Nahverkehr

SPD fordert S-Bahn zwischen Grevenbroich und Düsseldorf

ine S-Bahn-Verbindung Grevenbroich-Düsseldorf würde auch über die Hammer Eisenbahnbrücke über den Rhein gehen.

ine S-Bahn-Verbindung Grevenbroich-Düsseldorf würde auch über die Hammer Eisenbahnbrücke über den Rhein gehen.

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Düsseldorf.  Land NRW und Bahn haben Projekte für bessere Anbindungen vorgestellt. SPD kritisiert Nichtberücksichtigung der Strecke Grevenbroich - Düsseldorf.

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Das Land Nordrhein-Westfalen und die Deutsche Bahn haben am Mittwoch fünf Projekte zur Beschleunigung von besseren Bahnanbindungen im Rheinischen Revier vorgestellt. Die SPD aus Düsseldorf und dem Rhein-Kreis Neuss begrüßen die Initiative grundsätzlich. „Die Landesregierung greift eine wichtige Forderung der SPD zur erfolgreichen Gestaltung des Strukturwandels endlich auf“, erklärte gestern Andreas Rimkus, Bundestagsabgeordneter und Vorsitzender der SPD in Düsseldorf. Maßnahmen, wie etwa die Verlängerung der geplanten S-Bahnlinie S 6 im Abschnitt Köln – Rommerskichen – Jüchen – Mönchengladbach stoßen daher auch auf Zustimmung bei der SPD.

50.000 Menschen betroffen

Mit großem Unverständnis wird allerdings seitens der Sozialdemokraten die Nichtberücksichtigung der zentralen Bahnverbindung Grevenbroich-Düsseldorf betrachtet. 50.000 Menschen pendeln täglich aus dem Rhein-Kreis Neuss nach Düsseldorf. „Spürbar ist das für jeden von uns: Die A46 und das Kreuz Neuss-West sind Frustgarant in den frühen Morgenstunden“, so Daniel Rinkert, Vorsitzender der SPD im Rhein-Kreis Neuss. Ausweichen auf die Bahn ist unattraktiv. Die RB39 fährt nur selten nach Düsseldorf durch. Zudem sind die Züge voll und die Taktung schlecht. Über eine Million Menschen leben in Köln, über 600.000 Menschen leben in Düsseldorf und dazwischen liegt der Rhein-Kreis Neuss, der Heimat für fast eine halbe Millionen Menschen ist. Rund 100.000 von ihnen haben keinen Anschluss an das S-Bahnnetz: Grevenbroich, Jüchen und Rommerskirchen sind abgehängt. Der Rhein-Kreis Neuss ist zudem von den Veränderungen in der Energiewirtschaft und dem Ausstieg aus der Braunkohle stark betroffen. Bis 2022 werden große Kapazitäten von Kraftwerksleistungen vom Netz gehen und Arbeitsplätze wegfallen. „Für überregional und international agierende Unternehmen spielen die technischen Infrastruktureinrichtungen eine entscheidende Rolle bei der Standortauswahl und Ansiedlung. Ohne eine funktionierende und zuverlässige Infrastruktur entstehen für die Gestaltung des Strukturwandels im Rheinischen Revier Nachteile. Daher brauchen wir jetzt eine S-Bahn Grevenbroich-Düsseldorf“, ist SPD-Landratskandidat Andreas Behncke überzeugt.

Es geht auch um die Reduzierung des Autoverkehrs

Rainer Thiel, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion ergänzt: „In der Sitzung des Kreistages im März wurde die von uns beantragte Machbarkeitsstudie für eine S-Bahn von Grevenbroich nach Düsseldorf beschlossen. Mit der S6 und die Umwandlung der RB 39 wäre Grevenbroich dann S-Bahnknotenpunkt. Das würde die Attraktivität der Schlossstadt enorm steigern.“

Auch für Düsseldorf ist der Ausbau S-Bahn-Verbindung in das Umland wichtig. „Je besser die Schienenverbindungen nach Düsseldorf sind, desto weniger Autos werden durch die Stadt fahren. Das sorgt für weniger Verkehr und mehr Umweltschutz. Zudem stärken wir damit den Wirtschaftsstandort der Landeshauptstadt“, erklärt Andreas Rimkus.

Der SPD-Landtagsabgeordnete Markus Herbert Weske appelliert daher an den CDU-Ministerpräsidenten Armin Laschet: „Wir haben durch das Strukturstärkungsgesetz die Chance, zu einer deutlichen Verbesserung des Schienenverkehrs in absehbarer Zeit zu kommen. Lassen Sie unsere Region nicht im Regen stehen und unterstützen Sie das zentrale Vorhaben der S-Bahn Düsseldorf-Grevenbroich.“

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