Stadtentwicklung

„6 Seen Wedau“: Gebag-Tochter hat Bahn-Grundstück gekauft

Bernd Wortmeyer, Geschäftsführer der Duisburger Wohnungs- und Flächenentwicklungsgellschaft Gebag, kann sich über den Kauf des Geländes für das Megaprojekt „6 Seen Wedau“ freuen.

Bernd Wortmeyer, Geschäftsführer der Duisburger Wohnungs- und Flächenentwicklungsgellschaft Gebag, kann sich über den Kauf des Geländes für das Megaprojekt „6 Seen Wedau“ freuen.

Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Die Duisburger Stadttochter Gebag hat der Bahn das Grundstück für das Mega-Wohnungsbauprojekt „6 Seen Wedau“ endgültig abgekauft.

Die Kaufverträge sind nach mehreren Monaten schwieriger Verhandlungen seit voriger Woche unterzeichnet: Die neu gegründete Gebag Flächenentwicklungsgesellschaft (Gebag FE) hat der Bahn etwa 82 Hektar des insgesamt 90 Hektar großen Grundstücks abgekauft, auf dem „6 Seen Wedau“ umgesetzt werden soll – das wohl größte Wohnungsbauprojekt in Nordrhein-Westfalen.

Das hat Lisa Melchior für die städtische Wohnungsbaugesellschaft Gebag bestätigt: „Der Besitzübergang erfolgt noch dieses Jahr.“ Für den Verkauf hatte der Aufsichtsrat der DB AG der „DB Station & Service AG“ bereits im Juni grünes Licht gegeben. Ein kritischer Punkt bei den Verhandlungen mit Gebag-Chef Bernd Wortmeyer: Es ist unklar, wie groß die zu entsorgenden Altlasten auf dem Gelände des ehemaligen Rangierbahnhofs und Ausbesserungswerkes sind.

Die Kosten für den Kauf und die Erschließung des ersten „6 Seen Wedau“-Bauabschnitts schätzt die Stadtverwaltung auf 99,2 Millionen Euro. Im Dezember soll die erste Baustellenzufahrt eingerichtet werden.

Stadt stützt Gebag mit Millionen-Bürgschaft

Um den Ankauf der riesigen Fläche möglich zu machen, hatte der Stadtrat in seiner nicht-öffentlichen Sitzung am 25. November einer Kommunalbürgschaft in Höhe von 55 Millionen Euro für die Tochter der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Gebag zugestimmt. Die Stadt sichert so Kredite der Gebag FE ab (wir berichteten). Darüber hinaus soll die Stadt, so ein weiterer Ratsentscheid, die Eigenkapitalquote der Gebag durch einen Zuschuss in Höhe von 6,5 Millionen Euro für 2020 erhöhen, wobei diese Finanzspritze auch die Übertragung mehrerer Grundstücke beinhaltet, darunter die Flächen Am Alten Angerbach in Huckingen sowie an der Steinschen Gasse. Obendrein soll die Stadt ihre Tochter auch 2020/21 mit 5,5 Millionen Euro stützen.

So soll deren Eigenkapitalquote erhöht werden. Laut Geschäftsbericht lag diese 2018 bei 10,1 Prozent (2017: 9,2 Prozent; 2015: 7,7). Die Stadt hatte der Gebag 2018 mit einem „niedrigen einstelligen Millionenbetrag“ (Wortmeyer) unter die Arme gegriffen, nachdem Wortmeyer der Gebag das Filetstück am alten Güterbahnhof gesichert hatte. Banken achten bei der Vergabe von Krediten besonders auf die Eigenkapitalquote – branchenüblich sind 20 Prozent.

Der Schuldenstand der Gebag wuchs durch die Kredite bereits 2018 auf 407,7 Millionen Euro (2017: 365,4). Grund zur Sorge bestehe jedoch nicht, bescheinigten Wirtschaftsprüfer des Verbandes der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Rheinland und Westfalen im Vorjahr: „Die Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft ist auch für das Jahr 2019 gesichert.“

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