Coronavirus

Corona: Was nach dem Tod von Covid-19-Patienten passiert

Bestatter Martin Kretschmer aus Duisburg hat bereits einen verstorbenen Corona-Patienten bestattet. Warum der Abschied für Angehörige ein „Riesenproblem“ ist.

Bestatter Martin Kretschmer aus Duisburg hat bereits einen verstorbenen Corona-Patienten bestattet. Warum der Abschied für Angehörige ein „Riesenproblem“ ist.

Foto: Hauke-Christian Dittrich / dpa

Duisburg  Bestatter Martin Kretschmer hat bereits einen verstorbenen Corona-Patienten bestattet. Warum der Abschied für Angehörige ein „Riesenproblem“ ist.

Der Duisburger Bestatter Martin Kretschmer hat bereits einen Menschen bestattet, der an den Folgen des Coronavirus Sars-CoV-2 gestorben ist. Das Robert Koch-Institut (RKI) hat für Bestatter in solchen Fällen Verhaltensregeln formuliert.

„Wir tragen Masken, Schutzkittel und halten uns an Hygienevorschriften“, sagt Kretschmer zum Eigenschutz, wenn er mit einem an Covid-19 Verstorbenen im Kontakt ist. Für den Bestatter ändere sich in einem solchen Fall nicht viel, da Vorsichtsmaßnahmen zur Routine gehörten: Auch Hepatitis oder Influenza etwa stellen potenzielle Gefahren für den Bestatter dar, sagt Kretschmer.

Corona: Hygieneregeln für Bestatter

Wie das RKI mitteilt, existieren bisher keine belastbaren Daten zur Übertragbarkeit der Infektion durch Verstorbene. Aus diesem Grund müsse bei einer Covid-19-Todesursache der Verstorbene als „kontagiös“ angesehen werden. „Unter Rücksichtnahme auf die Angehörigen und unter Wahrung der Würde der Verstorbenen muss beim Umgang mit Verstorbenen die Übertragung des Coronavirus Sars-Cov-2 verhindert werden“, so das RKI. Deshalb sei es wichtig, im Umgang die Basishygieneregeln zu befolgen.

Bereits bei der Abholung des Leichnams wird deshalb auf dem Totenschein ein Warnhinweis auf das Coronavirus gegeben, sagt Kretschmer. So können alle Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden. Doch die schlechte Verfügbarkeit von Desinfektionsmittel und Schutzausrüstung mache den Bestattern zunehmend Sorge, so der Bestatterverband Nordrhein-Westfalen.

Corona: Angehörige können Sterbeprozess nicht normal begleiten

Zu einem „Riesenproblem“ wird die Todesursache Covid-19 hingegen für Familienangehörige. Sie dürfen nicht in gewohnter Form vom Verstorbenen Abschied nehmen, aufgrund der Gefahr einer Infektion. Es gibt keinen Kontakt mit Sarg oder Verstorbenem. „Eine Aufbahrung ist nicht möglich“, sagt der Bestatter. Auch der Sterbeprozess kann aufgrund einer Gefahr der Infektion nicht begleitet werden, was eine zusätzliche emotionale Belastung bedeute, erklärt der Bestatter.

>>> Der Abschied von Verstorbenen

Wie die Corona-Krise den Abschied von Verstorbenen und die Arbeit von Bestattern verändert, lesen Sie hier.

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