Gericht

Auf A 40 ausgebremst und auf dem Mittelstreifen geprügelt

Eine Schlägerei auf der A40 beschäftigte das Amtsgericht Duisburg.

Eine Schlägerei auf der A40 beschäftigte das Amtsgericht Duisburg.

Foto: Fabian Strauch / Fabian Strauch / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Ein Autofahrer bremste einen anderen Wagen aus, dann attackierte er dessen Fahrer mitten auf der A 40. Auch ein Messer kam dabei zum Einsatz.

Wenn man sagen würde, dass zwei Autofahrer sich am 16. Januar 2017 auf der A 40 leichtsinnig verhielten, wäre das eine Untertreibung. Zunächst bremste einer den anderen aus, dann stiegen beide Männer auf dem Mittelstreifen der Autobahn aus ihren Fahrzeugen. Was folgte, brachte einem 26-Jährigen vor dem Amtsgericht am König-Heinrich-Platz eine Verurteilung wegen gefährlicher Körperverletzung ein.

„Er hat mich überholt und so komisch geguckt, als wolle er sich über mich lustig machen“, behauptete der Angeklagte. Dann habe das vorausfahrende Auto stark abgebremst. Der 26-Jährige revanchierte sich prompt. „Ich habe ihn überholt und mich vor ihn gesetzt“, gab der Angeklagte zu. Als auch er abbremste, habe ihn das andere Fahrzeug mit der Stoßstange berührt. „Da habe ich angehalten und bin ausgestiegen, um ihn zu fragen, was er da mit meinem Auto macht.“ Der andere Mann habe zuerst geschlagen. Er habe sich nur gewehrt, so der 26-Jährige. „Ich hatte dabei einen Schlüssel in der Hand.“

Richter glaubte Angeklagtem kein Wort

Der 61-jährige Fahrer des anderen Wagens erinnerte sich ganz anders. Komisch geguckt habe er beim Überholen wohl nur deshalb, weil das Bremslicht am Auto des Angeklagten dauerhaft geleuchtet habe. „Er hat mich dann überholt und ging in die Klötze.“ Seine Stoßstange habe den Wagen des 26-Jährigen berührt. „Dann standen wir.“ Der 26-Jährige sei ausgestiegen. „Er hat mir die Tür zugehalten.“ Schließlich habe auch er aus seinem Wagen aussteigen können. Da habe ihn der Angeklagte mit einem Messer in der Hand attackiert und ihm eine leichte Schnittverletzung zugefügt. Ein Zeuge bestätigte diese Version. Und auch eine Jacke mit einem Schnitt passte zu dieser Darstellung.

„Ich glaube dem Angeklagten kein Wort“, so der Strafrichter, der den Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung für erwiesen hielt.

Selbst wenn der Angeklagte sich möglicherweise zuvor über einen Fahrfehler des Geschädigten geärgert habe, sei das keine Entschuldigung für derartiges Verhalten. Er verurteilte den bislang unbescholtenen 26-Jährigen zu einer neunmonatigen Bewährungsstrafe. Obendrein muss der Angeklagte 100 Sozialstunden leisten.

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