Urteil

Geldstrafe fürs Posieren auf Polizeiwagen in Düsseldorf

Vor Gericht gab der junge Mann zu: „Das war keine gute Idee!“

Vor Gericht gab der junge Mann zu: „Das war keine gute Idee!“

Foto: Wulf Kannegießer

Düsseldorf.  18-Jähriger reumütig vor Gericht: „Darauf bin ich nicht stolz!“

Sich auf der Motorhaube eines Polizeiwagens zu räkeln und für Handy-Fotos eines Kumpels auf der Front des Streifenwagens zu posieren – das hielt ein 18-Jähriger im Mai in Düsseldorf noch für eine ganz tolle Idee. Am Freitag vor Gericht gestellt, ist der Auszubildende aus der Gastronomie aber kräftig zurückgerudert. Auf die ungewöhnliche Foto-Session vom Mai angesprochen, gestand er kleinlaut: „Darauf bin ich nicht stolz!“ Der Jugendrichter hat gegen den reumütigen Poser daraufhin 600 Euro als Strafe verhängt – aber nicht wegen der Fotos, sondern weil sich der ertappte Foto-Fan damals noch massiv dagegen gewehrt hatte, sein Handy mit den Aufnahmen der Polizei auszuhändigen.

Abends im Mai staunten die Beamten nicht schlecht, als sie zu ihrem Streifenwagen an der Ecke Bolker Straße/Heinrich-Heine-Allee kamen. Auf der Haube aalte sich gerade der 18-Jährige, ließ sich von einem Kumpan dabei mit seinem Handy fotografieren. Da die Motorhaube einen tiefen Kratzer aufwies, habe zunächst sogar der Verdacht einer dreisten Sachbeschädigung bestanden.

Er wurde gefesselt zur Wache gebracht

Als die Beamten das Handy des 18-Jährigen forderten, sperrte und wehrte der sich so heftig dagegen, dass er gefesselt mit zur Wache kommen musste. Erst später kam heraus: Die Schäden auf der Haube stammten nicht von ihm, sondern von einem anderen Vorfall. So blieb es bei der Anzeige gegen den 18-Jährigen wegen seines Widerstands. Und nur darüber hat der Amtsrichter verhandelt und geurteilt. Dabei konnte der Angeklagte nicht mal erklären, warum er sich für seine Poser-Fotos einen Streifenwagen als Unterlage ausgesucht hatte: „Da habe ich nicht drüber nachgedacht!“ Und was mit den Fotos passieren sollte, ob er sie im Internet posten wollte? „Da habe ich auch nicht drüber nachgedacht!“ Da diese Gedankenlosigkeit aber zu seinem Widerstand gegen die Polizisten führte, kostet das den 18-Jährigen jetzt laut Urteil ein komplettes Monatseinkommen als Auszubildender, also 600 Euro. Allerdings darf er den Betrag nun in Raten abstottern, so der Richter.

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