel bei uns nach“, erzählt sie.

Coronavirus: Falschinformationen sorgen für Verunsicherung

Sollte es den Verdacht einer Corona-Infektion bei einem Patienten geben, melden die Pflegekräfte dies direkt dem Büro, welches den Fall an die Stadt meldet. „Von dort bekommen wir dann Anweisungen, was zu tun ist“, so Bretscher weiter.

Auch bei Profi Pflege Düsseldorf mit Sitz in Pempelfort fehlen vor allem die Schutzmasken. „Die Hygienemaßnahmen sind leicht erhöht“, berichtet Christoph Wicharz von der Geschäftsführung. „Die werden bei uns genauso penibel eingehalten wie auch ohne Corona. Da hat sich nicht viel geändert, außer dass wir jetzt Mundschutz tragen sollen.“ Jedoch gebe es derzeit keine dieser Masken, sagt Wicharz.

„Wenn, dann sind sie zu teuer. Da versuchen manche jetzt Geschäfte zu machen.“ Er habe bereits unseriöse Angebote bekommen. „Sechzig Masken für 1500 Euro wollte man mir anbieten.“ Der Nachschub an medizinischer Schutzausrüstung von Bund und Land werde wohl verständlicherweise zuerst an Krankenhäuser geliefert, vermutet Wicharz.

Schutzmasken für Pflegekräfte: Viele unseriöse Angebote

Für die Mitarbeiter gilt bei den Patienten die übliche Schulung, falls ein Krankheitsfall vorliege: „Augen auf und auf Symptome achten“, erklärt Wicharz. Insgesamt herrsche „bei den Patienten und ihren Angehörigen eine gewisse Nervosität, aber keine Panik“.

Von ängstlicheren Patienten berichtet Mike Sablowsky von der Pflegeunion Düsseldorf in Pempelfort. „Die Leute brauchen mehr gutes Zureden. Von daher ist die Pflege kommunikativer geworden“, sagt er. „Wir haben auch einige Absagen von Patienten bekommen, weil sie Angst vor einer Infektion haben“, erzählt Sablowsky. „Auch wenn ich das nachvollziehen kann, ist das medizinisch gefährlich. Ein Patient wollte sich sein Insulin selbst spritzen und rief dann zwei Tage später wieder bei uns an und sagte, sein Insulinspiegel sei aus der Bahn.“

Auch wünschen sich die Patienten, dass die Pflegekräfte Mundschutz tragen. „Die bringen eigentlich gar nichts“, so Sablowsky. „Das sagt ja auch das Robert-Koch-Institut.“ Jedoch sei man den Wünschen nachgekommen, sagt er weiter. „Die Masken sind gerade schwer zu bekommen. Aber wir haben zum Glück vor sechs Wochen bereits eine Großbestellung bekommen und haben jetzt nochmal nachgeordert.“

Düsseldorfer Pflegekräfte kaufen Masken vom Tattoo-Studio

Dabei musste der Pflegedienst kreativ werden: „Wir haben einige Masken von einem Tattoo-Studio gekauft. Die brauchen sie gerade nicht und konnten so einen Teil ihrer Einbußen wettmachen“, berichtet Sablowsky. Aber auch er habe unseriösen Angebote erhalten. „Mir wurden die Masken für neun Euro pro Stück angeboten. Ich brauchte 2000. Die Rechnung wäre dann schon ne Hausnummer gewesen“, sagt er. Zum Vergleich: Der Normalpreis für die OP-Masken ist 15 Cent pro Stück.

Die ambulanten Pflegedienste leisten weiterhin einen unentbehrlichen Beitrag zur Versorgung vieler Düsseldorfer, heißt es seitens der Stadt. Dabei gebe es eine enge Abstimmung mit dem Gesundheitsamt. Dieses helfe auch bei Fragen zum Umgang mit infektiösen Patienten, um den Schutz des Pflegepersonals sicherzustellen. Außerdem seien dem Ministerium täglich sowohl die aktuelle Anzahl der Infizierten – sowohl Patienten als auch Personal – sowie die unter Quarantäne befindlichen Personen von den Einrichtungen und ambulanten Diensten zu melden, so die Stadt weiter.

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