Einsamkeit

Corona: Gegen Einsamkeit – Telefon-Kontaktbörse in Duisburg

 Das Plaudertelefon soll die Einsamkeit während der Coronakrise mindern.

 Das Plaudertelefon soll die Einsamkeit während der Coronakrise mindern.

Foto: Bürgerstiftung Duisburg

Duisburg.  Gegen die Einsamkeit in der Coronakrise hat die Duisburger Bürgerstiftung das Plaudertelefon gestartet. Wie die Telefon-Kontaktbörse funktioniert.

Wer sich in der Corona-Krise einsam fühlt, kann sich beim „Plaudertelefon“ der Bürgerstiftung Duisburg melden – einer Telefon-Kontaktbörse.

Wer schon immer mal einen Marathon im Serien schauen beginnen wollte, hat während der Corona-Pandemie jetzt die beste Gelegenheit dafür. Doch Ablenkung hin oder her, vielen Menschen fehlt ein persönliches Gespräch, um sich nicht einsam zu fühlen. Die Bürgerstiftung Duisburg hat dafür ein sogenanntes „Plaudertelefon“ eingerichtet, bei dem sich Freiwillige und Alleinstehende zu einem Gespräch verabreden können. „Wir haben schon in der Vergangenheit über Projekte nachgedacht, wie man ältere Menschen vernetzen kann. Also das Coronavirus aufkam, haben wir uns entschlossen, Senioren zu helfen, die nicht so mobil sind“, sagt Ariela Cataloluk, Pressesprecherin der Bürgerstiftung.

Duisburg: Alter und Interessen spielen beim Plaudertelefon keine Rolle

Vorbild des „Plaudertelefons“ ist die Aktion „Silbernetz“, eine Telefon-Kontaktbörse aus Berlin. Und so funktioniert´s: Ehrenamtliche und Menschen, die gerne regelmäßig telefonieren möchten, können sich bei der Bürgerstiftung registrieren lassen und werden einander vermittelt. „Die Idee ist, dass die Menschen einmal die Woche jeweils für eine halbe Stunde miteinander sprechen. Wenn sie es wollen, auch öfter“, erklärt Cataloluk. „Das Alter oder die Interessen spielen dabei keine Rolle, die Leute sollen über das sprechen, was sie bewegt.“

Dabei seien vor allem Empathie und Einfühlungsvermögen gefragt. „Ziel ist wirklich, sich einfach nur zu unterhalten – wir machen keine Krisenberatung und keine Telefonseelsorge“, betont Cataloluk. Auch gibt es einige Regeln zu beachten: Die Dauer der Telefonate sollte sich auf 30 Minuten beschränken. Zudem sollten die Gespräche niemals zu persönlichen Treffen oder Verbindlichkeiten wie Geschäften oder Dienstleistungen führen. Verschiedene Meinungen zu Politik, Kultur oder Religionen sollten akzeptiert werden, diskriminierende Äußerungen beider Seiten müssen der Bürgerstiftung gemeldet werden.

Aus den Verabredungen können tiefe Telefonfreundschaften entstehen

Wer eine Verabredung zum Telefonieren einmal nicht einhalten kann, sollte dem anderen rechtzeitig absagen. Der Austausch von persönlichen Daten ist ebenso tabu. „Die Regeln liegen jeweils im Ermessen des Einzelnen, wir reden hier quasi von einem Ehrenkodex“, sagt Cataloluk. „Nichtsdestotrotz sollen dabei tiefe Telefonfreundschaften entstehen. Am Schönsten wäre es natürlich, wenn sich die Leute an die regelmäßigen Gespräche gewöhnen und etwas Langfristiges entsteht.“ Ehrenamtlichen stellt die Bürgerstiftung einen Gesprächsleitfaden zur Verfügung, außerdem spezielle Telefonnummern, die bei der Bewältigung einer persönlichen Krise weiterhelfen können.

Bewerben können sich volljährige Ehrenamtliche wie alleinstehende Menschen jüngeren und gehobenen Alters zu den Bürozeiten der Bürgerstiftung: Montag bis Donnerstag, 8 bis 15 Uhr, unter der Nummer. 0203/3938886. Darüber hinaus ist die Hotline des „Plaudertelefons“ unter 0157/34864904 zu erreichen.

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