Nahverkehr

So will die Düsseldorfer SPD die Preise des VRR reformieren

Wer sich ein VRR-Ticket kauft wundert sich immer wieder. Denn die Kosten sind oft verschieden bei gleichen Verbindungen.

Wer sich ein VRR-Ticket kauft wundert sich immer wieder. Denn die Kosten sind oft verschieden bei gleichen Verbindungen.

Foto: Roland Weihrauch / dpa

Düsseldorf.  Der Düsseldorfer Bundestagsabgeordnete Andreas Rimkus (SPD) will das Ticketsystem des VRR überarbeiten. Die Preise sollen ausgeglichen werden.

Die Preise im Ticketsystem des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) sorgen immer wieder für Verwirrung. Besonders wenn man durch mehrere sogenannte „Waben“ fährt, wird es plötzlich teurer. Der Düsseldorfer SPD-Chef und Bundestagsabgeordnete Andreas Rimkus will das nun ändern und das System reformieren.

„Wir unternehmen bereits viel, damit der ÖPNV verbessert wird“, erklärt Rimkus. „Jetzt muss es darum gehen, das Ticketsystem auszugleichen. Ich verstehe nicht, warum es teurer sein soll, obwohl man das selbe Ziel hat“, so der Abgeordnete weiter.

Das Problem, das Rimkus lösen will, liege im Preissystem der VRR-Tickets, meint er. Ein Beispiel: Wer vom Düsseldorfer Rathaus zum Neusser Rathaus gelangen möchte, hat verschiedene Verbindungen zur Auswahl. Eine Möglichkeit ist ein kurzer Fußweg zur U-Bahn-Station an der Heinrich-Heine-Allee, um dort in die U75 zu steigen, die einen bis zum Neusser Hauptbahnhof bringt. Von dort geht es weiter mit der 709. Mit dieser Bahn kommt man zum Neusser Markt und dem Rathaus. Das Ticket für diese Fahrt kostet 2,90 Euro.

Die Fahrtroute entscheidet über den Preis

Eine andere Variante ist die Verbindung mit einer anderen U-Bahn-Linie von der Heinrich-Heine-Allee aus in Richtung Graf-Adolf-Platz, um bereits dort in die 709 zu steigen und dann bis zum Neusser Markt zu fahren. Bei dieser Verbindung kostet das Ticket jedoch 6 Euro.

Um zu verstehen, warum man bei zwei verschiedenen Verbindungen, vom selben Ausgangspunkt zum selben Ziel, fast den doppelten Preis zahlen muss, hilft ein Blick auf die Karte der Tarifgebiete, Regionen und Preisstufen des VRR. Das Verbundgebiet ist in sogenannte „Waben“ aufgeteilt. Das Düsseldorfer Stadtgebiet besteht aus zwei solcher Waben. Die Wabe „Düsseldorf Mitte/Nord“ einerseits, die Wabe „Düsseldorf Süd“ andererseits. Neuss liegt in der Wabe „Neuss/Kaarst“.

Andere Route – doppelter Preis

Der Preisunterschied ist nun durch die Fahrtroute bedingt. Die U75 fährt eine nördliche Route über die Oberkassler Brücke, direkt von der Wabe „Düsseldorf Mitte/Nord“ nach Neuss.

Die 709 jedoch überquert den Rhein über die Südbrücke und durchquert so die Wabe „Düsseldorf Süd“ bevor sie nach Neuss kommt. Der Fahrtpreis ist doppelt so hoch, weil eine zusätzliche Wabe durchfahren wird.

365-Euro-Jahresticket als Alternative

„Unverständlich“, findet das Andreas Rimkus. „Ebenso ist das wenn man vom Düsseldorfer Hauptbahnhof zum Kölner Hauptbahnhof fährt“, erklärt Rimkus. „Die Fahrt mit der Deutschen Bahn ist da günstiger, als die Verbindung von VRR und VRS. Und das obwohl man vom gleichen Startpunkt zum gleichen Ziel fährt.“

Das 365-Euro-Jahresticket sieht der Sozialdemokrat als gute Alternative, um den ÖPNV aufzubessern. „Da sollten wir langsam mit beginnen, indem wir zuerst sicherstellen, dass Kinder und Senioren kostengünstiger mit der Bahn fahren können.“

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