Gericht

Duisburg: Angeblicher Dealer war wohl der falsche Angeklagte

Wegen Drogenhandels in großem Stil stand ein 36-jähriger Duisburger vor dem Amtsgericht am König-Heinrich-Platz.

Wegen Drogenhandels in großem Stil stand ein 36-jähriger Duisburger vor dem Amtsgericht am König-Heinrich-Platz.

Foto: Foto: Lars Fröhlich

Duisburg.  Acht Kilo Marihuana sollte ein 36-jähriger Duisburger in einem Kaffee in Duisburg-Laar verkauft haben. Doch im Prozess entstanden daran Zweifel.

Die Anklage hätte einen 36-jährigen für einige zeit hinter Gitter bringen können. Angeblich hatte er zwischen Juni und September 2012 mit mindestens acht Kilo Marihuana gehandelt. Doch am Ende des Verfahrens vor dem Amtsgericht am König-Heinrich-Platz sah es so aus, als wäre schlicht der falsche Mann auf der Anklagebank gelandet.

Dass die Beweislage nicht ganz eindeutig war, darauf wies schon der Umstand hin, dass die Taten inzwischen fast acht Jahre zurück lagen. Damals soll der 36-Jährige ein Kaffee in Laar betrieben haben, in dem es wie in einem niederländischen Coffeeshop zugegangen sein soll. In mindestens 16 Fällen soll er einem Mann dort jeweils 500 Gramm Marihuana verkauft haben.

Angeklagter: „Ich hatte nie eine Gaststätte in Laar und habe dort auch nie gearbeitet.“

„Ich kenne den Zeugen“, gab der Angeklagte zu. „Der hat mich mal in Laar auf der Straße angesprochen und mir eine kleine Probe Marihuana überlassen.“ Offenbar habe der Mann Käufer gesucht. „Ich habe aber nie eine Gaststätte geführt, oder bin dort beschäftigt gewesen“, so der 36-Jährige. „Zur Tatzeit habe ich schon seit sechs Jahren in einer Pizzeria in Mülheim gearbeitet.“

Von den Zeugen, die das Gericht in diesem Zusammenhang geladen hatte, blieb der Aufenthaltsort zweier Männer unbekannt. Und der Hauptbelastungszeuge sagte nur einen Satz: „Ich mache von meinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch.“

Gericht blieb auf Mutmaßungen angewiesen

Das Schöffengericht blieb letztlich auf Mutmaßungen angewiesen. Es könne sein, dass der Zeuge, der nach seiner Festnahme eine Lebensbeichte ablegte, vielleicht ein wenig übertrieben habe, um bei seinem eigenen Prozess die Vorteile der Aufklärungshilfe genießen zu können, ahnte der Richter. Möglich sei aber auch, dass es bei den Ermittlungen schlichtweg zu einer Verwechslung gekommen sei. Vor diesem Hintergrund war der Freispruch nur noch eine reine Formsache.

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