Polizei-Computer

LKA-Beamter soll „Pflegemafia“ interne Daten verraten haben

Interne Ermittler des LKA waren ihrem Kollegen auf die Spur gekommen, weil der 40-Jährige Kontakt zu Verdächtigen hatte.

Interne Ermittler des LKA waren ihrem Kollegen auf die Spur gekommen, weil der 40-Jährige Kontakt zu Verdächtigen hatte.

Foto: Swen Pförtner / dpa (Archiv)

Düsseldorf.  LKA-Beamter soll Mitglieder einer russisch-ukrainischen „Pflegemafia“ mit sensiblen Daten versorgt haben. Ihm droht der Verlust des Beamtenstatus

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Ein Beamter des Landeskriminalamts in Nordrhein-Westfalen ist wegen Verrats von Dienstgeheimnissen zu eineinhalb Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Das Amtsgericht sah es am Dienstag als erwiesen an, dass der Polizist jahrelang Mitglieder einer russisch-ukrainischen „Pflegemafia“ mit Daten aus dem Polizeicomputer versorgt hat. Der 40-Jährige muss außerdem 3600 Euro zahlen.

Interne Ermittler des LKA waren ihrem Kollegen auf die Spur gekommen, weil der 40-Jährige Kontakt zu Verdächtigen hatte. In zahlreichen Fällen hatte er sich im Polizeicomputer über Verdächtige informiert, gegen die wegen Pflegebetrugs ermittelt wurde. Darunter seien auch der Anfang Februar 2018 in Düsseldorf zu sieben Jahren Haft verurteilte Boss der Pflegemafia sowie der Schwiegervater des Beamten gewesen.

Verteidigung wird wohl in die Berufung gehen

Der 40-jährige LKA-Mann hatte zwar die Abfragen zugegeben, behauptete aber, die Ergebnisse nicht weitergegeben zu haben. Er habe nur die Angaben eines Ex-Polizisten aus der Ukraine überprüfen wollen, der sich ihm als Informant angeboten habe.

Nach Bekanntwerden der Vorwürfe wurde der Beamte suspendiert. Jetzt droht ihm der Verlust des Beamtenstatus und seiner Pensionsansprüche. Sein Verteidiger hatte Freispruch gefordert und wird wohl Berufung einlegen. (dpa)

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