Wohnen

Marktanalyse: Wohnen bleibt teuer in Düsseldorf

Neugebaute Luxusapartments in Düsseldorf (Symbolbild). Die Preise für Immobilien und Mieten bleiben auch in absehbarer Zukunft unverändert teuer. Das geht aus einer Marktanalyse durch ein Makler-Netzwerk hervor.

Neugebaute Luxusapartments in Düsseldorf (Symbolbild). Die Preise für Immobilien und Mieten bleiben auch in absehbarer Zukunft unverändert teuer. Das geht aus einer Marktanalyse durch ein Makler-Netzwerk hervor.

Foto: iStockphoto/acilo

Düsseldorf.  Ein Netzwerk von Immobilienmaklern untersuchte die Miet- und Kaufpreise in Düsseldorf. Tendenz: Günstiger wird es nicht.

Die Immobilienpreise und Wohnungsmieten sind im Großraum Düsseldorf anhaltend stabil. Dies geht aus einer Analyse der Düsseldorfer Immobilienbörse (DIB) hervor. Das Netzwerk untersuchte die Miet- und Kaufpreise der vergangenen Jahre und gibt eine Prognose für das laufende Jahr. Die Werte flossen in diese Marktanalyse ein, die erstmals von dem Verbund veröffentlicht wird. Sie gibt Käufern und Mietern von selbst genutzten Wohnimmobilien sowie Investoren einen Überblick über das aktuelle Geschehen.

Nachfrage wieder auf Vor-Corona-Niveau

Die Corona-Krise führte im März und April 2020 zu einem Rückgang der Nachfrage. Diese habe sich aber seitdem wieder auf dem Vor-Krisen-Niveau eingependelt, so das Maklernetzwerk. Im Wohnimmobilienbereich ist nicht damit zu rechnen, dass die Mieten und Preise in den nächsten Monaten sinken. Eher könnten Mehrfamilienhäuser mit zusätzlichen Gewerbeflächen oder reine Gewerbeimmobilien von Preissenkungen betroffen sein. Dies sei jedoch in der aktuellen Lage schwer vorherzusagen, heißt es weiter. Eventuelle negative Folgen in diesen Marktsegmenten werden vermutlich – falls überhaupt – ab Ende des Jahres zum Tragen kommen.

Immobilien sind krisenfest

Bereits in der Finanzkrise habe sich die Immobilie als äußerst krisenfest erwiesen. Dies könnte auch für die Pandemie-Phase gelten. Alleine in Düsseldorf haben sich zwischen 2009 und 2019 die Preise für Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser mehr als verdoppelt. Während sich die Steigerungen im Bereich der Luxus-Immobilien, egal ob zur Miete oder zum Kauf, in den zurückliegenden zwei, drei Jahren beruhigten, zogen die Wohnkosten in einfachen und mittelguten Lagen in fast allen geprüften Städten an. Denn die Nachfrage nach Immobilien ist nach wie vor groß, das Angebot in der Region knapp.

Ein gefragter Standort

Düsseldorf zählt zu den sieben wichtigsten deutschen Büro- und Einzelhandelsstandorten. Außerdem punktet die Stadt im Wohnungssegment. Jedes Jahr findet sie sich im „Mercer Quality of Living“-Index unter den weltweit zehn lebenswertesten Städten. Auch als Wirtschaftsstandort ist Düsseldorf ein Kraftprotz. International agierende Unternehmen sind hier angesiedelt. Als einer der führenden Messestandorte bietet Düsseldorf erstklassige Infrastruktur.

Diese Aspekte sind unter anderem Grund für ein solides Bevölkerungswachstum auf rund 622.000 Einwohner und einen überdurchschnittlich hohen Kaufkraftindex von 118,5. Der Düsseldorfer Immobilienmarkt ist bekannt für seine Beständigkeit und Attraktivität. Die hohe Nachfrage, gepaart mit einem knappen Angebot, führt zu steigenden Preisen in fast allen Marktsegmenten. Von diesen Entwicklungen profitieren besonders die zentrumsnahen Quartiere entlang des Rheins sowie mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erschlossene Stadtteile.

Verdichtung führt zu weiterem Preisdruck

In der Innenstadt werden nur noch selten Baugrundstücke angeboten. Um die Nachfrage nach hochwertigen Eigentumswohnungen zur befriedigen, findet eine immer stärkere Verdichtung durch Innenhofbebauung, Aufstockungen und Sanierungen statt. Das führt zu weiterem Preisdruck im Neubaubereich mit Quadratmeterpreisen zwischen 6500 und 9500 Euro und erreicht im Luxussegment in den Top-Lagen auch Preise jenseits von 10.000 Euro.

Eigentumswohnungen profitieren ebenso vom allgemeinen Preistrend. In diesem Segment haben sich die Preise in den vergangenen zehn Jahren nahezu verdoppelt und liegen an mittleren und sehr guten Standorten zwischen 3200 und 6500 Euro pro Quadratmeter. Einfache Standorte, insbesondere im Einzugsbereich des Hauptbahnhofs, werden für moderate Preise angeboten, die zwischen 2200 und 2400 Euro liegen.

Keine Obergrenzen im Luxusbereich

Gebrauchte Einfamilienhäuser sind ein knappes Gut. Sanierungsbedürftige Häuser in einfachen Lagen werden häufig abgerissen und durch Neubauten ersetzt. Die Einstiegspreise liegen bei 400.000 Euro. Mittlere und gute Lagen sind hart umkämpft und erreichen Preise von bis zu 1,7 Millionen Euro. Kaum Obergrenzen gibt es im Premiumbereich.

Der anhaltende Immobilienboom in Düsseldorf wird weiterhin durch eine historisch niedrige Zinsphase und eine wachsende Bevölkerung befeuert. Wer auf fallende Preise wettet, wird wohl enttäuscht. Die Stadt hat auf so manche Krise mit Preisstabilität reagiert und diese gemeistert.

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