Klartext

Rheinoper in Düsseldorf: Wozu eigentlich ein Neubau?

Stephan Wappner findet: Das Bestandsgebäude sanieren und das Prestigeobjekt fallen lassen.

Stephan Wappner findet: Das Bestandsgebäude sanieren und das Prestigeobjekt fallen lassen.

Foto: Lars Heidrich / FUNKE Foto Services

Die alte Oper wird teuer saniert, eine neue Oper soll gebaut werden. Das finden nicht alle Düsseldorfer angemessen.

Die Oper an der Heine-Allee wird aktuell für viel Geld saniert, um den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten. Man sollte darüber nachdenken, noch mehr zu investieren, damit die Oper in dem Haus bleiben kann. Keine Geringere als die neue Kulturdezernentin Miriam Koch sagte in der jüngsten Ratssitzung, dass das Bestandsgebäude noch Substanz für viele Jahre habe.

Ja, unsere Oper ist ein wenig abgerockt und natürlich kein Vergleich zur Elbphilharmonie in Hamburg. Na und? Es muss nicht immer alles neu und größer und breiter sein. DEG-Fans sehnen sich genau deshalb vom sterilen Dome zurück in ihr „Wohnzimmer“: ins Eisstadion an der Brehmstraße.

Was treibt die vielen Düsseldorfer Politikerinnen und Politiker eigentlich dazu, einen milliardenschweren Opern-Neubau durchboxen zu wollen. Will man den Investor nicht verprellen? Ein Prestigebau in dieser Größenordnung ist in Krisenzeiten wie diesen, in denen viele Düsseldorfer arge Ängste um ihre Finanzen haben, nicht mehr angemessen. Und was soll eigentlich diese „Oper für alle“? Gibt es auch „Technopartys für alle“?

Die Politik fährt seit Monaten in Sachen Oper einen konzeptlosen Schlingerkurs. Jetzt gibt es auch noch einen Ideenwettbewerb – eine Beteiligung im Rahmen der Standortsuche. Man nimmt also die Bürger mit, damit man dieses unverhältnismäßige Wahnsinnsprojekt am Ende besser rechtfertigen kann.

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