Plakatierungen

Tausende Plakate: Düsseldorf schon im Europawahlkampf

Europa wählt am 26. Mai. Auch in Düsseldorf ist der Wahlkampf schon im vollen Gang.

Europa wählt am 26. Mai. Auch in Düsseldorf ist der Wahlkampf schon im vollen Gang.

Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Düsseldorf.   Die Düsseldorfer Parteien sind im Wahlkampfmodus für die anstehende Europawahl. Schon etliche Plakate in den Straßenzügen. Doch was kostet das?

Europa wählt in knapp fünf Wochen und die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. In Düsseldorf zieren bereits etliche Plakate und „Wesselmänner“ (Großflächen) die Straßen. Rund 15.000 Euro kostet die SPD der Wahlkampf, so Ratsherr und Schatzmeister Peter Rasp.

Prominente Standorte für Plakate

Ein Großteil stammt aus Bundesmitteln der Partei und Mitgliedsbeiträge. Rund 500 Euro seien aus Spenden, so Rasp. Das Geld wird unter anderem für die gut 1000 Plakate benötigt, von denen jedes „etwa sechs, sieben Euro“ kostet. Die Plakate mit den Schwerpunktthemen „offene Grenzen“ und „Friedensprojekten“ hängen vor allem an den Hauptstraßen.

Einen „niedrigen fünfstelligen Betrag“, der sich aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden zusammensetzt, nimmt auch die CDU in die Hand, so Kreisgeschäftsführer Bernhard Herzog. Davon werden etwa 1000 Plakate und 18 Wesselmänner finanziert. Beliebte Orte: Einfallstraßen wie Völklinger, Kölner, Münster Straße, Graf-Adolf-Platz und Kavalleriestraße. Im Fokus der Plakate die Themen Sicherheit, Zukunft, Wirtschaft, Frieden.

Ehrenamtliche unterstützen beim Wahlkampf

Die Grünen investieren einen „nicht ganz niedrigen fünfstelligen Betrag“, so die Düsseldorfer Grünenchefin Mirja Cordes. Den größten Wert haben aber die Ehrenamtlichen, die die gut 1700 Plakate aufhängen (allein 500 im Stadtbezirk 3) und bei Veranstaltungen unterstützen, so Cordes. Neben den Plakaten haben die Grünen 40 Großflächen. Themen: Klima- und Artenschutz sowie ein demokratisches, soziales Europa.

Rund 5000 Euro zahlen die Düsseldorfer Linken lokal für ihren Wahlkampf, der Rest kommt von Bund oder Land, so der Kreisvorsitzende Udo Bonn. Damit finanzieren sie u.a. eine Facebook-Kampagne und 2000 Plakate allein für die Wahl. Die Plakate mit Schwerpunktthemen wie Steuer für Großkonzerne und Mindestlohn sind vor allem dort aufgehängt, „wo Menschen einkaufen gehen, in Wohnbezirken und Straßenbahnhaltestellen“. An Einfallstraßen will man nicht plakatieren, „das sind immer so Materialschlachten“, so Bonn.

FDP: „Europa soll mit einer Stimme sprechen“

Mit 35.000 Euro ist die FDP dabei. Der Betrag setzt sich vor allem aus Mitgliedsbeiträgen zusammen, so Chefin Marie-Agnes Strack-Zimmermann. Davon werden u.a. 42 Wesselmänner und 1300 Plakate finanziert. Die FDP setzt auf Bürgernähe, Austauschprogramme für Azubis und Bildung. Denn ein Austausch sei wichtig. „Wer Menschen kennenlernt, der macht sie nicht zu Feindbildern.“ Ihr Wunsch ist es, dass Europa „mit einer Stimme spricht, ein wirklich vereintes Europa“.

Linke träumen von zweistelligem Ergebnis

Auch Wünsche gibt es. „Wir hoffen, dass es wieder aufwärts geht“, so Rasp. Interessant werde aber auch, wie sich die Parteien platzieren, die gegen Europa sind. „Das ist das eigentlich kritische“, so Rasp.

Bernhard Herzog schätzt die Chancen der CDU nicht schlecht ein. „Bei der neuesten Umfrage sind wir bei über 30 Prozent mit großem Abstand zu Platz 2. Das sind nicht die Werte, die wir früher mal hatten, aber sie sind noch sehr gut“, so Herzog. Auch die Grünen sind optimistisch. „Ich glaube, dass Themen wie Klimaschutz schon mehr in den Köpfen der Menschen verankert sind“, so Mirja Cordes, die hofft den „starken, grünen Trend fortsetzen“ zu können.

Bei den Linken träumt man von einem zweistelligen Wert, so Udo Bonn und auch bei der FDP sieht man der Wahl positiv entgegen. „Wir haben gute Umfragewerte“, so Strack-Zimmermann. Ziel sei aber, die Liberalen wieder mehr in den Mittelpunkt zu rücken und die Nationalisten aufzuhalten und zu schwächen.

>> PLAKATE ZU FRÜH AUFGEHÄNGT

Punkt 18 Uhr sollte es vergangenen Freitag losgehen: Ab dann durften von den Parteien in Düsseldorf offiziell die Plakate für die Europawahl am 26. Mai aufgehängt werden. Doch wie aus einem Bericht des WDR hervorgeht, waren unter anderem die SPD, die Linke und die Grüne teils schon 20 Minuten früher dran.

Auch einige Regeln müssen bei der Plakatierung eingehalten werden: So sind Ampeln und Verkehrsschilder genauso tabu wie das Aufstellen vor dem Rathaus, an der Rheinuferpromenade sowie auf der Kö. Plakate dürfen auch die Sicht nicht behindern. Sie müssen mindestens auf 2,20 Meter angebracht werden und pro Pfosten darf nur ein Plakat angebracht sein.

Das sind deutsche Spitzenkandidaten für die Europawahl aus Düsseldorf 

Fünf Spitzenkandidaten wollen von Düsseldorf aus nach Europa: Eine von ihnen ist Claudia Krüger, Spitzenkandidatin „Aktion Partei für Tierschutz – Das Original – Tierschutz hier“. 2012 fasste sie den Entschluss sich politisch aktiv einzumischen. Seit 2014 ist sie im Stadtrat.

er Kö, die Verbesserung in der Fassadengestaltung von höheren Gebäuden“, so Krüger. Mit gleichem Elan möchte sie jetzt in Europa für die Tiere sprechen.

Der deutsche Spitzenkandidat der Grauen Panther ist Ulrich Wlecke. Er möchte „als Stimme des Seniorenschutzes in Tradition von Trude Unruh wirken“. „Die Rentnerarmut steigt, das sicherheitsempfinden der über 50 Generation sinkt und nicht zuletzt ist die Pflegesituation im Alter katastrophal.“

Der gebürtige Brite Chris Pyak, der in Düsseldorf lebt, ist Spitzenkandidat der „Neuen Liberalen – Die Sozialliberalen“. Seine Partei will sich dafür stark machen, dass die Interessen der Bürger in Europa besser vertreten werden.

Özlem Alev Demirel ist Spitzenkandidatin für die Linke auf Listenplatz 2. Sie steht u.a. für gute Löhne und Arbeitsbedingungen und Friedenspolitik. Die Grünen setzen wieder auf ein Duo, auf Listenplatz 2 geht Sven Giegold ins Rennen.

Weitere Düsseldorfer für die Europawahl: Nora Urbanski (Volt), Clarisse Höhle (FDP), Matthias Höschel (CDU), Nyke Slawik (Grüne), Petra Kammerevert (SPD), die wie Gigold bereits im EU-Parlament ist. (kg)

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